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Arbeitsschutz/Sicherheitstechnik, 01-02-2011 Intelligente Gefahrstofflagerung im IndustrielaborBild 3: Praxisversuch im Live-Experimentalvortrag. (alle Bil... Sich einschleichende Routine birgt Gefahren
 Eine gute Ausbildung ist Gold wert. Doch wenn es um den Umgang mit Gefahrstoffen geht, ist sie auch nur ein Aspekt von vielen zur Vermeidung von potenziellen Gefahren. Gerade hochqualifizierte Mitarbeiter mit langjähriger Erfahrung gewöhnen sich an die tägliche Arbeit mit den Chemikalien. So kann es im Alltag schnell zu Unachtsamkeit kommen. Die richtige und intelligente Laborausstattung, die solche menschlichen Eigenschaften mitberücksichtigt, ist deshalb umso wichtiger - gerade weil die potenzielle Bedrohung nicht immer offensichtlich ist.
Gefahrstoffe haben oftmals die verschiedensten Eigenschaften – diese reichen von reizend oder ätzend bis hin zu leicht entzündlich oder brandfördernd. Manchmal ergibt sich schon aus der Kombination von geringen Mengen ein gefährliches Gemisch. Dem muss auch die technische Ausstattung zum Lagern von Gefahrstoffen gerecht werden. Neben Werkstätten oder in der Produktion kommen gerade in den Industrielaboren, wo zum Beispiel Analysen, Forschungsarbeiten oder Qualitätskontrollen durchgeführt werden, große Mengen an Gefahrstoffen zum Einsatz. Und überall wo gefährliche Stoffe zum Arbeiten benötigt werden und deshalb auch vorrätig sind, müssen sich die Verantwortlichen Gedanken über sichere Ausstattung machen und darüber, was man den Gefahren der sich einschleichenden Routine beim täglichen Arbeiten am besten entgegensetzt.
Optimale Lagerung für optimalen Schutz
Generell ist die Vorgehensweise in vielen Labors so, dass der jeweilige Tagesbedarf am Gebrauchsort vorliegt; der Rest der Substanzen wird sicher eingelagert. Bei der Lagerung sind Sicherheitsschränke die beste und geeignetste Lösung, da diese eine arbeitsplatznahe Lagerung ermöglichen. Bei der Anschaffung der Sicherheitsschränke kommt es vor allem darauf an, was gelagert werden soll. Große, aber auch feine Unterschiede in der Konstruktion oder in der Ausstattung können dabei den Ausschlag geben. Wird zum Beispiel mit Säuren oder Laugen gearbeitet, muss bei der Auswahl des Schrankes darauf geachtet werden, dass dieser aus besonders korrosionsbeständigem Material besteht. Werden hauptsächlich entzündliche Flüssigkeiten eingesetzt, muss ein Schrank zur Lagerung dieser brennbaren Flüssigkeiten gemäß Europäischer Norm EN 14470-1 eine gewisse Feuerwiderstandsfähigkeit mitbringen – zum einen natürlich aus Gründen der Sicherheit, zum anderen gibt auch der Gesetzgeber eine Mindestzeitspanne vor, die für die Rettung der Personen und für Löschmaßnahmen gewährleistet werden muss. Der neueste Stand der Sicherheitstechnik sind heute Typ 90 Schränke. Diese schützen im Brandfall 90 Minuten lang die Stoffe im Schrank vor Hitze und Feuer. Dies ist ein wichtiger Zeitraum für Rettungskräfte, Menschen zu sichern und Flammen vor deren großflächiger Ausbreitung zu löschen.
Damit die 90 Minuten auch garantiert sind, muss jeder neu entwickelte Sicherheitsschranktyp, wie beispielsweise die des Gründauer Hersteller asecos, vor der offiziellen Markteinführung zur Typprüfung. Dies geschieht im unabhängigen Brandkammertest, bei dem jeder Schranktyp – so fordert es der Gesetzgeber in der EN 14470-1 – erst einmal beweisen muss, dass er im Ernstfall den Flammen Stand hält.
Wenn entzündliche Flüssigkeiten gelagert werden, entstehen gefährliche Gas-Luft-Gemische, bei denen oft schon ein Funke zur Entzündung ausreicht. Deshalb muss ein sicherer Schrank zur Lagerung dieser Flüssigkeiten über die Möglichkeit verfügen, für einen ständigen Luftaustausch im Schrank zu sorgen. Ein besonderer Fokus liegt also bei der Lagerung gefährlicher Substanzen auch auf der Entlüftung. Die dafür im gängigen Schrank verbauten Abluftanschlüsse werden entweder an eine bauseitige Abluftanlage angeschlossen oder an einen kompakten Umluftfilteraufsatz, der die gefährlichen Gase ganz einfach in einem ausgeklügelten Filtersystem aufnimmt und festhält.
Technik „denkt mit“
Neben der unbedingten Sicherheit, die ein Schrank bieten muss, sollte auch die Funktionalität nicht außer Acht gelassen werden. Denn technische Details können durchaus zu einer gesteigerten Sicherheit führen. Beispielsweise verhindern selbsttätige Türschließmechanismen, dass Schranktüren über längere Zeit offen stehen und so Verkehrswege behindern oder die technische Entlüftung im Schrank unwirksam wird. Erfahrungsgemäß ist Sicherheitsverantwortlichen gerade diese automatische Schließung in der Praxis wichtig. Denn während der täglichen Arbeit kommt es schon mal vor, dass man die Hände voll hat oder einfach vergisst, die Schranktüren zu schließen. Der Automatismus schützt dann davor, dass die Türschließung vergessen wird und Schränke den ganzen Tag offen stehen und somit die Sicherheit verloren geht.
Sicherheitsschränke können heute aber noch mehr. Neben der Tür-Schließ-Automatik sollte auch das Öffnen der Türen kein Kraftakt sein. So verfügen zum Beispiel die Sicherheitsschränke von asecos über einen sogenannten asynchron gekoppelten Türantrieb. Dies bedeutet, dass die beiden Schranktüren so miteinander verbunden sind, dass das Betätigen der einen Tür die jeweils spiegelverkehrte Bewegung der zweiten Tür auslöst. Bei der Entnahme von Chemikalien aus einem solchen Schrank benötigt ein Mitarbeiter also lediglich einen Handgriff zur Bedienung der Türen. Denn schwergängige Mechanismen behindern den Arbeitsablauf und führen deshalb wiederum zu Risiken. Im Alltag sollten deshalb wiederkehrende Handgriffe, wie Türen oder Auszüge bedienen, leicht von der Hand gehen.
Ein Grund, warum große Konzerne wie auch mittelständische Unternehmen auf Experten wie das Gründauer Unternehmen setzen, ist die breite Palette an Sicherheitsschränken, die es serienmäßig in unterschiedlichen Größen und Ausführungen gibt. Die technische Ausrüstung muss sich dabei an die räumlichen Gegebenheiten optimal anpassen können und eine effiziente Lagerung ermöglichen. Heute bieten die asecos Sicherheitsschränke nicht nur leichtgängig zu öffnende Türen, sondern sogar solche, die gänzlich berührungslos funktionieren. Mit Hilfe von Sensortechnik, die vor dem Schrank stehende Personen erkennt, ist dies möglich. Schränke mit Falttüren sparen dabei auch noch wertvollen Platz im Labor, da kein großer Schwenkbereich beim Öffnen benötigt wird.
Die richtige Ausstattung ist die eine Sache…
Die Sicherheit vor den Gefahrstoffen hört noch lange nicht bei vorgeschriebenem persönlichem Schutz durch persönliche Schutzausrüstung (PSA) und ordnungsgemäßer Lagerung auf. Denn die Gefahr ist oft der Mensch selbst. Je nach Gefährdungsbereich ist für Mitarbeiter, die mit Gefahrstoffen umgehen, deshalb laut BG-I 850-0 mindestens einmal im Jahr eine ausführliche Sicherheitsunterweisung Pflicht. Denn wer täglich mit Gefahrstoffen arbeitet, verliert leider oft das Gespür für die tatsächlich bestehende Gefahr. Gewohnheit schleicht sich ein. Wichtig ist deshalb neben dem fachlichen Wissen vor allem die praktische Sensibilisierung. Die Theorie ist dabei gut und schön, jedoch muss man wissen: Wo genau liegen die Gefahren in der Praxis? Um dies seinen Mitarbeitern kontinuierlich und einprägsam näher zu bringen, nutzen Unternehmen regelmäßig die von asecos angebotenen Experimentalvorträge zum Thema sicherer Umgang mit Gefahrstoffen. In einem Fachvortrag werden Risiken und gleichzeitig auch die entsprechenden Präventivmaßnahmen ausführlich erläutert. Ebenso werden gesetzliche Rahmenbedingungen angesprochen, die beim Arbeiten mit Gefahrstoffen beachtet werden müssen. Dabei wird der Vortrag stets begleitet durch beeindruckend effektgeladene Live-Brände und Explosionen. Stichflammen, Verpuffungen, Kleinbrände werden demonstriert. Für Absicherung und Schutz des Publikums ist dabei natürlich stets umfassend gesorgt. Die Verwendung von absoluten Kleinstmengen verdeutlicht bei den Versuchen umso erschreckender, welche enormen Auswirkungen zum Beispiel schon ein paar Tropfen eines Gefahrstoffes haben können. Ein solcher Experimentalvortrag von asecos öffnet laut Teilnehmerberichten Augen, Ohren und auch Gehirn der Mitarbeiter. Durch die persönlichen Erfahrungsberichte des Experten werden die Menschen umsichtiger und aufmerksamer. Die visuelle Verdeutlichung bringt ihnen die praktische Erkenntnis der Gefahren. Die Experimentalvorträge sind also eine optimale Schulungsergänzung für Mitarbeiter, die bei ihrer Arbeit mit Gefahrstoffen in Berührung kommen.
Ein Blick ins GesetzWo Gefahrstoffe zum Einsatz kommen, greift der Gesetzgeber besonders stark durch Auflagen, Verordnungen oder Gesetze, Richtlinien, Normen und technische Regeln in den Betrieb ein. Denn der Legislative ist bewusst, welche großen Auswirkungen schon kleinste Handhabungsfehler mit sich bringen. Unbedingt kennen und beachten muss man deshalb bei der Arbeit mit Gefahrstoffen zahlreiche Gesetze und Verordnungen, wie zum Beispiel: • ArbStättV – Arbeitsstättenverordnung. • ChemG – Chemikaliengesetz. • BetrSichV – Betriebssicherheitsverordnung. • GefStoffV – Gefahrstoffverordnung (Neuauflage im Dezember 2010 erschienen!). • BGI 850-0 - Sicheres Arbeiten in Laboratorien. • TRG – Technische Regeln für Gase. • TRBS – Technische Regeln für Betriebssicherheit. • TRGS – Technische Regeln für Gefahrstoffe (Neuauflage der TRGS 510 im Dezember 2010 erschienen!). • TRbF 20 – Läger/Technische Regeln für brennbare Flüssigkeiten.
Weitere wichtige Regelungen sind abrufbar unter www.asecos.com. Diesen Artikel bookmarken bei Wie funktioniert Bookmarken?Mit so genannten “Social Bookmarks” können Sie Links auf interessante Webseiten mit anderen Nutzern teilen. |  |  | |  | Externe Nutzung / NutzungsrechteWenn Sie auf diesen Beitrag von LABO online verlinken möchten, können Sie einfach und kostenlos folgenden HTML-Code in Ihre Internetseite einbinden: |
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