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LabortechnikEGNATON e.V.

European Association for Sustainable Laboratories/Europäische Gesellschaft für Nachhaltige Labortechnologien

Im Rahmen eines internationalen Konsenses versteht man heute unter "Nachhaltigkeit" die Umsetzung eines in drei Säulen - ökonomische -, ökologische Qualität und sozio-kulturelle Aspekte - gegliederten Forderungskatalogs. Bezogen auf Laboratorien stehen vor allem die Reduzierung der hohen Betreiberkosten infolge extrem hohen Energieverbrauchs und Verbrauchsmaterials aber auch der gesamten Einrichtung im Vordergrund. Natürlich mindern derartige Maßnahmen gleichzeitig das ökologische Risiko. Dabei müssen die Sicherheit und die Arbeitsbedingungen der Labornutzer ebenfalls im Fokus bleiben. Weiterhin sind im Rahmen nachhaltigen Laborbetriebs die speziellen Anforderungen von kreativen und sehr auf Kommunikation angewiesenen wissenschaftlichen Nutzergruppen zu beachten.

Labortechnik: EGNATON e.V.

Hintergrund der Vereinsgründung

Die amerikanische Initiative labs 21 des "International Institut for Sustainable Laboratories", eine Gründung durch die EPA (Environment Protection Agency), wandte sich bereits vor zwei Jahren an den FNLa (Fachnormausschuss Labor), um einen Gesprächspartner in Deutschland zu gewinnen. Allerdings stehen die Inhalte des Anliegens nicht im Fokus der Tätigkeit des FNLa. Auch unter dem Druck, der auf andere Europäische Staaten aufgebaut wurde, haben sich einige Mitglieder der Normungsgremien entschlossen, auf Europäischer Ebene eine Vereinigung zu gründen, die es sich zum Ziel setzt, Europäische Labortechnologien, deren nachweisliches Ziel die Nachhaltigkeit ist, international zu verbreiten.

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Die in Europa eingesetzten Labortechnologien sind gesamthaft hinsichtlich der Nachhaltigkeit weltweit überlegen aber werden nur schlecht vermarktet. Die Beteiligung von universitären und institutionellen Vertretern der Laborwelt und der Industrie, bzw. den Zulieferern und Planern von Laboratorien ist als historisch zu bezeichnen.

Aufgaben und Ziele

• Es gilt, Europäische nachhaltige Labortechnologien weiter zu entwickeln, sie allen Europäischen Ländern in Form von Sammlungen verfügbar zu machen und natürlich international zur Geltung zu bringen.

• Die Mitglieder legen größten Wert auf die Bildung von Netzwerken zwischen allen Beteiligten. Sie wollen das in der Öffentlichkeit gebildete Momentum nutzen, die "Nachhaltigkeit" auch als wesentliche Eigenschaft der Laboratorien durchzusetzen und zu kommunizieren.

• Infolge der Heterogenität und der Vielfalt der Mitgliederstruktur stehen Beratung suchenden Mitgliedern individuelle, auf den Einzelfall abgestimmte Instrumentarien zur Lösung ihrer Probleme zur Verfügung. Sie erfahren Unterstützung bei der Durchführung von Zertifizierungsverfahren zur Nachhaltigkeit und Schulung ihrer Mitarbeiter.

• Der Verein wird sich der internationalen Diskussion stellen, hat Plattformen und Arbeitsgruppen etabliert und fördert mit dem 1. Internationalen Kongress (27.-28. Oktober 2010) in Darmstadt den Wissensaustausch.

• EGNATON setzt auf Empfehlungen und Freiwilligkeit, vermittelt nachhaltige Technologien und zeigt nachhaltige Strategien und Szenarien für den Betrieb der Labors auf.

• Der Verein arbeitet mit dem amerikanischen I2SL /International Institute for Sustainable Laboratories) zusammen.

Arbeitsgruppen

• Jede der bereits existierenden Arbeitsgruppen gibt sich ihre eigene Struktur.

• Treffen ca. 3...4 mal jährlich.

• Ca. 10...20 Teilnehmer aus dem Kreis der Mitglieder, ihrer Organisationen, aber auch mit externen Experten.

• Treffen werden auf der web site www.egnaton.com bekannt gegeben.

"Laborlüftung" (Leitung: Dr. Christoph Heinekamp)

Das Energieeinsparpotenzial ist bei der Laborlüftung am größten. Im Gegensatz zu anderen gewerblichen Gebäudetypen dient die Laborlüftung vor allem der Sicherheit der Nutzer im Zusammenhang mit der Verdünnung gefährlicher Stoffe, die bei Havarien frei gesetzt werden können. Um die Gefährdung zu reduzieren, ist das Arbeiten mit gefährlichen Substanzen generell nur in Abzügen erlaubt. Ein Abzug kann dabei die Energie von bis zu drei Einfamilienhäusern verbrauchen.

Zugleich ist aber für eine effiziente und angenehme Arbeit und dauerhafte Sicherung von Ergebnissen die Verhinderung von Zugluft sehr wichtig. Die Arbeitsgruppe "Laborlüftung" widmet sich technischen Lösungen dieser widersprüchlichen Anforderungen und plant den Anstoß eines Forschungsprojektes zu diesem Thema.

"Zukünftige Laborarchitektur - Flexible Laborlayouts" (Leitung: alternierend; der jeweilige Gastgeber)

Moderne, wissenschaftliche Laborarbeit findet in heterogenen Großgruppen statt, denen Wissenschaftler aus unterschiedlichen Fachgebieten angehören. Ergebnisse können also nur durch intensive Kommunikation gewonnen werden. Dazu muss die Architektur des Gebäudes geeignete Situationen bieten, die ihrerseits wieder eine Herausforderung an die technische Gebäudeausstattung darstellen. Weiterhin ist bekannt, dass häufige Nutzerwechsel hohe Anforderungen an die Änderungsmöglichkeiten stellen, mithin ein modernes Labor flexibel sein muss. Der Verein hat eine Gruppe bekannter und erfahrener Laborarchitekten gebildet, die sich in kreativer ergebnisoffener Form der Thematik annehmen.

"Betreiberkosten" (Leitung: Carles Puig)

Infolge der Anforderungen an Sicherheit, die Laborprozesse, aber auch der Laboreinrichtung und Geräte sind Labors sehr teuer, sowohl hinsichtlich der Erstinvestition, aber vor allem im Betrieb. Eine Arbeitsgruppe wird Empfehlungen für die unterschiedlichen Labortypen erarbeiten, wie laufende Kosten zu senken sind und damit vor allem Europäische Standorte konkurrenzfähig bleiben können.

"Arbeitsbedingungen" (Leitung: Dr. Isabel Perez)

Betreiber stellen ihren Nutzern in der Regel gut ausgerüstete, sichere und demnächst unter Umständen als nachhaltig zertifizierte Labore zur Verfügung. Die Nutzer haben es aber zu einem überwiegenden Teil selbst in der Hand, wie und ob sie nachhaltig arbeiten. Diese Arbeitsgruppe soll ein Reglement für den nachhaltigen Betrieb der Labore erarbeiten.

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