
LABO Januar/Februar 2010 24 INTERVIEW Redaktion: An welchen aktu- ellen Projekten arbeiten Sie der- zeit? Elmar Reitter: Meist ist unsere Arbeit – die isotopengeoche- mische Analyse – ein kleiner aber wesentlicher Baustein von Projekten mit unterschied- licher Fragestellung, an denen ich mitarbeite.
Dabei geht es um geochronologische Arbei- ten zur Rekonstruktion der regionalen und plattentekto- nischen Prozesse.
Unsere Unter- suchungen tragen letztendlich dazu bei, die komplexe geolo- gische Geschichte in verschie- denen Erdteilen aufzuhellen.
Daneben arbeiten wir auch mit anderen Disziplinen wie der Ar- cheometrie zusammen, die z.B.
die Strontiumisotopie an Zäh- nen von Menschen untersucht, um deren Ernährungsweise und Wanderungsverhalten in der Frühgeschichte der Menschen zu rekonstruieren.
Redaktion: Der Begriff „stein- reich“ hätte für das Institut für Geochemie erfunden werden können.
Wie viele Gesteinspro- ben analysieren Sie jährlich? Und gibt es Gesteine, die Sie ganz besonders faszinieren? Elmar Reitter: Wir sind ja zum Glück kein Routinelabor, das vom Probendurchsatz lebt, sondern eine Lehr- und For- schungseinrichtung.
Von der Gesteinsprobe bis zum Alterser- gebnis vergehen durchaus zwei bis sechs Wochen, je nach Art und Umfang der Analyse.
We- nigstens verderben unsere Pro- ben nicht so leicht, sind sie doch meist viele Millionen Jahre alt.
Mich als Chemieingenieur beeindruckt besonders die op- tisch vielfältige Ausprägung der Gesteine und Minerale.
Bei ge- nauem Hinschauen unterschei- den sich alle und jedes Gestein hat seine eigene Geschichte.
Redaktion: Die Geochemie un- tersucht die chemische Zusam- mensetzung von Gesteinen und Mineralen auf Haupt- und Spurenelemente.
Neben den chemischen Methoden werden Untersuchungen mit äußerst niedrigen Nachweisgrenzen vorgenommen.
Wie gehen Sie hierbei vor? Elmar Reitter: Je nach Untersu- chung sind die Vorgehenswei- sen sehr unterschiedlich.
Für die Auf der Spur der Steine Geochronologie – Geologische Altersbestimmung mittels Ultraspurenanalytik im Pikogramm-Bereich Bild 1: Ultraspurenanalyse im Reinraumlabor.
Hintergrund-Informationen Am Institut für Geochemie der Universität Tübin- gen untersuchen Forscher den Aufbau und die chemische Zusammensetzung der Erde anhand von Gesteinen und Mineralen.
Die Arbeitsge- biete reichen vom Bayerischen Wald über die Türkei und bis nach China.
ELGA ist eine globale Marke für Reinstwas- seraufbereitung für Laboratorien und Medi- zintechnik von Veolia Water Solutions & Tech- nologies, einem der international führenden Anbieter von Lösungen und Anlagen zur Trink-, Prozess- und Abwasseraufbereitung.
Das Pro- duktangebot umfasst Lösungen für ein breites Spektrum an Kunden, von der Gebäude und Schwimmbadtechnik über Kraftwerke und In- dustrieunternehmen, wie Getränke-, Nahrungs- mittel- und Pharmahersteller, bis hin zu Labo- ratorien, internationalen Hilfsorganisationen, Schiffen und Kommunen.
Manche bringen sie von ihren Exkursionen aus heimischen Gebieten mit, andere von fer- nen Reisen: Steine und Minerale sind beliebt, faszinieren sie doch durch Form, Farbe und vor allem durch spannende Geschichten.
Am Institut für Geochemie der Universität Tübin- gen untersuchen Forscher den Aufbau und die chemische Zusammensetzung der Erdkruste anhand von Gesteinen und Mineralen.
Die Arbeitsgebiete reichen vom Bayerischen Wald über die Türkei bis in den Himalaya, nach China und verschiedene Gebiete Afrikas.
Elmar Reitter, technischer Mitarbeiter am Institut für Geochemie, sprach mit LABO über seine Arbeit in der Ultraspurenanalytik.
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