LABO Juni 2010 50 FACHBEITRAG Grundlagen und Konsequenzen der Herausforderungen, die durch theoretische Fragen in den Natur- und Ingenieurwis- senschaften (z.
B.
Physik, Bio- logie, Materialwissenschaften) entstehen.
Erfolge am Markt Die neuen Fraunhofer-Institute in der ehemaligen DDR haben sich prächtig entwickelt.
Das ENAS-Institut (Elektronische Nanosysteme) mit Prof.
Thomas Otto in Chemnitz, der vor weni- gen Jahren ein kleines, leistungs- fähiges Nahinfrarot-Spektrome- ter entwickelte, ging im Januar 2010 eine Projekt-Partnerschaft mit der chinesischen Regierung ein zur Etablierung eines landes- weiten Netzes für Lebensmit- telkontrollen in China.
Dr.
Jörg Hackermüller, IZI (FHG-Institut für Zelltherapie und Immuno- logie), ausgewählter Ort 2010 des Wettbewerbs „Deutschland Land der Ideen“, entwickelte in Leipzig den ersten „deutschen“ Onkochip, der an der Uniklinik Leipzig praktisch erprobt wurde und über medizinisch-onkolo- gische Details der Tumorerkran- kung, Prognosen der Tumorent- wicklung sowie über die DNA der involvierten Krebszellen informiert.
Das IZI ist kliniknah orientiert, übernimmt externe Qualitätsprüfungen, die GMP- Herstellung (Good Manufactu- ring Processing) klinischer Prüf- muster sowie Studien und hilft Life-Science-Firmen bei der Er- langung amtlicher Zulassungen.
Im März stellten IZI-Wissen- schaftler mit Leipziger Uni- klinikern eine revolutionäre, genau gezielte Krebstherapie gegen Gliazellen mit einem im Patienten neu aufgefundenen Blut-Protein als Alternative zur Chemotherapie vor.
Auch der neu patentierte Wirkstoff Ethylpyruvat, der im Partner- Projekt »MGO« von FHG und Uni entstand, soll bei Wundhei- lungen und Pilzbehandlung den marktüblichen Medikamenten überlegen sein.
Beim diesjährigen Existenz- gründungs-Wettbewerb SMILE (Selbst Management Initiative Leipzig) im Januar, den die ört- liche IHK ausrichtete, wurden von den drei eingereichten Projekten der Fraunhofer-Wis- senschaftler zwei unter insge- samt 63 Themenvorschlägen mit einem 2.
Platz sowie dem Publikumspreis ausgezeichnet.
Den Silberpokal erhielt ein neu- es Screening-Verfahren von Dr.
Schubert (IZI), mit dem das Heil- kraft-Potenzial von Pfl anzen von Prophylaxe bis Therapie der Krebserkrankungen getestet werden kann.
Das IZI Leipzig be- ging am 29.4.2010 den europä- ischen „Tag der Immunologie“ mit einem „Joint Meeting“ der Leipziger Biotechnologen und Medizinforscher, gleichzeitig seinen 5.
Geburtstag.
Vom 29.- 30.10.2010 wird IZI ein „Fraun- hofer Life-Science Meeting“ zum Thema Stammzell-Thera- pie ausrichten.
Im ICC Dresden fi ndet vom 11.-14.7.2010 der 3.
Internationale Stammzellen- Kongress statt, zu dem das CRTD (Center for Regenerative Thera- pies Dresden) einlädt.
In der Bioregion Sachsen haben sich die Schwerpunkte Regenerative Medizin und The- rapie sowie Molekulares Bioen- gineering herauskristallisiert.
Mit dem CRT Dresden mit über 100 wissenschaftlichen Mitarbei- tern aus sieben Dresdner Wissen- schaftseinrichtungen (MPIs, Kli- niken, Uni etc.) sowie dem TRM Leipzig (Translationszentrum für Regenerative Medizin) besitzt Sachsen zwei der fünf bundes- weiten Exzellenzeinrichtungen auf diesem Gebiet.
Dresdner Bi- otechnologen konnten in den letzten Jahren mehr als doppelt so viele Drittmittel einwerben als die Leipziger.
Finanzierung und Firmenexpansion Die EU, Bund und Länder bieten zahlreiche Förderprogramme für Biotechnologie-Gründer in Sach- sen.
Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Anstrengungen der Landesregierung hinsicht- lich der neuen Finanzierungsins- trumente.
Für Biotechnologie- Start-ups wurde ein auf KMUs zugeschnittenes Unterstüt- zungsmodell erarbeitet.
Kredit- vergaben ab 1,35 % Jahreszins sind damit möglich, sogar Zins- verbilligungen für bereits zuge- teilte Kredite.
Daneben gibt es den Technologie-Gründerfonds Sachsen, die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft (MBG), die CFH Beteiligungsgesell- schaft sowie Finanzierungsmo- delle von regionalen Sparkas- sen.
Auch sog.
Business Angels, meist Einzelpersonen aus dem Wirtschaftsleben, greifen mit Finanzierungsvorschlägen ein.
Um die fi nanziellen Anreize zu erhöhen, verbilligte die Landes- regierung 2009 die Zinssätze für Kredite an Selbständige und Existenzgründer auf nur noch rund 1,35 %.
Bis 2,5 Mio.
Euro stellt die Landesregierung in diesem Rahmen zur Verfügung.
Damit können z.B.
teurere KfW- Kredite abgelöst oder ergänzt werden und sogar notwendiger Grund- oder Immobilienerwerb kann auf diese Weise getätigt werden, ohne die Firmenkasse allzu stark zu belasten.
Know how für Existenzgründungen wird auch über den sächsischen Businessplan-Wettbewerb er- langt und vermehrt.
Dieses breite Spektrum an Aus- und Fortbildungsmög- lichkeiten für Arbeitskräfte in der Biotechnologie sowie die überaus entgegenkommenden Fördermaßnahmen für Biotech- Firmen lassen nur einen Schluss zu: Sachsen, das nach Mitteilung von „Biosaxony“ im nationalen Vergleich binnen vier Jahren von Platz 13 auf Platz 7 der 28 deut- schen Bioregionen vorstieß, will zur Spitzengruppe der Bioregi- onen in Deutschland aufschlie- ßen.
Seit 2001 fl ossen über 600 Mio.
Euro in Sachsens Life-Sci- ences-Branche, davon 50 % aus der Privatwirtschaft (Unterneh- men, Stiftungen etc.).
Bild 3: Kognitionsforschung wird mit der Präsentierung solcher symmetrischer Muster an Probanden durchgeführt, wie sie PD Dr.
Thomas Jacobsen zeigt (Foto: Pressestelle Uni Leipzig).
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