Sci e n c SciencesseefiLifeL Innovations Innovations 6 2010 LABO Juni 2010 48 FACHBEITRAG Zwei wichtige Wegmarkie- rungen für Sachsens langen Weg in die zukunftsträchtige Bio- technologie stellen die Errich- tung des BioInnovationsZent- rums Dresden sowie der BIO City Leipzig dar.
Beide Institutionen wurden als Standorte und Inku- batoren für Firmen-Neugrün- dungen sowie für den Wissens- transfer von der Wissenschaft zur Wirtschaft neu geschaffen.
An den beiden Biotech-Stand- orten in Ost- und Westsachsen entstanden insgesamt 35000 m2 neue Arbeits- und Bürofl ächen.
Die an den Tag gelegte Dyna- mik greift, denn „der älteste Freistaat Deutschlands“ plant Erweiterungsbauten für beide Biotech-Zentren.
Biosaxony als Koordinierungsstelle Als Anlaufstelle für Unterneh- mensgründer und -inhaber sowie als „zellulärer Mechanismus“ der Biotechnologie fungiert Biosa- xony – die Koordinierungsstelle des Wissenschaftsministeriums in Dresden.
Mitarbeiter von Bio saxony beraten und lenken Gründung, Ansiedlung sowie die Expansion von Biotech-Firmen in die richtigen Bahnen und Orte.
Ihre Experten wissen, wo im Au- genblick neue Büro-, Labor- oder Reinraum-Fabrikationsstätten zu erschwinglichen Preisen ver- fügbar sind.
Auch Venture Capi- tal, staatliche Zuschüsse von EU, Bund und Ländern sowie qualifi - ziertes Personal wird vermittelt.
Bei dessen Ausbildung musste und wollte das größte und am dichtesten besiedelte Bundes- land im Osten (4,173 Mio.
Ew.
im Aug.
2009, 227 Ew.
pro km2) neue Wege gehen, da Biotechnologie hier weitgehend unbekannt war.
Kurzerhand beschloss die Landes- regierung, Biotechnologie in das Auf Dynamik setzen Bioregion Sachsen hat kritische Masse erreicht Mit einem rund 200 Mio.
Euro schweren Programm kurbelte „Biosaxony“ im Auftrag der Regierung des Freistaats im Jahr 2000 Sachsens Biotechnologie an.
Die Anzahl der Arbeitsplätze in den aktuell 70 Biotechnologie- und 10 Pharma- fi rmen stieg um 500 % auf ca.
2000 hochqualifi zierte Stellen.
Der Jahresumsatz der hiesigen Life-Science-Unternehmen überschritt die 500 Mio.
Euro-Grenze.
Nach Mitteilung des Netzwerks „Biosaxony“ ist jetzt die kritische Unterneh- mens-Masse erreicht, die weitere Entwicklung der Bioregion könne selbständig, d.h.
ohne fi nanzielle Unterstützung von außen, vonstatten gehen.
Richard E.
Schneider*) ? __________ *) Freier Wissenschaftsjournalist, Brunnenstr.
16, 72074 Tübingen, Tel.
07071/253015.
Bild 1: Dresden ist wesentlicher Standort der Halbleiter-Ferti- gung in Europa, doch den ersten deutschen Onkochip entwickelte Dr.
Jörg Hackermüller 2009 mit seinem Team vom Fraunhofer Institut für Zelltherapie und Immunologie (IZI) in Leipzig.
Hier ein Chip zur Diagnostik, Thera- pie- und Nachkontrolle (Foto: Pressestelle Uni Leipzig).