LABO Oktober 2009 32 TAGUNGSBERICHT Zwei, drei Worte zu Beginn… Klischees existieren, um widerlegt oder bestätigt zu werden.
So sagt man den Deutschen nach – Professor Christian Hu- ber, der Chairman des Symposiums, und Professor Wolfgang Lindner mögen mir nachsehen, dass ich mich hier auf den Veranstaltungsort beziehe, der Anteil der österreichischen Kollegen am Gelin- gen dieser Tagung ist nicht hoch genug zu würdigen – sie seien Weltmeister in der Organisation, ferner eher zurück- haltend und Freunde der leisen Töne, Qualität und Zuverlässigkeit stünden an erster Stelle.
Das stimmt – jedenfalls bei der „HPLC2009“: Es wird schwierig werden, eine derart perfekte Organisa- tion zu überbieten, alles lief ruhig und so, wie es sein sollte: Nichts wurde dem Zufall überlassen, es gab keine Pannen, keine Verzögerungen, keine übertrie- bene Selbstdarstellung usw.
Man sagt den Deutschen weiterhin nach, sie seien eher spröde wenn sie gut essen wollen, gehen sie lieber zum Italiener, Griechen oder Inder, sie hätten außer für die „Sache“ kein Auge für das Gesche- hen links und rechts, Charme sei eine Tu- gend anderer Ethnien.
Das stimmt nicht – jedenfalls bei der „HPLC2009“: Die über 50 Helferinnen und Helfer (Dokto- randInnen aus Österreich und Deutsch- land sowie Mitarbeiter der GDCh) waren nicht nur „überall“ und stets hilfsbereit, sondern sehr freundlich – mitunter auch humorvoll – die Bewirtung und speziell das Essen waren mehr als hervorragend usw.
Nachfolgend nur ein einziges Bei- spiel außerhalb des wissenschaftlichen Rahmens, das nach meiner Ansicht Er- wähnung verdient: Als letzten Akt des Symposiums bat Professor Huber – mit einem „HPLC2009“-T-Shirt bekleidet – alle HelferInnen nach vorne.
Ihnen wurde vom Organisationskomitee und dem Plenum sehr herzlich gedankt und jede(r) erhielt zum Abschied eine Blume.
Eine derart nette, sympathische Geste habe ich bis dato bei keinem der vorhe- rigen Symposien erlebt.
…und nun ein paar Zahlen Man zählte insgesamt etwas über 1200 teilnehmende Personen, es wurden ca.
130 Vorträge und Tutorien, ferner 16 Fir- menseminare abgehalten, die Anzahl der Poster betrug ca.
640 und an der Ausstel- lung beteiligten sich knapp 65 Firmen.
Diese Zahlen sind um ca.
10 % niedriger als bei der letzten Tagung auf europä- ischem Boden in Belgien.
Die größte Teilnehmergruppe mit 455 Teilnehmern kam erwartungsgemäß aus Deutschland, gefolgt von den USA (124 Teilnehmer).
Recht stark vertreten mit je ca.
50...70 Teilnehmern waren Großbritannien, Schweiz, Frankreich, Ungarn und die Niederlande aus dem asiatischen Raum reisten ca.
70 Wissenschaftler an.
Wenn man nun von der Gesamtzahl der Teil- nehmer die Vortragenden, Poster-Auto- ren und Firmenvertreter abzieht, waren ca.
400...450 „reine“ Besucher zugegen, was in der aktuellen Situation ein sehr gutes Ergebnis darstellt.
Schließlich wur- den am mittwöchigen Dinner 239 l Bier konsumiert.
Die Zahl der dort Anwesen- den vergessen wir lieber, sonst könnten Sie, lieber Leser, ja den durchschnitt- lichen Verbrauch ausrechnen… Kommen wir jetzt zum wissenschaftlichen Teil: Ich werde versuchen – aus einer sicher- lich subjektiven Sicht – die wichtigsten Neuigkeiten bzgl.
Säulen, Techniken, Interessensgebiete und Instrumente dar- zustellen.
Trends bei Instrumenten In der Zwischenzeit fi ndet man kaum ei- nen großen Geräte-Hersteller, der kein Instrument anbietet, das Trennungen bei 1000 oder gar 1200 bzw.
1500 bar ermöglicht.
Die Lebenszyklen der Geräte werden Schwindel erregend kürzer, ein Beispiel dazu: Bei manch einem Anwen- der entstand schon ein komisches Ge- fühl, falls er gerade vor einem Jahr eine 1200er Anlage von Agilent erstanden hatte und ein Jahr später bei der Prä- sentation des 1290-Gerätes von Agilent die tatsächlichen oder vermeintlichen Vorteile dieses Gerätes gegenüber de- nen der Konkurrenz vorgestellt bekam – inkl.
der eigenen 1200er Maschine… In diesem Zusammenhang wundern Sprachkonstrukte wie „next generation“ (wir aber haben es schon heute), „new innovation“ (die Konkurrenz verwendet offensichtlich „old“ (!) „innovation“), „the real (…) fastest instrument world- wide“, „world´s highest sensitivity“ usw.
nicht mehr.
Wenn man nicht über diese ganzen „Ultra“- und „Best“-Säulen und -Geräte verfügt, fragt man sich so lang- sam, wieso man selbst überhaupt mit „traditional“ Produkten dennoch halb- wegs vernünftige Ergebnisse bekommt… Man kann dieser Entwicklung sicherlich auch etwas Positives abgewinnen: Der enorme Verkaufsdruck unter den An- bietern führt dazu, dass die Evolution der Geräte zu permanenten, aus Anwen- dersicht sehr interessanten technischen Verbesserungen führt: Geringste Ver- weilvolumina bei Gradienten (z.B.
ca.
35 ?l), inerte Materialien im Autosampler, um Memoryeffekte auf ein Minimum zu reduzieren, inerter Druckaufneh- mer, Drucksensoren für den Betrieb der Pumpe, um ohne Kompressionen und Verzögerungen Flussstabilität in einem großen Fluss-/Druckbereich zu ermögli- chen, neues Zellen-Design mit kleinsten Volumina, jede Menge „Add-ons“ in der Auswertesoftware usw.
Die Herstel- HPLC2009 Trends in der HPLC Vom 29.
Juni bis 2.
Juli 2009 fand in Dresden die „HPLC2009“, das „34.
International Symposium on High Performance Liquid Phase Separations and Related Techniques“ statt.
Dieses Symposium ist das mit Abstand wichtigste auf dem Gebiet der HPLC und mit ihr verwandter Techniken.
Dr.
Stavros Kromidas gibt im nachfolgenden Beitrag einige Eindrücke wie- der und zeigt Schwerpunkte und Trends auf.
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