LABO Mai 2010 24 LABORWELT Hintergrund der Vereinsgründung Die amerikanische Initiative labs 21 des „International Ins- titut for Sustainable Laborato- ries“, eine Gründung durch die EPA (Environment Protection Agency), wandte sich bereits vor zwei Jahren an den FNLa (Fachnormausschuss Labor), um einen Gesprächspartner in Deutschland zu gewinnen.
Al- lerdings stehen die Inhalte des Anliegens nicht im Fokus der Tätigkeit des FNLa.
Auch un- ter dem Druck, der auf andere Europäische Staaten aufgebaut wurde, haben sich einige Mit- glieder der Normungsgremien entschlossen, auf Europäischer Ebene eine Vereinigung zu gründen, die es sich zum Ziel setzt, Europäische Labortech- nologien, deren nachweisliches Ziel die Nachhaltigkeit ist, in- ternational zu verbreiten.
Die in Europa eingesetzten Labortechnologien sind ge- samthaft hinsichtlich der Nach- haltigkeit weltweit überlegen aber werden nur schlecht ver- marktet.
Die Beteiligung von universitären und institutio- nellen Vertretern der Laborwelt und der Industrie, bzw.
den Zu- lieferern und Planern von La- boratorien ist als historisch zu bezeichnen.
Aufgaben und Ziele • Es gilt, Europäische nach- haltige Labortechnologien weiter zu entwickeln, sie al- len Europäischen Ländern in Form von Sammlungen ver- fügbar zu machen und natür- lich international zur Geltung zu bringen.
• Die Mitglieder legen größ- ten Wert auf die Bildung von Netzwerken zwischen allen Beteiligten.
Sie wollen das in der Öffentlichkeit gebil- dete Momentum nutzen, die „Nachhaltigkeit“ auch als we- sentliche Eigenschaft der La- boratorien durchzusetzen und zu kommunizieren.
• Infolge der Heterogenität und der Vielfalt der Mitglie- derstruktur stehen Beratung suchenden Mitgliedern indi- viduelle, auf den Einzelfall abgestimmte Instrumentarien zur Lösung ihrer Probleme zur Verfügung.
Sie erfahren Un- terstützung bei der Durchfüh- rung von Zertifi zierungsver- fahren zur Nachhaltigkeit und Schulung ihrer Mitarbeiter.
• Der Verein wird sich der inter- nationalen Diskussion stellen, hat Plattformen und Arbeits- gruppen etabliert und fördert mit dem 1.
Internationalen Kongress (27.-28.
Oktober 2010) in Darmstadt den Wis- sensaustausch.
EGNATON e.V.
European Association for Sustainable Laboratories/Europäische Gesellschaft für Nachhaltige Labortechnologien Im Rahmen eines internationalen Konsenses versteht man heute unter „Nachhal- tigkeit“ die Umsetzung eines in drei Säulen – ökonomische –, ökologische Qua- lität und sozio-kulturelle Aspekte – gegliederten Forderungskatalogs.
Bezogen auf Laboratorien stehen vor allem die Reduzierung der hohen Betreiberkosten infolge extrem hohen Energieverbrauchs und Verbrauchsmaterials aber auch der gesamten Einrichtung im Vordergrund.
Natürlich mindern derartige Maßnahmen gleichzeitig das ökologische Risiko.
Dabei müssen die Sicherheit und die Arbeits- bedingungen der Labornutzer ebenfalls im Fokus bleiben.
Weiterhin sind im Rahmen nachhaltigen Laborbetriebs die speziellen Anforderungen von kreativen und sehr auf Kommunikation angewiesenen wissenschaftlichen Nutzergruppen zu beachten.
Konrad Kreuzer, Präsident von EGNATON und Geschäftsführer von Waldner Laboreinrichtungen: „Wir wollen mit EGNATON ein internationales Expertennetzwerk aufbauen.
Der Verein ist praktisch eine Plattform, auf der sich Fachleute treffen und aus- tauschen, die so vielleicht nie zusammengefunden hätten.
Die Ansätze, die sich dann aus den einzelnen Fachkreisen ergeben, werden veröffentlicht oder auch zu neuen Benchmark-Program- men zusammengeführt.
EGNATON ist dazu da, die Themen der Laborbranche und vor allem der Mitglieder aufzugreifen und entsprechende Lösungsansätze zu erarbeiten.
Deshalb braucht der Verein Mitglieder, die an zukunftsfähigen und nachhaltigen Konzepten im Laborbau interessiert sind.
Jedes Mitglied be- reichert unsere Arbeitsgruppen und trägt zu einem ganzheit- lichen Blickwinkel auf die entsprechende Frage bei.“