
LABO Oktober 2009 50 FACHBEITRAG Problemlos und unmittelbar wurden damit die Sauerstoffsät- tigung (in %), der Sauerstoffge- halt (in mg/l), die Leitfähigkeit (in ?S/cm), der pH-Wert sowie die Luft- und die Wassertempe- ratur (in °C) gemessen.
Für die chemischen Analysen wurden die entnommenen Was- serproben analysiert.
Die pho- tometrische Bestimmung sämt- licher chemischer Parameter erfolgte in kurzer Zeit, wobei je- weils nur 50 ml Wasser benötigt wurden.
Für die Analysen wurde das Küvettenphotometer Pho- toLab S12 von WTW benutzt, wobei Spectroquant-Küvet- tentests der Firmen Merck und WTW zum Einsatz kamen.
Alle Tests wurden wie in der Anlei- tung des Herstellers beschrieben durchgeführt.
Bestimmt wurden die wichtigsten chemischen Pa- rameter: Gesamtphosphor (TP), gelöster Phosphor (SRP), Ammo- nium-Stickstoff (NH 4 -N), Nitrat- Stickstoff (NO 3 -N), Gesamthärte, Silicium (Si), Sulfat (SO 4 2-) und Chlorid (Cl-).
Vor der Bestim- mung des Gesamtphosphor-Ge- haltes mussten die Proben noch mit Hilfe des Crack Set 10 von Merck und des Thermoreaktor CR 2200 von WTW aufgeschlos- sen werden.
Alle gemessenen Extinktionswerte wurden durch das Photometer automatisch in Konzentrationen (mg/l) umge- rechnet und ausgegeben.
Im vorliegenden Zwischen- bericht werden die wichtigsten Ergebnisse der physikalischen Messungen und der chemischen Analysen von zehn Proben dar- gestellt.
Es handelt sich dabei um die Proben entlang des Hauptfl usses Kalamas (Bild 3).
Die Temperatur des Kalamas stieg entlang des Flusslaufes kontinuierlich von ungefähr 13 °C an der Quelle bis auf 17 °C an der Mündung.
Der Tempe- raturverlauf spiegelt somit den klassischen Verlauf bei Flüssen wider.
Das kalte Quellwasser er- wärmt sich mit der Laufstrecke des Flusses (Bild 4).
Die Leitfä- higkeit erreichte mit 1733 ?S/cm an der Quelle vergleichsweise hohe Werte.
Im Verlauf des Ka- lamas lagen die Werte dagegen im Durchschnitt bei 600 ?S/cm.
Die hohen Werte im Oberlauf sind auf die geologisch bedingt hohen Sulfatkonzentrationen im Grundwasser zurückzufüh- ren.
An der Mündung wurde eine Leitfähigkeit von 1414 ?S/cm gemessen.
Hier spiegelt sich deutlich der Einfl uss des Io- nischen Meeres wider, das bei Flut in den Fluss einströmt.
Die pH-Werte lagen entlang des ge- samten Flusslaufs leicht über 8,0, was für ein Gewässer, das durch Kalkstein fl ießt, typisch ist.
Die Sauerstoffsättigung und die Sauerstoffkonzentration zeigten ein ähnliches Bild.
Bei beiden Parametern wurden mit 64,0 % bzw.
6,22 mg/l nied- rige Werte an der Quelle ge- messen, die mit zunehmender Entfernung von dieser lang- sam anstiegen (Bild 4).
Geringe Sauerstoffsättigungen sind bei Quellregionen zu erwarten.
Durch die lange Verweilzeit des Grundwassers im Boden bis zu seinem Austritt an der Quelle wird der Sauerstoffvorrat des Grundwassers durch mikrobi- ologische Abbauprozesse ver- braucht.
Durch diesen Vorgang kommt es zu Sauerstoffdefi zi- ten des Grundwassers bzw.
des Quellwassers, die sich in Unter- sättigungen ausdrücken.
Die chemischen Analysen be- stätigen den befürchteten nega- tiven Einfl uss des eingeleitenden Abwassers in das Fließgewässer.
Bis zur Probenstelle vor der Einmündung des Nebenfl usses Smolitsas lagen die Gesamt- phosphorwerte bei etwa 0,024 mg PO 4 3--P/l.
Ab der ersten Probe nach dem Zufl uss (Probennah- mestelle 5) versechsfachten sich die Phosphorkonzentrationen nahezu.
Durch die Selbstreini- gungskraft des Flusses nehmen die Phosphorkonzentrationen im weiteren Verlauf des Kala- mas allerdings wieder ab.
Ein vergleichbarer Effekt ließ sich auch für die gelösten Phosphat-, die Nitrat- und Ammonium-Kon- zentrationen mit den Geräten von WTW nachweisen (Bild 5).
Diatomeen als Bioindikatoren Für die Algen-Analyse wurden Steine entnommen, der schlei- mige Belag (Aufwuchs) davon abgebürstet und gesammelt.
Der Aufwuchs besteht zum größten Teil aus mikroskopisch kleinen Kieselalgen (Diatomeen), die diesem durch ihr Begleitpigment (Fucoxanthin) eine braune Farbe verleihen.
Die Diatomeen haben im Gegensatz zu Landpfl anzen eine besondere Zellwand, die aus zwei Silikatschalen besteht.
Die Silikat- oder Kieselsäure- schalen sind extrem stabil, ver- witterungsbeständig und wei- sen spezifi sche Strukturen auf, wodurch sich die einzelnen Ar- ten voneinander mikroskopisch unterscheiden lassen (Bild 6).
Neben einer charakteristi- schen Schale besitzen die meis- ten Arten auch eine Anpassung an bestimmte Standortbedin- gungen.
Je nach Belastungsgrad des Gewässers, z.B.
durch ver- Geräte mit 20 % Jubiläumsrabatt Herstellerübergreifende Gesamtversorgung mit System Kompetent und zuverlässig Auch für Ihr Labor! Hintergrund-Info Die hier vorgestellte Arbeit soll als Vorarbeit für die Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtli- nie (EU-WRRL) dienen.
Ziel der WRRL ist es, dass alle Gewässer der EU bis 2015 einen guten ökologischen Zustand aufweisen.
Um den aktuellen Zustand eines Gewässers zu bewerten, werden insbesondere Diato- meen als Bioindikatoren verwendet.
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