
LABO März 2010 42 FACHBEITRAG Einen direkten Hinweis auf die Abbauleistung einer Kläranlage gibt die Überwachung von Nähr- stoffen wie Ammonium, Nitrat und Phosphat.
Bis vor wenigen Jahren standen nur Labor- analysen zur Verfügung.
Der Betreiber erhielt so jedoch nur alle paar Stunden neue Mess- werte.
Daher wur- den auf Basis die- ser Laboranalysen vollautomati sche nasschemische Analysatoren entwickelt.
Die- se lieferten alle 15...30 min einen Messwert, ver- brauchten aber große Mengen an Reagenzien.
Daraufhin folgte eine beträchtliche Weiterentwicklung von rea genzienfreien UV-Sensoren für Nitrat, aber nicht für Ammoni- um und Phosphat.
Eine neue Technologie in diesem Bereich sind ionenselektive Elektroden – bieten sie doch schnelles und reagenzienfreies Messen von Ammonium und Nitrat mit nur einem Sensor, und zwar direkt in der Belebung.
Der Abwasserzweckverband Hohlebachtal im Rheintal nutzt diese Technologie seit ei- niger Zeit ebenso wie die pH- und Sauerstoffmessung von Endress+Hauser.
Die Zahlen, Daten und Fakten zum Abwas- serzweckverband sind wie folgt: Gegründet wurde er 1975.
Er besteht aus der Gemeinde Schli- engen mit den Ortsteilen Schall- singen, Obereggenen, Nieder- eggenen, Liel und Mauchen, sowie Feldberg, Gennenbach und Steinenstadt.
Die Kläranla- ge Steinenstadt mit ihren zwei Mitarbeitern hat ihren Sitz in Schliengen und ist 1979 entstan- den.
1999 fand eine Modernisie- rung der Kläranlage statt, deren Kapazität 16500 Einwohner- gleichwerte umfasst.
Sie reinigt das Abwasser von Sammelkanä- len der Mitgliedsgemeinden mit einer Gesamtstrecke von über 20 km.
Pro Tag und bei gutem Wetter können bis zu 1800 m3 Abwasser aufgenommen wer- den.
Das Klärwerk arbeitet mit mechanisch-biologischen Reini- gungsstufen und biologischer Phosphateliminierung.
Dies führt zu einem Reinigungsgrad Nährstoffüberwachung auf kommunalen Kläranlagen Ionenselektive Elektroden arbeiten schnell und reagenzienfrei Das Messsystem ISEmax von Endress+Hauser misst Ammonium und Nitrat und beruht auf der potentiometrischen Messung mit ionenselektiven Elektroden.
Vor allem in der Abwasseraufbereitung macht es die Prozesse der Nitrifi kation und Denitrifi kation transparent.
ISEmax erfasst schnell und kontinuierlich die Ammo- nium- und Nitratkonzentrationen in der kommunalen Kläranlage.
Die robuste In- situ-Messung erfolgt direkt im Prozess und erfasst mit einem Sensor mehrere Parameter gleichzeitig.
Das System zeichnet sich durch eine kurze Ansprechzeit aus und arbeitet reagenzienfrei.
Anja Pratscher*) ? __________ *) Product Manager, Endress+Hauser Conducta Gesellschaft für Mess- und Re- geltechnik mbH + Co.
KG, Dieselstraße 24, 70839 Gerlingen, E-Mail: anja.
pratscher@conducta.endress.com.
Bild 1: Der ISEmax-Sensor enthält die ionenselektiven Elektroden sowie eine Referenzelektrode, die in eine Eintaucharmatur mit automatischer Druckluftreinigung und einem Vorverstärker ein- gebaut ist.
Bis zu drei ionenselektive Elektroden messen simul- tan Ammonium, Nitrat und je nach Kundenwunsch eine weitere Messgröße.