
LABO Mai 2010 12 FACHBEITRAG Die Müllverbrennung hat sich zu einer Hochtechnologie ent- wickelt, die eine ungeordnete Ablagerung des Mülls durch eine geordnete Entsorgung und Kreislaufwirtschaft mit dem Ziel der Nutzung der im Abfall enthaltenen Wertstoffe ersetzt.
Gesetzliche Grundlage für das Betreiben von Müllver- brennungsanlagen ist die 17.
Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutz- gesetzes [2].
Mit dem Schließen der Deponien 2005 für unvorbe- handelten Abfall entsprechend der technischen Anleitung Sied- lungsabfall (TASi) [3] und der Ab- lagerungsverordnung (AbfAbIV) [4] hat sich die Bedeutung und Nachfrage nach ökologisch, öko- nomisch und sozialverträglichen Abfallkonzepten nochmals deut- lich erhöht.
Thermische Behand- lungsanlagen in Form von Müll- verbrennungsanlagen (MVA) haben sich dabei als preiswerte und umweltverträgliche Technik zur Entsorgung von Abfällen etabliert.
Am Beispiel der Müll- verbrennungsanlage in Herten (RZR Herten) soll die Dualität von neuester Technologie und Gerätemesstechnik am Beispiel der Hg-Bestimmung erläutert werden.
Müllverbrennung im RZR Herten Das Konzept einer Müllverbren- nungsanlage ist einerseits die thermische Behandlung von Ab- fällen und andererseits die Nut- zung der bei der Verbrennung des Abfalls anfallenden Wärme zur Energieerzeugung unter ge- nauer Kontrolle der dabei an die Umwelt abgegebenen Rauch- gase.
Im RZR Herten [5] wird dieses Konzept in zwei Indus- triemüll- und vier Siedlungsmüll- verbrennungslinien umgesetzt.
Das RZR Herten zeichnet sich durch eine besonders effektive Rauchgasreinigungsanlage aus.
Sie besteht hinter den einzelnen Linien jeweils aus Entstaubung, doppelter Rauchgaswäsche, Ak- tivkoksfi lter und katalytischer Entstickung (Bild 2).
Hierdurch werden die Grenzwerte der 17.
BImSchV bei nahezu allen Emis- sionsparametern deutlich unter- schritten.
Erst durch die moderne Tech- nologie der Rauchgasreinigung und einer empfi ndlichen Analy- sentechnik kann ein maximaler Schutz von Mensch und Umwelt durch den hohen Sicherheits- standard der Anlage garantiert werden.
Qualitätskontrolle am Beispiel Hg Quecksilber gehört zu den für Mensch und Umwelt schädlichs- ten Giften [6, 7].
Der Kontrolle dieses Schwermetalls kommt deshalb eine ganz besondere Be- deutung zu.
Aufgrund der hohen Flüchtigkeit und der 100%igen Freisetzung von Hg während der Müllverbrennung muss bei einer effi zienten Abscheidung in den Rauchgaswäschern (Vorwäscher, Hauptwäscher) mit sehr hohen Hg-Konzentrationen, die bis in den g/l-Bereich reichen kön- nen, gerechnet werden.
Die zu kontrollierenden Zielwerte für die Wässer nach der Schwer- Müllverbrennung – eine saubere Sache für die Umwelt dank modernster Technologie und Analysenmesstechnik Beispiel: Hg-Bestimmung im Spurenbereich von ?g/l bis zu Konzentration im g/l-Bereich mit Atomfl uoreszenzspektrometrie (AFS) Müllberge, Müllnotstand oder wer soll eine ökologische Müllentsorgung bezah- len – auf Themen wie diese treffen wir inzwischen täglich in unseren Medien (Bild 1).
Sie bilden Diskussionsgrundlage in Regierungsdebatten und ihre Brisanz wird nicht zuletzt durch die Verabschiedung entsprechender Gesetzesvorlagen dokumentiert.
Wachsende Abfallberge, schwindender Deponieraum und gesetz- liche Vorgaben führten zu einer Kursänderung in der Abfallwirtschaft.
Heike Gleisner1) und Hans-Günter Lischo2) ? __________ 1) Analytik Jena AG, 07745 Jena, Konrad Zuse Straße 1.
2) GBA Gesellschaft für Bioanalytik Hamburg mbH, Standort Her- ten, 45699 Herten, Im Emscherbruch 11.
Labor- und Analysengeräte.
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07475 - 95140 Labexchange.com Bild 1: Ein Ballen mit gebrauchten Verpackungen [1].