EditorialBiotechnologie erzielt Umsatzmilliarde

„Die deutsche Biotechnologie-Branche ist auf einem stabilen Wachstumskurs.“ Dieses Fazit zog Siegfried Bialojan von Ernst & Young bei der Vorstellung des Biotechnologie-Reports 2008 kürzlich in Frankfurt. In diesem Report veröffentlicht die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit Hauptsitz Stuttgart alljährlich wichtige Eckdaten zur Entwicklung der deutschen Biotechnologie. Und die können sich wirklich sehen lassen: So stieg der Umsatz der Branche 2007 um 6 % gegenüber dem Vorjahr auf nunmehr 1003 Mio. Euro. Berücksichtigt man nur die Unternehmen in Privatbesitz, beträgt das Umsatzplus sogar 15 %.

Editorial: Biotechnologie erzielt Umsatzmilliarde

Die Zahl der Biotech-Firmen in Deutschland ging 2007 zwar auf 395 zurück (2006: 403 Firmen). Dennoch beschäftigte die Branche laut Report 4 % mehr Mitarbeiter, nämlich 10160. Rechnet man noch die Mitarbeiter von deutschen Tochterfirmen ausländischer Biotech-Unternehmen hinzu, sind es sogar mehr als 13000.

Mit 16 % Zuwachs auf 980 Mio. Euro wurde auch wieder deutlich mehr in F & E investiert, wobei hier insbesondere der Pharmabereich mit seiner Arzneimittel-Entwicklung hervorzuheben ist. In klinischen Prüfungen der Phasen I, II und III befanden sich 2007 129 Wirkstoffe (Vorjahr 124) und in der Zulassungsphase sechs (Vorjahr zwei). „Zu allen sechs Kandidaten wird eine Entscheidung seitens der Behörden noch in diesem Jahr erwartet“, erläuterte Julia Schüler, Autorin des neuen Biotechnologie-Reports von Ernst & Young. Ihrer Einschätzung nach ist die Branche bei der Produktentwicklung „deutlich vorangekommen“.

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Während im vergangenen Jahr im Biotechnologie-Report noch auf einen Mangel an Risikokapital hingewiesen wurde, hat sich die Situation 2007 wieder entspannt. Das Wirtschaftsprüfungsunternehmen ermittelte hier von 2006 auf 2007 einen Zuwachs um ganze 50 % von 213 auf 319 Mio. Euro. Bei den Sekundärfinanzierungen börsennotierter Unternehmen ist allerdings ein Rückgang zu verzeichnen, und zwar von 220 auf 137 Mio. Euro. Die Eigenkapitalfinanzierung beläuft sich somit auf 456 Mio. Euro – eine Zunahme um 5 % gegenüber 2006.

Zum Vergleich abschließend noch ein Blick auf die Finanzierungssituation der europäischen Biotech-Branche. Hier wurden 2007 5,5 Mrd. Euro Eigenkapital aufgebracht (+18 %) – 1,2 Mrd. Euro davon als Risikokapital (-21 % gegenüber Vorjahr). 0,7 Mrd. entfallen auf Börsengänge (wie Vorjahr) und 3,5 Mrd. auf Sekundärfinanzierungen (+44 %). Börsengänge gab es auf europäischer Ebene im letzten Jahr 22, 2006 waren es noch 33 Firmen. 2007 wagte übrigens kein einziges deutsches Biotech-Unternehmen den Gang an die Börse.

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