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Fachbeitraganalytica 2010

Internationale Leistungsschau und Impulsgeber der Branche

Wenn in gut einer Woche (23. bis 26. März 2010) die analytica zum 22. Mal ihre Türen öffnet, werden wieder über 1000 Aussteller aus aller Welt ihre Neuheiten aus Analytik, Labortechnik und Biotechnologie präsentieren. In fünf thematisch sortierten Hallen findet der Besucher dann alle aktuellen Produkte und Neuheiten, die der Markt derzeit aufzuweisen hat. Den wissenschaftlichen Hintergrund liefert die analytica Conference mit über 120 Vorträgen von renommierten Experten aus dem In- und Ausland. Drei Tage lang schlägt sie die Brücke zwischen Forschung und Anwendung. Praxisberichte und Diskussionsrunden sowie ganze Thementage gibt es tagtäglich in den öffentlichen Foren.

Fachbeitrag: analytica 2010

Ob Bioanalytik für die personalisierte Medizin, neue Wege der industriellen Biotechnologie, innovative Systeme für die Energieforschung, neuste Erkenntnisse zu Feinstaub und Nanotechnologie oder molekularbiologische Methoden in der Lebensmittelanalytik - die Themenpalette der analytica ist auch 2010 vielfältig und hochaktuell. Was moderne Analysenmethoden leisten und zukünftig leisten werden, welche Geräte dem heutigen Stand der Technik entsprechen und woran die Branche bereits jetzt forscht, erfährt der Besucher wohl nirgendwo umfassender als auf der analytica in München. Die Verknüpfung von Ausstellung, wissenschaftlicher Conference und einem praxisorientierten Rahmenprogramm soll dabei den Dialog zwischen den Akteuren der Branche fördern: In München diskutieren Forscher aus Wissenschaft und Industrie mit Geräteherstellern und Anwendern. Hier informieren sich Entscheider, Politiker und Investoren.

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Doch nicht nur Unternehmen schätzen die analytica als Plattform für die Präsentation ihrer Produkte und Lösungen. Mit der InnovationArea, die 2008 Premiere feierte, und dem FinanceDay, der Kapitalgeber und -suchende zusammenführt, bietet die Messe auch Jungunternehmen eine wichtige Chance, sich dem Markt vorzustellen. Ganz neu im Programm ist das Forum Biotech in Halle A3, das Expertenrunden und Praxisberichte aus den Life Sciences in den Mittelpunkt rückt. Auch im Forum Laboratory &amp: Analytics in Halle B2 finden täglich Ausstellervorträge und Diskussionsrunden zu den Topthemen der Branche statt.

Bioanalytik für personalisierte Medizin

Die Wirkung von Medikamenten variiert von Mensch zu Mensch. So weiß man heute, dass viele Medikamente für etwa die Hälfte der Patienten nicht optimal wirken. Bei selteneren Indikationen ist die Erfolgsquote sogar oft noch geringer. Was den einen heilt, versagt bei einem anderen oder führt gar zu gravierenden Nebenwirkungen. Warum ist das so? Kaum eine Arznei berücksichtigt bislang die genetischen Unterschiede zwischen den Patienten. Und das, obwohl schon geringste Abweichungen im Erbgut die Wirkung und den Abbau von Medikamenten verzögern oder beschleunigen können. Mit moderner Gendiagnostik sollen Therapien in Zukunft dem individuellen Genprofil eines Patienten maßgeschneidert und die Dosis eines Medikaments dem persönlichen Stoffwechsel angepasst werden.

Die verschiedenen Facetten der personalisierten Medizin sind auch Thema in der Ausstellung der analytica. Die vorgestellten Sequenziergeräte der nächsten Generation beispielsweise erhöhen den Durchsatz und senken die Kosten der Genomanalyse deutlich und eignen sich damit für den Einsatz in der Routinediagnostik. Aber auch in den Vorträgen der Conference und des Forums Biotech wird diskutiert, welche Neuentwicklungen in Diagnostik und medizinischer Biotechnologie die personalisierte Medizin erfordert. So stellt HP Medizintechnik eine vollautomatische Analysenplattform vor, die anhand von Biopsie-Proben erkennt, welches Medikament bei einem Krebspatienten wirkt. Welche Chancen und Risiken die Gendiagnostik dem Gesundheitswesen bietet oder wie Pharmaunternehmen das Thema einschätzen, diskutieren Vertreter aus Industrie und Forschung beim Executive Roundtable im Forum Biotech am Mittwochnachmittag.

Industrielle Biotechnologie im Fokus

Als Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts wird die Biotechnologie immer wichtiger. Ob bei der Entwicklung neuer Produkte in der Lebensmittelindustrie oder bei der Herstellung neuer Medikamente - der Einsatz moderner biotechnologischer Verfahren ist aus industriellen Prozessen nicht mehr wegzudenken. Um die "Biologisierung" industrieller Verfahren und Prozesse voranzutreiben und das Zusammenspiel von Wissenschaft und Wirtschaft zu verbessern, rief das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) deshalb im Jahr 2006 den Wettbewerb "BioIndustrie 2021" ins Leben. Hervor gingen fünf Cluster, deren Forschungsergebnisse und Fortschritte am 25. März im Rahmen des Fokustages Industrielle Biotechnologie im Forum Biotech in Halle A3 vorgestellt werden.

Das Cluster Biokatalyse2021 hat sich die systematische Erforschung von industriell relevanten Biokatalysatoren aus Mikroorganismen zum Ziel gesetzt. Das Netzwerk will dabei die Suche nach völlig neuen Enzymen auf der Basis innovativer Screening-Verfahren vorantreiben. Das Cluster CLIB2021 unterstützt auf der Basis von vier Technologieplattformen den Wandel der chemischen Industrie weg von petrochemischen hin zu nachwachsenden Rohstoffen. Dabei konzentriert sich das Cluster auf zentrale Stoffgruppen der chemischen Industrie wie Monomere und Polymere. Die Initiative CIB fokussiert die Bereiche Enzymkatalyse, mikrobielle Stoffproduktion sowie Aufreinigungsprozesse in Bioreaktoren. Gemeinsam mit Industriepartnern sollen biotechnologische Verfahren zur umweltschonenderen Ressourcennutzung und zur Entwicklung neuer Produkte beitragen.

Im Mittelpunkt des Clusters Biopolymere stehen biologische Werkstoffe, z.B. im Automobilbau. Das Netzwerk sucht unter anderem nach neuen Ansätzen für biobasierte Basischemikalien und Polymere sowie nach neuen Eigenschaften für Materialien. Die Cluster-Initiative IPB fokussiert ein Bioraffinerie-Konzept, um Biomasse mit Holz- und Faserbestandteilen stofflich effizient in industriell verwertbare Zwischen- und Endprodukte umzuwandeln.

Neben den Ergebnissen der Cluster thematisiert der Fokustag auf der Bühne des Forum Biotech unter anderem Themen wie Metabolic Engineering, Potenziale synthetischer Gene, Upscaling der Prozesse sowie Anwendungsperspektiven in der Großindustrie.

Schwerpunkt Feinstaub und Nanotechnologie

Aus der Luft in unsere Lunge: Feinstaub ist gesundheitsschädlich und beeinflusst das Klima. Angesichts der weltweiten Umweltdebatte wird das Thema Feinstaub zwar vielerorts heiß diskutiert, mit Grenzwerten und Umweltzonen in Städten allein ist der Belastung aber wohl nicht beizukommen. Der Grund: Verfahren zur Größen- und Mengenbestimmung der Staubteilchen gibt es zwar, aber an Methoden zur chemischen und biologischen Charakterisierung mangelt es immer noch. Um die Quellen des Feinstaubs tatsächlich zu identifizieren und das Verhalten der kleinen Teilchen in Körper und Umwelt besser zu verstehen, werden deshalb neue Analysenmethoden entwickelt. Mit gleich drei Symposien zur Messung von Feinstaub und dessen gesundheitsschädigender Wirkung treibt die analytica Conference diese Entwicklung an und spannt den Bogen zu den in den Ausstellungshallen gezeigten Messgeräten. Das Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik beispielsweise zeigt einen Vor-Ort-Detektor, der die Feinstaubbelastung in wenigen Minuten erfasst und sogar Quellen identifiziert.

Sichere Lebensmittel

Von dem fächerübergreifenden Charakter der analytica profitiert auch die Lebensmittelanalytik. Molekularbiologische Methoden, die sich in Medizin und Biotechnologie bereits etabliert haben, erleichtern jetzt die Untersuchung von Nahrungsmitteln. Mit der DNA-Analytik, die auf der Polymerase-Kettenreaktion (PCR) beruht, lassen sich noch Spuren an gentechnisch veränderter Soja und anderen genmodifizierten Organismen nachweisen. Auch Krankheitserreger wie Salmonellen und Noroviren kann man so schnell erkennen. Die Thermocycler für die PCR wurden jetzt noch weiter verbessert. Dank neuer Heiztechniken sind Reproduzierbarkeit und Durchsatz gestiegen - ideale Voraussetzungen also für den Verbraucherschutz und optimierte Prozesse in der Lebensmittelindustrie.

Mehrere Gerätehersteller zeigen die zunehmende Automatisierung und Sensitivität der klassischen Lebensmittelanalytik mit Chromatographie, Massenspektrometrie und anderen instrumentellen Verfahren. Die Effizienzsteigerung beginnt dabei schon mit der Probenvorbereitung: Neue Mikrowellengeräte mit Autosampler schließen Proben schon in zehn Minuten auf. Die Disposable Pipette Extraction, eine miniaturisierte Festphasenextraktion, bereitet Proben ebenfalls schnell für die multidimensionale GC/MS-Analyse vor. Über Trends in der Lebensmittelanalytik informieren auch die analytica Conference und das Forum Laboratory & Analytics. Die Conference bietet am 25. März beispielsweise ein Symposium zum Thema "Food analysis from the European perspective: Vitamins and further bioactives". Diskutiert werden aktuelle Methoden der Lebensmittelanalytik wie die Analytik von Vitaminen, Mycotoxinen oder von pflanzlichen Inhaltsstoffen mit krebshemmenden und anderen gesundheitsfördernden Eigenschaften. Im Forum Laboratory & Analytics wird unter anderem ein Schnellverfahren für die Lebensmittelanalytik vorgestellt, das man bislang eher von der Sprengstoffüberwachung am Flughafen kannte: die Ionenmobilitätsspektrometrie. Wie die Methode den Frischegrad von Lebensmitteln prüft und industrielle Prozesse optimiert, verdeutlicht der Vortrag von G.A.S.. Außerdem gibt es eine eigene Vortragsreihe zur Kontrolle von Grundnahrungsmitteln, die sich speziell mit der Qualitätssicherung und Analytik in der Molkereiindustrie auseinandersetzt.

Job Day für Bewerber

Auf der analytica stellen Besucher und Aussteller die Weichen für die Zukunft der Branche. Und auch für die eigene: Für Stellensuchende wird der Job Day im Forum Laboratory & Analytics zum Karrieresprungbrett, und am Finance Day im Forum Biotech treffen sich Unternehmer und Kapitalgeber. Know-how fürs Labor, Ideen für die Zukunft, Kontakte mit Vertretern aus Wissenschaft, Industrie, Politik und Finanzwelt - dies alles bietet die analytica unter einem Dach.

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