LABO September 2009 28 genen Forschungsschwerpunkt Hepatitis B werden noch gesucht.
Hier sollen neue Ergebnisse der Grundlagenforschung in Impfstoffe, Diagnostica und Therapien rasch eingebracht und umgesetzt werden.
Am TWINCORE sollen auch andere Infek- tionserkrankungen mithilfe neuer Strate- gien zu Prophylaxe, Diagnose und The- rapie auf der Basis von breit angelegten Laborstudien erforscht werden.
Ende 2008 gründeten mit Unterstüt- zung des niedersächsischen Wissenschafts- ministeriums die vier Unis MHH , LUH, TiHo Hannover, die TU Braunschweig sowie die beiden extrauniversitären Einrichtungen Fraunhofer Institut für Toxikologie und experimentelle Medizin (ITEM) und HZI den neuen biomedizinischen Forschungs- verbund TRAIN (Translationsallianz Niedersachsen).
Spezialistenwissen aus Mathematik, Biologie, Chemie sowie Hu- man- und Tiermedizin treffen hier zusam- men.
Ein gemeinsames Wirkstoffzentrum für die chemische Biologie und die medi- zinische Chemie in Hannover und Braun- schweig sowie die Erschließung der am HZI vorhandenen Naturstoffsammlung schla- gen als sofortiges Plus zu Buche.
In der Praxis werden die neuen Erkenntnisse aus Grundlagen- und präklinischer Forschung am noch aufzubauenden Hannover Cen- ter for Translational Medicine (HCTM) in frühen klinischen Studien nachgeprüft werden können.
Keineswegs in Konkurrenz dazu steht das von den beiden Max-Planck-Forschern Erwin Neher (Nobelpreis für Medizin 1991 zur Aufklärung der Ionenkanäle) und Prof.
Walter Stühmer sowie von Uni-Prof.
Diet- helm Richter in Göttingen im Jahr 2000 gegründete ENI (European Neuroscience Institute).
Die gebündelten Aktivitäten der beiden Göttinger Max-Planck-Institute mit dem Uniklinikum Göttingen fokussie- ren auf neurologische Schwerpunkte wie Schizophrenie, Parkinson und Alzheimer.
Auch Nachwuchsgruppen sollen die mole- kularen Mechanismen des gesunden und kranken Gehirns aufklären helfen.
Das ENI-G wurde Ende August 2008 als „Ort der Idee“ im Rahmen des von Bundes- präsident Köhler initiierten Wettbewerbs „Deutschland – Land der Ideen“ ausge- zeichnet.
In der BioRegion Niedersachsen zählt man inzwischen zehn Kompetenzzentren und -netze, z.B.
„Funktionelle Genom- analyse“ und „Functional Food für Nie- dersachsen“ in Hannover und „MBM Sci- ence Bridge GmbH“ in Göttingen, eine Patentverwertungsagentur für Hochschu- len und Forschungsinstitute.
Das weithin bekannte Genomik-Netzwerk der Uni Göttingen befasst sich mit dem Einsatz von Mikroorganismen zur Steigerung der Industrie- und Agrarproduktion.
NieKE (Niedersächsisches Kompetenzzentrum für Ernährungswirtschaft) in Vechta ist agrarorientiert, auf Forstwirtschaft dage- gen das Kompetenzzentrum Holz in Göt- tingen, das interdisziplinär anwendungs- nahe Forschungsprojekte im Bereich Holz und Holzwirtschaft unterstützt.
Hier wer- den gegenwärtig Buche und Küstentanne auf ihre Verwendung als zukunftssichere Produkte und Werkstoffe untersucht und enzymatische Verfahren zur Herstellung bindemittelfreier Holzwerkstoffe erprobt.
Schließlich bietet das Bioinformatik-Kom- petenzzentrum „Intergenomics“, Braun- schweig, mit seinen Partnern HZI (früher: GBF-Gesellschaft für biotechnologische Forschung), Braunschweig, TU Braun- schweig, Fachhochschule Wolfenbüttel und der Biobase GmbH, Wolfenbüttel, Hilfestellung in Forschungsbereichen wie Molekulargenetik, Biochemie, Pfl anzen- genetik, Bioinformatik etc.
Der Industrie- partner Biobase GmbH bietet seit 1986 Biodatenbanken, Wissenstransfers sowie Software für die Life Science-Industrie an.
Die erste Biobase-Datenbank TRANSFAC wurde zum Goldstandard der Genregulie- rung.
Weitere Datenbanken bietet Biobase unter TRANSPATH (Signalübertragungs- wege), ExPlain (Analysensystem für Säuge- tier- und Pfl anzenzellen) sowie als Biobase Knowledge Library (BKL) für Pfl anzen an.
Sie enthalten Informationen über einzelne Genfunktionen in Pfl anzen bis hin zu inte- gralen Pfl anzengenomen.
Topographisch diversifi zier- te neue Gründerzentren Bei der Schaffung seiner Gründerzentren musste sich das größte nördliche Flächen- land, das auch z.T.
den Stadtstaat Ham- burg einbindet, regional diversifi zieren.
So entstanden in Hannover der Medical Park, in Braunschweig das BioTec-Biotech- nologie-Gründerzentrum, in Göttingen der Science Park sowie in Wilhelmshaven der Biotechnologiepark Nordwest.
Beson- ders stolz ist man auf den unweit der MHH (Medizinische Hochschule Hannover) neu errichteten Medical Park.
Hier befi nden sich zahlreiche neue Laborgebäude.
Leicht zu Fuß von hier erreichbar ist das Fraun- hofer-Institut ITEM sowie das nagelneue INI (International Neuroscience Institute) im Park.
Dessen neuzeitliche Glas- und Be- ton-Architektur wurde dem menschlichen Gehirn nachempfunden (siehe Foto).
Sei- ne neurologische Klinik verfügt über 100 Betten und weist einen hohen, hotelähn- lichen Komfort auf.
Modernste Neuro- chirurgie, Neuro-Strahlentherapie sowie Neuro-Radiologie stehen für Diagnose und therapeutische Behandlungen zur Verfügung.
Braunschweigs Stadtväter schufen mit der Errichtung eines Technologieparks, einem Beratungszentrum für Existenzgrün- der auf dem traditionsreichen Firmenge- lände der Rollei sowie der Gründung eines BioTec-Parks im Süden der Stadt ideale Vor- aussetzungen für die Niederlassung neuer Biotech-Unternehmen.
Der BioTec-Park Braunschweig bietet von fachgerechter Beratung bei Unternehmensgründungen bis zur Hilfestellung bei der Beschaffung preiswerter Labor- und Produktionsstät- ten einen Rund-um-Service.
Weitere preis- werte Büro- und Produktionsstätten bie- tet die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Braunschweig Zukunft GmbH an.
Als Standort von 14 Forschungsreinrichtungen ist Braunschweig mit überdurchschnittlich hohem Anteil an Fachhoch- und Uni-Ab- solventen besonders gut aufgestellt.
Un- ter dem Stadtbild des Braunschweiger Löwen haben sich Weltunternehmen wie Siemens niedergelassen, das hier das in China bereits installierte neue Verkehrs- mittel Transrapid-Schnellbahn entwickel- te.
Ebenso liegen der Großkonzern Büs- sing/MAN und der Automobil-Hersteller VW im benachbarten Wolfsburg in Reich- weite.
Insgesamt 20 Wachstumsprojekte und regionale Forschungskooperationen wurden von der Projekt Braunschweig GmbH initiiert, darunter das Zentrum für Mikroproduktion, das am 13./14.10.2008 in Clausthal einen Workshop „Funktiona- lisierte Polymersystem in der Mikrosystem- technik“ veranstaltete.
Seit 2007 bildet das ZeMPRO in 36 Monaten Mikrotechnolo- gen aus in Messtechnik, Reinraum-Techno- logie (Partikelmessungen), Materialkunde, Fotolithografi e, Schichtenstrukturierung, CVD-Verfahren sowie Lasermaterialbear- beitung.
Am Braunschweiger HZI entwickel- ten kürzlich deutsche Wissenschaftler in einem Kooperationsprojekt mit indischen Forschern ein kostengünstiges Verfahren zur Herstellung größerer Mengen von Hepatitis-B-Impfstoffen.
Ihre Ergebnisse veröffentlichten die HZI-Wissenschaftler in einem „open-acces-Journal“ und ver- Bild 2: Dem menschlichen Gehirn nachemp- funden sind die architektonischen Umrisse des International Neuroscience Institute in- mitten des Medical Park Hannover (Foto: Bio- RegioN).
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