
LABO Juni 2010 49 Fachbeitrag schulische Grundwissen zu inte- grieren: Drei sächsische Gymna- sien vermitteln nun Grundlagen in Biotechnologie oder Bioinfor- matik, weiter bieten die TUs in Dresden Chemnitz und Freiberg (früher Bergakademie, heute Schwerpunkt Materialforschung, Energie- und Rohstoffsicherung) sowie die Uni Leipzig komplette Studiengänge in Biotechnologie oder Bioinformatik an.
Das Bio- technologische-Biomedizinische Zentrum der Uni Leipzig offeriert folgende Arbeitsschwerpunkte: Bionanalytik, Proteindetektion, molekularbiologisch-biochemi- sche Prozesstechnologie, Mo- lekular- Pathogenese und Zell- therapie, Strukturanalytik von Biopolymeren, Weiße Biotech- nologie sowie Zelltechnik und angewandte Stammzellbiologie.
Am Biotechnologischen Zentrum (BIOTEC) der TU Dresden stehen Themen wie Bioinformatik, DNA- Motoren, Entwicklungsgenetik, Genomik, Proteomik, Tissue En- gineering, Wnt Signalling sowie Zelluläre Maschinen im Fokus.
Beachtenswert ist die Initiati- ve „Qualifi zierung arbeitsloser Akademiker für die Biotech- nologie“ des Leipziger Start- up-Unternehmens EuroGene GmbH.
Dieses Spin-off der Uni Leipzig konnte nach dreijähriger Tätigkeit mit Zuschüssen der EU und des Freistaats im Juli 2009 bereits den 100.
qualifi zierten Kurs-Teilnehmer verabschieden.
Einen Arbeitsplatz in der Bio- region Leipzig fi nden ca.
75 % der Absolventen dieses Schnell- Lehrgangs in Molekularbiolo- gie, Biochemie und Humange- netik, den ein mehrmonatiges Betriebspraktikum ergänzt.
Kosten entstehen für die Teil- nehmer nicht.
Mit biodresden und BIO-NET Leipzig hat sich Bi- osaxony außerdem zwei vor Ort aktive Kooperationspartner ins Boot geholt, die gemeinsam mit anderen Bildungsträgern des Landes durch verschiedene Ver- anstaltungen und Wettbewerbe das Wissen und die Akzeptanz der Biotechnologie in der Be- völkerung erweitern.
Dazu rief Biosaxony die Veranstaltungs- reihe „Biotech Meets Public“ ins Leben, wo Firmengründer und Entscheidungsträger aus Poli- tik und Wirtschaft zweimal pro Jahr über interessante Entwick- lungen in den Life-Science-Wis- senschaften informieren.
Au- ßerdem fi ndet im Bundesland Sachsen alljährlich ein „Biotech- nologie-Tag“ statt.
Institutionelle F&E mit Praxis vernetzt Die Ankurbelung der Biotech- nologie in Sachsen umfasst noch weitere Aktivatoren.
Von den genannten 200 Mio.
Euro Programmgeldern gab das sächsische Wissenschaftsminis- terium 40 Mio.
Euro für neue Professuren und die Bildung von Nachwuchsgruppen aus.
Weitere 60 Mio.
Euro wurden in anwendungsnahe Forschungs- projekte investiert.
Von außen kam tatkräftige Unterstützung durch die Max-Planck-Gesell- schaft e.V., München/Berlin.
Deren Präsidium beschloss, den weißen Fleck auf der Landkar- te, wo früher die DDR war, zu tilgen und gleichzeitig zu einer besseren geografi schen Vertei- lung ihrer Institutsansiedlungen auf dem Bundesgebiet zu gelan- gen.
Im Jahr Drei der Wende, 1992, wurde das Max-Planck-Ins- titut (MPI) für Physik komplexer Systeme, Dresden, gegründet, dessen Gründungsdirektor Prof.
Peter Fulde wurde, ein gefl o- hener ehemaliger Wissenschaft- ler der DDR.
Neue Themen- schwerpunkte sind molekulare Quantenoptik, elektronische Korrelationen in Molekülen und Festkörpern, Biologische Physik usw.
Um das Zusammenleben in Europa auf eine solide Grund- lage zu stellen, gründete das MPI Prof.
Fuldes gemeinsam mit dem 1995 in Dresden gegründe- ten Max-Planck-Institut für Che- mische Physik fester Stoffe (Che- mie und Physik von Festkörpern) sowie mit der TU Dresden und dem Leibniz-Institut für Festkör- per- und Werkstoffforschung, Dresden, die „International Max Planck Research School for Dynamical Processes in Atoms, Molecules and Solids.“ Ein trans- nationales Projekt, denn die polnische Universität Wroclaw (Breslau) sowie die tschechische Universität Prag sind ebenfalls beteiligt.
Weiteren Wissenszuwachs für die Biotechnologie in Sach- sen erbringt die Ansiedlung des Max-Planck-Instituts für moleku- lare Zellbiologie und Genetik in Dresden, die 1998 erfolgte.
Hier beschäftigt man sich mit Zelltei- lung, Zellsteuerung und der Rol- le der RNAs bei Zellaktivitäten.
Ein neues Forschungsresultat publizierten die Molekularbiolo- gen des MPIs mit Informatikern der TU Dresden am 28.2.1010 in „Nature“ zur bisher wenig verstandenen Endozytose, dem Aufnahmeverfahren von Stoffen in den Zellkörper.
„Insgesamt“, fasst MPI-Direktor Marino Zerial das wichtige Forschungsergeb- nis zusammen, „sind über 4000 Gene direkt oder indirekt an der Endozytose beteiligt.“ In Leipzig, Sachsens BioCity, wurde 1997 das MPI für evolu- tionäre Anthropologie gegrün- det, an dem die Evolutionsbio- logen die neuen Möglichkeiten nutzen, die die Genetik und speziell die Genom-Forschung bieten, um Herkunft und Ent- wicklung des Menschen in der Zeit aufzuklären.
Am ebenfalls neu gegründeten MPI für Kogni- tions- und Neurowissenschaften, Leipzig, stehen kognitive Neu- rologie, Behaviorism, Entwick- lungspsychologie sowie Wahr- nehmung und Steuerung von Handlungen im menschlichen Gehirn im Mittelpunkt.
Dank des 2008 bezogenen Neubaus fi nden hier über 200 Spitzen- wissenschaftler aus aller Welt optimale Arbeitsbedingungen vor.
Kognitionswissenschaften, theoretische Biologie und Neu- robiologie werden auch am MPI für Mathematik in den Natur- wissenschaften, 1996 in Leipzig gegründet, erforscht.
Hier erör- tern die Wissenschaftler haupt- sächlich die mathematischen Precisa Wägetechnik Fordern Sie jetzt den aktuellen Katalog kostenfrei bei uns an: www.thgeyer.de Mehr Infos unter: Bild 2: Oben im Röhr- chen befi ndet sich die DNA, unten das ab- zentrifugierte dunkel- farbige Blut und dazwi- schen eine wächserne Trennschicht.