EditorialEuropameister

Die Nanotechnologie, lieber LABO- Leser, gilt als Schlüsseltechnologie dieses Jahrhunderts. Ermöglicht sie es doch, neue Werkstoffe und Materialien mit ganz besonderen Eigenschaften zu kreieren. Aus diesen lassen sich zum Beispiel Textilien herstellen, die dank Nanopartikel-Beschichtung extrem wasser- und schmutzabweisend sind. Oder aber superharte, kratzfeste Lacke für den Automobil-Bereich, Lebensmittelverpackungen mit verbesserten Frischhalteeigenschaften und leistungsfähigere Katalysatoren für die Chemische Industrie, um hier nur einige wenige Beispiele zu nennen.

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Editorial: Europameister

Auch die Medizin profitiert bereits von der Nanotechnologie. Bei einer Arzneimitteltherapie etwa bietet sie Möglichkeiten für einen besseren, zielgerichteteren Wirkstofftransport im Körper des Patienten. Und bei den bildgebenden Verfahren, der In-vivo-Diagnostik und der Implantatmedizin bringt die Nanotechnologie ebenfalls neue fortschrittliche Lösungen. Zugegeben: Momentan ist der Umsatz, der mit nanotechnologisch basierten Produkten in der Medizin erzielt wird, noch verschwindend gering. Doch das dürfte sich in den nächsten Jahren gravierend ändern. In einer kürzlich veröffentlichten Studie der Beratungsgesellschaft Ernst & Young heißt es, dass, bezogen auf den Bereich der Medizinprodukte, der Umsatz mit nanotechnologisch geprägten Erzeugnissen in den USA von derzeit 0,4 Prozent auf 18 Prozent im Jahre 2021 ansteigen wird.

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Die erwähnte Studie beleuchtet auch die Rolle Deutschlands im internationalen Vergleich. Und die kann sich wirklich sehen lassen: Weltweit führend sind zwar, wie fast nicht anders zu erwarten, die USA. In Europa allerdings hat Deutschland die Nase vorn, wenn es um die Anzahl der Firmen, Mitarbeiter und Produkte in der medizinischen Nanotechnologie geht. Für Deutschland nennt die Studie 66 entsprechende Unternehmen, für Großbritannien 21, in Frankreich sind es 9 und in der Schweiz immerhin 8. Zum Vergleich: Die USA können 140 solcher Firmen vorweisen. Interessant ist auch ein Blick auf die Anzahl der in dem genannten Bereich bisher entwickelten Produkte. Hier sieht die Rangfolge folgendermaßen aus: USA 67, Deutschland 43, Großbritannien 11 und Frankreich 5 Produkte.

Die Autoren der Studie kommen zu dem Schluss, dass Deutschland in Sachen Nanotechnologie davon profitiert, ein überaus starker Chemie- und Medizintechnik-Standort zu sein. So gebe es hierzulande eine große Zahl hervorragend ausgebildeter Naturwissenschaftler und Ingenieure, die Forschung und Produktentwicklung vorantreiben können.

Bleibt zu hoffen, dass Deutschland angesichts des sich abzeichnenden Fachkräftemangels seinen „Europameister-Titel“ nicht allzu schnell einbüßt.

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