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10 Fragen an Axel Semrau, Axel Semrau GmbH & Co. KG

Was reizt Sie (besonders) an Ihrer jetzigen Tätigkeit?
Mein Aufgabenbereich in meinem Unternehmen hat sich in den letzten Jahren gewandelt. Ich habe eine Organisationsform aufgebaut, die mich immer mehr von operativen Aufgaben des täglichen Geschäftes entlastet hat, und kann mir so die Zeit nehmen, die nachrückende Führungsriege des Unternehmens auszubilden und an der Strategie für die weitere Entwicklung des Unternehmens zu arbeiten. Das entspricht sehr meinem Naturell, ich habe schon immer lieber nach vorne als nach hinten geschaut.

Welche Ziele haben Sie sich bzw. für Ihr Unternehmen in nächster Zeit und für die weitere Zukunft gesetzt?
2005 habe ich eine Entwicklungs-Strategie auf den Weg gebracht, die über den Zeitraum von etwa sechs bis acht Jahren drei Entwicklungsphasen vorsieht. Kern dieser Strategie ist der unbedingte Wille zu ausgezeichneten Kundenbeziehungen und höchster Betreuungsqualität. Dem nachgeordnet sind Stabilitäts- und Wachstumsziele, verbunden mit sehr konkreten Vorstellungen, wie wir das jeweils erreichen wollen.

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Das Porträt: Das Porträt

Wir stehen jetzt am Beginn der zweiten Phase, die wir mit weiterer Verbesserung interner Prozesse einleiten. Dabei soll uns unser QM-System helfen, das wir 2007 implementiert haben und dessen Zertifizierung bei Veröffentlichung dieses Interviews bereits erfolgt ist.

Dazu kommt die sukzessive Umsetzung meiner Pläne zur Unternehmernachfolge. Am Ende dieser drei Entwicklungsphasen sehe ich ein Unternehmen, das über einen hervorragenden Ruf im Markt verfügt und dessen Name populären Markencharakter besitzt. Unsere personelle und finanzielle Situation soll dann so sein, dass wir eigenbestimmt unter allen Optionen für die nächsten Entwicklungsschritte wählen können. Zu diesem Zeitpunkt öffnet sich eine neue Zukunft.

Wo liegen die besonderen Herausforderungen für Sie?
Ich habe es vorher schon angedeutet, ich arbeite an einer Unternehmernachfolge, die vor- sieht, drei meiner leitenden Mitarbeiter, die bereits jetzt in Geschäftsführungs-Positionen berufen sind, mittelfristig zu Mitunternehmern zu machen. Das verlangt viel Einfühlsamkeit nach innen wie nach außen, denn Verantwortlichkeiten müssen delegiert werden, ohne dass dadurch Kontrollverlust entstehen darf. Das ist nicht nur für mich ein spannender, herausfordernder Prozess.

Was halten Sie für Ihre größten Stärken und Schwächen?
Dieses „sich selbst charakterisieren“ ist nicht mein Ding. Aber ich will sagen, worauf ich stolz bin. In meinem Unternehmen existiert und funktioniert ein Wertesystem, das es meinen Mitarbeitern möglich macht, mit Freude und Stolz ihrer Arbeit nachzugehen. Wir nehmen uns gegenseitig auf allen Positionen des Unternehmens ernst und sind so in der Lage, entsprechend auch unsere Kunden zu respektieren. Und dieser Spirit kommt bei unseren Kunden an. Freundlichkeit und Kompetenz der Mitarbeiter sowie unser faires Beratungsverhalten schneiden bei Umfragen immer wieder besonders gut ab.

Wie beurteilen Sie die derzeitige wirtschaftliche Lage in Deutschland?
Ich möchte hier in keine wirtschaftspolitische Diskussion einsteigen, deshalb begnüge ich mich damit, die Lage in unserer Branche einzuschätzen, und die ist eindeutig gut.

Wie wird sich die Wirtschaft in Deutschland entwickeln?
Auch da bin ich für unsere Branche optimistisch. Trotz des ungünstigen Euro-Kurses steht die positive Außenhandelsbilanz. Es entstehen derzeit mehr Außenmärkte, als Wettbewerbsdruck durch diese Märkte zu uns nach Deutschland getragen wird. Deutschland-intern wird nach wie vor viel in Forschung und Entwicklung investiert. Kurzfristig sollte das nicht abreißen, denn mit diesen Investitionen wird die wirtschaftliche Zukunft von Deutschland gesichert.

Was sind die größten Risiken/Risikofaktoren?
Klassische Billiglohn-Länder, die uns bisher mit preiswerter Massenware beliefern und Technologie-Produkte bei uns kaufen, lernen rasch dazu und werden sich selbst zu Technologie-Standorten wandeln. Wir müssen deshalb größte Anstrengungen unternehmen, unseren Bildungs-, Innovations- und Know-how-Vorsprung zu bewahren.

Aus welchen Technologiebereichen kommen die größten Wachstumsimpulse für die Wirtschaft?
Ich denke, die Entwicklung in unserer Branche hängt direkt an der Entwicklung der Ver- und Entsorgung für die wachsende Weltbevölkerung und für die wirtschaftlich/sozialen Veränderungen in den neuen Boom-Regionen dieser Welt. Fortschritte in Medizin, Pharma und Biotechnologie, bei Pflanzenschutz und Lebensmitteln entwickeln sich Hand in Hand mit Fortschritten bei der instrumentellen Analytik. Steigende Produktionsmengen und gestiegene Qualitätsansprüche steigern gleichzeitig die Frequenz und Qualität der Kontrollmessungen. Unser globales Marktvolumen wird auf keinen Fall kleiner werden.

Wo liegen die Märkte der Zukunft?
Auf diese Frage habe ich bei der letzten Frage die Antwort bereits mitgeliefert. Mit der Analytik sind wir auf jeden Fall dabei. Analytik wird nicht weniger, sondern mehr. Natürlich werden die boomenden Entwicklungsmärkte auch in diesen Bereichen schnelleres Wachstum haben als wir hier in Deutschland. Wichtig für Deutschland ist, dass wir weiter diese Märkte mit unseren Technologie-Produkten versorgen. Effizienz wird eine große Rolle spielen. Klein bis nano, selbsterklärend, mit brillanter Software-Unterstützung, den Verbrauch von Lösemitteln und Reagenzien minimierend.

Gibt es sonst noch etwas, was Sie unseren Lesern mitteilen möchten?
Ich denke, dass die Stabilität in der Zusammenarbeit mit meinen Kunden ein gutes Indiz dafür ist, dass gerade kleine und mittlere Unternehmen zu großer Konstanz und Verlässlichkeit in ihren Beziehungen fähig sind und darin große Unternehmen deutlich überflügeln können. Das gilt ebenso für ihre Rolle als Partner ihrer Kunden, wie auch für ihre Rolle als Arbeitgeber. Aus meiner Sicht wird dieser Fakt oft nicht deutlich genug wahrgenommen oder in seiner Wertigkeit unterschätzt. Aber das gilt nicht nur für unsere Branche.

Ansonsten bedanke ich mich bei allen unseren Kunden für lange gute Zusammenarbeit und freue mich auf all die neuen Kunden, die sich zukünftig für Angebote aus meinem Unternehmen entscheiden werden.

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