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9 Fragen an Veit Bürkle, Bürkle GmbH

Was reizt Sie an Ihrer Tätigkeit?
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Die Freiheit und gleichzeitige Verantwortung des Unternehmertums. Schließlich ist der Mittelstand der Jobmotor der deutschen Wirtschaft. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen schaffen neue Arbeitsplätze, bilden junge Menschen aus, so auch bei uns, momentan beschäftigen wir 5 Azubis bei einer Gesamtbelegschaft von 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Gerade in der heutigen Zeit der Bankenkrise ist es beruhigend, ein Unternehmen zu führen, in dem nicht die Banken, sondern der Unternehmer das Sagen hat. Freiheit in den Entscheidungen, sichere Arbeitsplätze und ein hoch motiviertes Team sind die Folge. Und so packen wir jeden Tag gemeinsam die Fragen und Bedürfnisse unserer Kunden beherzt an – das ist ein wichtiger Bestandteil dessen, was mich an meiner Tätigkeit reizt.



Welche Ziele haben Sie sich bzw. für Ihr Unternehmen in nächster Zeit und für die weitere Zukunft gesetzt?
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Ein großes Ziel werden wir in den nächsten Wochen zu Ende bringen. Nachdem unser Verkauf und die Produktion zu Jahresbeginn 2008 in neue Betriebsräume umziehen konnten, folgt jetzt zum Jahresende der Umzug unseres Lagers von Lörrach in das neue Logistikzentrum nach Bad Bellingen. Durch die Zusammenlegung aller Betriebsteile erwarten wir entscheidende Vorteile im Materialfluss und können damit Kosten und Lieferzeiten weiter verringern.


Wir sind Marktführer in manueller Probennahme in Europa. Diese Stellung werden wir konsequent ausbauen, auch und besonders durch neue Technologien, die die Probennahme wesentlich vereinfachen werden.


Was halten Sie für Ihre größten Stärken und Schwächen?
Zu meinen Stärken zählen Kreativität, ständiges Hinterfragen gegebener Situationen, gepaart mit schwäbischer Gründlichkeit und Bescheidenheit. Nicht zuletzt sind aus diesen Eigenschaften viele Produkte zum Nutzen unserer Kunden entstanden. Meine größte Schwäche ist wohl meine Ungeduld.

Wie beurteilen Sie die derzeitige wirtschaftliche Lage in Deutschland?
Ringsum bei befreundeten Unternehmern höre ich große Sorgen, wie die Konjunktur in Deutschland jetzt, nach der Bankenkrise, weitergehen wird. Die Aktieneinbrüche, Gewinnwarnungen und Fließbandstilllegungen in der Automobilindustrie werden direkt in die Zulieferindustrie durchschlagen und indirekt auch in den Markt der Labortechnik. Investitionen in Forschung und Entwicklung und daraus folgende Innovationen sind mehr denn je gefragt.

Wie wird sich die Wirtschaft in Deutschland entwickeln?
Deutschland hat nach wie vor ein großes Plus hinsichtlich der Qualität unserer Produkte, der Dienstleistungen sowie des hohen Ausbildungsstandes unserer Fachkräfte. Qualifizierten Arbeitskräften aus dem Ausland, wie Indien, Polen oder China, wird der Weg in die Bundesrepublik versperrt. Bürokratische Hemmnisse müssen dringend und rasch abgebaut werden. Wir werden sonst im Rennen um die klügsten Köpfe nicht an vorderster Stelle stehen. Doch gerade das ist jetzt, genauso wie verstärkte Investitionen in Aus- und Weiterbildung, das Gebot der Stunde. Nur durch eine wettbewerbsfähige und wachstumsstarke Wirtschaft kann die Bundesrepublik Sicherheit im Konjunkturabschwung und in der Globalisierung erreichen.

Was sind die größten Risiken/Risikofaktoren?
Sicherlich ist die von geldgierigen und skrupellosen Bankern inszenierte Bankenkrise das alles beherrschende Risikothema – und dies wird uns noch lange beschäftigen. Deutschland können wir heute nicht mehr isoliert betrachten. Die Staaten der Welt verschulden sich massiv und wälzen gleichzeitig die Schulden auf die Bürger ab. Somit wird die Bankenkrise zur Staatskrise und einzelne Regierungen werden, trotz ihres gigantischen Engagements in Bürgschaften und Finanzierungen, unfähig die wirtschaftlichen Probleme ihres Landes zu lösen. Kleine Länder wie Island und die Schweiz, letztere mit überdimensioniertem Bankensektor, der nicht durch Staatsgarantien gedeckt ist, droht schlimmstenfalls der Ruin. Das würde dann die gesamte Weltwirtschaft und damit die Wirtschaft in Deutschland nachhaltig negativ beeinflussen.

Aus welchen Technologiebereichen kommen die größten Wachstumsimpulse für die Wirtschaft?
Der massive Preisanstieg des Rohöls muss und wird beantwortet werden. Die Erschließung regenerativer Energien, gepaart mit Technologien zur Energieeinsparung und Energieeffizienz und die Wasserstofftechnologie werden unsere Zukunftsmärkte beeinflussen. Weiter sehe ich in der Biotechnologie, der Nanotechnologie und in Mobilitätskonzepten, wie sie jetzt von Daimler-Benz/Smart mit dem car2go Projekt in Ulm gestartet wurden, erhebliche Wachstumsimpulse.

Wo liegen die Märkte der Zukunft?
Für Bürkle liegen die Zukunftsmärkte in den Bereichen der Qualitäts-/Prozesskontrolle, und im Umweltbereich. Die Märkte in Ost-Europa, im Nahen Osten, in Indien, China und Brasilien werden für uns die Märkte der Zukunft sein.

Gibt es sonst noch etwas, was Sie unseren Lesern mitteilen möchten?
Wie geht es weiter angesichts der Turbulenzen, ja Katastrophen, die wir momentan am Kapitalmarkt erleben müssen? Eine Antwort könnte sein: Stärkung der familiengeführten Unternehmen. Dort zählt nicht ausschließlich das schnelle Geld, der Unternehmer haftet mit seinem eigenen Vermögen und das steckt er nicht in hochriskante Geschäfte. Arbeitsplätze werden nicht wegrationalisiert nach der Ackermann-Methode, die Renditen von mindestens 25 % bringen muss. Der Unternehmer kennt noch jeden Mitarbeiter persönlich und kann sich vorstellen, welche Nöte beim Verlust des Arbeitsplatzes entstehen. Mittelständische Unternehmer halten Kontakt zu den Gemeinden, engagieren sich im sozialen, kulturellen, leider zu selten im politischen Bereich. Unternehmensethik, Verantwortung für das eigene Unternehmen, für Wirtschaft und Gesellschaft sind bei familiengeführten Unternehmen viel besser aufgehoben als bei hoch bezahlten Managern, die nach Fehlleistungen mit Abfindungen und Pensionen üppig ausgestattet werden. Freie Unternehmer dagegen denken weitsichtig über Generationen hinweg, und ich kann es nur begrüßen, wenn junge Leute den Weg in die Selbständigkeit gehen. Bürokratische Hemmnisse und jetzt noch höhere Hürden bei der Beschaffung von Startkapital, hervorgerufen durch die geldgierigen Banker selbst, erschweren nun den Weg in die Selbständigkeit. Hier sollten die verantwortlichen Politiker endlich handeln zum Wohle der deutschen Wirtschaft!

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