
LABO März 2010 12 FACHBEITRAG Thema einschätzen, diskutieren Vertreter aus Industrie und For- schung beim Executive Round- table im Forum Biotech am Mitt- wochnachmittag.
Industrielle Biotech- nologie im Fokus Als Schlüsseltechnologie des 21.
Jahrhunderts wird die Biotech- nologie immer wichtiger.
Ob bei der Entwicklung neuer Produkte in der Lebensmittelindustrie oder bei der Herstellung neuer Medi- kamente – der Einsatz moderner biotechnologischer Verfahren ist aus industriellen Prozessen nicht mehr wegzudenken.
Um die „Biologisierung“ industri- eller Verfahren und Prozesse voranzutreiben und das Zu- sammenspiel von Wissenschaft und Wirtschaft zu verbessern, rief das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) deshalb im Jahr 2006 den Wett- bewerb „BioIndustrie 2021“ ins Leben.
Hervor gingen fünf Clus- ter, deren Forschungsergebnisse und Fortschritte am 25.
März im Rahmen des Fokustages Indus- trielle Biotechnologie im Forum Biotech in Halle A3 vorgestellt werden.
Das Cluster Biokatalyse2021 hat sich die systematische Er- forschung von industriell rele- vanten Biokatalysatoren aus Mi- kroorganismen zum Ziel gesetzt.
Das Netzwerk will dabei die Su- che nach völlig neuen Enzymen auf der Basis innovativer Scree- ning-Verfahren vorantreiben.
Das Cluster CLIB2021 unterstützt auf der Basis von vier Technolo- gieplattformen den Wandel der chemischen Industrie weg von petrochemischen hin zu nach- wachsenden Rohstoffen.
Dabei konzentriert sich das Cluster auf zentrale Stoffgruppen der chemischen Industrie wie Mo- nomere und Polymere.
Die Initi- ative CIB fokussiert die Bereiche Enzymkatalyse, mikrobielle Stoffproduktion sowie Aufreini- gungsprozesse in Bioreaktoren.
Gemeinsam mit Industriepart- nern sollen biotechnologische Verfahren zur umweltscho- nenderen Ressourcennutzung und zur Entwicklung neuer Pro- dukte beitragen.
Im Mittelpunkt des Clusters Biopolymere stehen biologische Werkstoffe, z.B.
im Automobil- bau.
Das Netzwerk sucht unter anderem nach neuen Ansätzen für biobasierte Basischemikalien und Polymere sowie nach neuen Eigenschaften für Materialien.
Die Cluster-Initiative IPB fokus- siert ein Bioraffi nerie-Konzept, um Biomasse mit Holz- und Fa- serbestandteilen stoffl ich effi - zient in industriell verwertbare Zwischen- und Endprodukte umzuwandeln.
Neben den Ergebnissen der Cluster thematisiert der Fokus- tag auf der Bühne des Forum Biotech unter anderem Themen wie Metabolic Engineering, Po- tenziale synthetischer Gene, Upscaling der Prozesse sowie Anwendungsperspektiven in der Großindustrie.
Schwerpunkt Feinstaub und Nanotechnologie Aus der Luft in unsere Lunge: Feinstaub ist gesundheitsschäd- lich und beeinfl usst das Klima.
Angesichts der weltweiten Um- weltdebatte wird das Thema Feinstaub zwar vielerorts heiß diskutiert, mit Grenzwerten und Umweltzonen in Städten allein ist der Belastung aber wohl nicht beizukommen.
Der Grund: Verfahren zur Größen- und Mengenbestimmung der Staub- teilchen gibt es zwar, aber an Methoden zur chemischen und biologischen Charakterisierung mangelt es immer noch.
Um die Quellen des Feinstaubs tatsäch- lich zu identifi zieren und das Verhalten der kleinen Teilchen in Körper und Umwelt besser zu verstehen, werden deshalb neue Analysenmethoden entwickelt.
Mit gleich drei Symposien zur Messung von Feinstaub und des- sen gesundheitsschädigender Wirkung treibt die analytica Conference diese Entwicklung an und spannt den Bogen zu den in den Ausstellungshallen gezeigten Messgeräten.
Das Fraunhofer-Institut für Physika- lische Messtechnik beispielswei- se zeigt einen Vor-Ort-Detektor, der die Feinstaubbelastung in wenigen Minuten erfasst und sogar Quellen identifi ziert.
Sichere Lebensmittel Von dem fächerübergreifenden Charakter der analytica profi - tiert auch die Lebensmittelana- lytik.
Molekularbiologische Me- thoden, die sich in Medizin und Biotechnologie bereits etabliert haben, erleichtern jetzt die Un- tersuchung von Nahrungsmit- teln.
Mit der DNA-Analytik, die auf der Polymerase-Kettenre- aktion (PCR) beruht, lassen sich noch Spuren an gentechnisch veränderter Soja und anderen genmodifi zierten Organismen nachweisen.
Auch Krankheits- erreger wie Salmonellen und Noroviren kann man so schnell erkennen.
Die Thermocycler für die PCR wurden jetzt noch wei- ter verbessert.
Dank neuer Heiz- techniken sind Reproduzierbar- keit und Durchsatz gestiegen 1.
Wahl aus 2.
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