
LABOLABO LABO Oktober 2009 31 Fachbeitrag Da man auf Schätzungen zurück- greifen muss, ist es wichtig, welche Form gewählt wird.
Punktschät- zungen sind mit an Sicherheit gren- zender Wahrscheinlichkeit falsch, so dass Intervallschätzungen das Mittel der Wahl sind.
Die Exper- tinnen und Experten werden da- her um die Angabe eines minima- len, eines wahrscheinlichsten und eines maximalen Wertes gebeten.
Um möglichst enge Intervalle zu erhalten, werden sie gebeten, das Intervall zu benennen, das sie mit 80%iger Wahrscheinlichkeit ver- treten können.
Auf diese Weise wird z.B.
die Unsicherheit „Anzahl Releases pro Jahr“ auf minimal 52, am wahrscheinlichsten auf 59 und maximal auf 64 geschätzt und dieser dreigegliederte Wert in das Finanzmodell eingetragen.
Unter Berücksichtigung des wahrschein- lichsten Wertes wird über drei Jahre ein Ertrag von 4009574 € erreicht.
Da dieses Ergebnis zwar einen wichtigen Anhaltspunkt, aber keine zufriedenstel- lende betriebswirt- schaftliche Aussage erlaubt, wird eine Risiko- und Sensiti- vitätsanalyse durch- geführt, die auch die minimalen und maximalen Werte wieder berück- sichtigt.
Die Intervallschätzungen machen den Einsatz von Simulati- onssoftware nötig, die den Ergeb- nissen statistische Validität verleiht.
Eine Monte-Carlo-Simulation bildet die Interaktion aller Unsicherheiten untereinander und der durch sie be- einfl ussten Faktoren ab.
Auf diese Weise gibt die Monte-Carlo-Simula- tion das Intervall des Endergebnisses an (Bild 2).
Um eine klarere Aussage treffen zu können, wird das Inter- vall ausgewählt, das mit 80%iger Wahrscheinlichkeit erreicht werden wird.
Bei dem bewerteten Projekt ist mit 80%iger Wahrscheinlichkeit ein Ertrag zwischen 3493373 € und 4722388 € zu erwarten.
Negative Entwicklungen sind ausgeschlossen, da mit 100%iger Sicherheit mindes- tens ein Ertrag von 2,8 Mio.
€ er- reicht werden wird.
Wenn man das wahrscheinlichste Endergebnis von 4009574 € zugrunde legt, ergeben sich folgende Finanzkennzahlen für das Automatisierungsprojekt: Eine Kapitalrendite (ROI) von 573 %, ein interner Zinsfuß von 668 % und ein Kapitalwert (NPV) von 2946918 € bei einer Diskontierungsrate von 14 %.
Kosten und Nutzen des Projekts sind damit eindeutig benannt, über die Risikofaktoren fehlt jedoch noch jegliche Information.
Ein Tornado- diagramm ist das zweite Werkzeug, das nun zum Einsatz kommt.
Statt der Interaktion werden nun die Unsicherheiten einzeln abgebildet und auf ihren Einfl uss auf das End- ergebnis untersucht.
Die Risikofak- toren werden dabei entsprechend ihrer Größe angeordnet (Bild 3).
Der größte Risikofaktor ist die An- zahl der Releases pro Jahr, der eine Abweichung von -588022 € und +365641 € vom wahrscheinlichsten Wert bedeuten kann.
Die Schwan- kung zwischen 55 und 62 Releases im Jahr kann sich also in einer Er- tragsschwankung von 953663 € be- merkbar machen.
In Bezug auf die negative Abweichung vom wahr- scheinlichsten Wert hat „Time-to- Release“ schon wesentlich weniger Einfl uss.
Die Investition in die Labor- automatisierung, die in der kurz- frisitigen Betrachtung als wesent- licher Hemmschuh wahrgenommen worden war, hat hingegen nur sehr geringen Einfl uss auf das durchweg positive Endergebnis.
Mit diesen nachvollziehbaren und eindeutigen Zahlen zum Laborauto- matisierungsprojekt, wurden offene Fragen beantwortet und Unsicher- heiten aus dem Weg geräumt.
Wenn Sie mehr über das konkrete Projekt wissen wollen, schreiben Sie bitte an labo@solutionmatrix.de FÜR LABOR + INDUSTRIE Glasapparatebau nach nationalen (DIN) und internationalen (ISO) Standards für z.B.: Destillation, Extraktion, Rektifikati- on auch auf Kundenwunsch Bauteile für Labor, Schule und Universität z.B.: Schliffbauteile, Hähne, Kühler, Norm- schliffe, Mehrhalskolben, Kolonnen Sonstiges Verbrauchsglas wie z.B.: Rund-, Steh- und Erlen- meyerkolben, Bechergläser, Zubehör für Biologie.
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Bild 2: Wahrscheinlichkeit des Ender- gebnisses.
Bild 3: Das Tornadodiagramm priorisiert Risikofaktoren.
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