
LABO April 2010 44 Gentechnisch veränderter Mais wurde aus wirtschaftlichen Er- wägungen heraus entwickelt: • Um eine höhere Resistenz ge- genüber Parasiten wie z.B.
dem Maiswurzelbohrer oder Maiszünsler zu erreichen.
• Für stabile und höhere Erträ- ge.
• Für eine schnellere Reife.
Transgener Mais erzeugt zur Abwehr der Parasiten einen für diese Schädlinge giftigen Stoff.
Nun gibt es in diesem Zusam- menhang viele ungeklärte Fra- gen wie beispielsweise: • Die unmittelbare Auswirkung auf den Menschen.
• Die Auswirkung auf Tiere bei Verwendung als Futtermittel und damit die sekundäre Wir- kung auf den Menschen.
• Die Auswirkung auf die Böden und damit auf Folgekulturen.
• Die Auswirkungen auf die ge- samte Tierwelt insbesondere auf andere Insekten.
• Die Übertragung des verän- derten Gens auf andere Kul- turen.
Damit sind der Anbau und die Verwendung von transgenem Mais nicht unumstritten.
Es er- gibt sich die Notwendigkeit, das Saatgut auf mögliche Gehalte gentechnisch veränderter Be- standteile zu untersuchen.
Feinstmahlung erforderlich Von der zu untersuchenden Sorte werden 1000 Körner ab- gezählt und von dieser Menge das Gewicht bestimmt.
Nun werden mindestens drei Proben mit dem gleichen Gewicht ge- zogen.
Im Beispiel wogen 1000 Körner 275 g.
Für die Isolierung der DNA werden 3 g eingewo- gen.
Folgende theoretische Über- legungen verdeutlichen die Notwendigkeit, das Material möglichst fein zu mahlen: Durch- schnittlich wiegt ein Korn 0,275 g.
Zehn oder genauer elf Körner würden der Einwaage von 3 g entsprechen.
Das bedeutet, dass ohne Zerkleinerung nur jedes einhundertste Korn obiger Pro- be analytisch bewertet würde.
40 Körner verdrängen rund 10 ml Wasser.
Daraus lässt sich für ein Korn ein mittleres Volu- men von 0,25 ml und einen als Kugel berechneten Durchmes- ser von rund 7,8 mm errech- nen.
Um in der Einwaage von 3 g repräsentativ alle Körner zu berücksichtigen, ist mindes- tens jedes Korn in 1000 Teile zu zerkleinern.
Dann könnten rein rechnerisch in 2,75 g Probe von jedem Maiskorn zehn Teile mit einem Durchmesser von 0,75 mm enthalten sein.
Um mit absoluter Sicherheit in den 3 g Einwaage repräsentativ alle 1000 Maiskörner vertreten zu haben, ist die Steigerung der Feinheit um eine Zehnerpotenz wünschenswert.
Werden aus jedem Maiskorn 10 000 gleich- große Teile erzeugt, so wiegt durchschnittlich ein Teil 0,0275 mg und hat einen Durchmesser von 0,36 mm.
In den 3 g Einwaa- ge für die Analyse wären dann 109 000 Teile oder von jedem Korn rund 100 Teile enthalten.
Damit ist statistisch gesichert, dass bei der Analyse der Mais- körner auf transgene Bestand- Maiskörner, gebeizt als Saatgut vorbereitet Maiskörner, gebeizt als Saatgut vorbereitet, unterliegen der Kontrolle hinsicht- lich möglicher Gehalte an gentechnisch veränderten Organismen – kurz als GVOs bezeichnet.
Um ein repräsentatives Ergebnis zu erhalten, ist das Vermahlen der Probe unbedingt erforderlich.
Dipl.-Chem.
Wieland Hopfe*) ? __________ *) Anwendungsberater, FRITSCH GMBH, Idar-Oberstein, www.fritsch.de Sci e n c SciencesseefiLifeL Innovations Innovations 4 2010 FACHBEITRAG