LABO März 2010 32 HPLC-TIPP Der Fall: Bei Gradiententrennungen oder im Falle von Matrix-be- lasteten Proben müssen oft Peaks, die sich auf einer mehr oder weniger stark driftenden Basislinie oder auf einem fl a- chen „Buckel“ befi nden, in- tegriert werden.
Die Frage ist nun, wie tut man so etwas am besten? Da die meisten An- wender nicht über Peakhöhen auswerten, wird hier auf diese – oft sinnvolle – Möglichkeit nicht weiter eingegangen.
Nachfolgend werden für zwei Fälle Lösungsansätze vorgeschlagen, die sich nach aufwendigen Überprüfungen als das kleinere Übel erwie- sen haben [1].
1.
Nicht-aufgelöste Peaks auf einer abfallenden Basislinie – vgl.
Bild 1.
Vorgehen: Falls benachbar- te Peaks eine Aufl ösung von R ? 2 aufweisen, wird der tiefste Punkt zwischen den Peaks markiert (Bild 2) und die Punkte miteinander verbunden (Bild 3).
Anschlie- ßend wird die Basislinie vom ursprünglichen Chro- matogramm abgezogen und das Differenzchromato- gramm per Lotfällung inte- griert (Bild 4).
(Das Beispiel wurde freund- licherweise von Dr.
Hans- Joachim Kuss zur Verfügung gestellt, für eine detaillierte Diskussion s.
[2]).
2.
Peaks auf der aufstei- genden Basislinie eines Gradientenlaufs Vorgehen: Als erstes wird die Probe injiziert (Bild 5).
An- schließend wird ein „Blank“ injiziert (Bild 6).
Jetzt muss überprüft werden, inwie- weit die Methode robust ist, d.h.
ob die Retentionszeiten konstant bleiben.
Dazu wird die Probe z.B.
fünfmal und der „Blank“ zweimal injiziert und die Chromatogramme übereinander gelegt – sie- he Bild 7.
Im vorliegenden Fall zeigt sich, dass die Re- tentionszeiten in der Tat konstant bleiben, auch der „Blank“ kann reproduziert werden, die Methode ist also robust.
Nun wird vom Ori- Der HPLC-Tipp im März Integration von Peaks auf einer driftenden Basislinie T TIPPPPI ? Von Dr.
Stavros Kromidas, Saarbrücken Bild 1: Originalinjektion der Probe.
Bild 2: Markieren des tiefsten Punkts zwischen zwei benachbarten Peaks.
Bild 3: Verbinden der markierten Punkte zum Zeichnen der Basislinie.
Bild 4: Differenzchromatogramm aus Bild 1 und 3.