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10.03.2010

Alle bürokratischen Hürden für die Registrierung von Chemikalien aus dem Weg räumen

Die chemische Industrie steht mächtig unter Zeitdruck. Die Umsetzung zweier EU-Verordnungen, die Ende des Jahres nahezu zeitgleich in Kraft treten, beansprucht Tausende von Umweltexperten und anderes Fachpersonal der deutschen Branche: Bis spätestens 30. November 2010 müssen alle Hersteller oder Importeure von chemischen Stoffen, die eine jährliche Produktions- oder Einfuhrmenge von 1.000 oder mehr Tonnen übersteigen, umfangreiche Datensätze an die zuständige Behörde (ECHA) in Helsinki übermitteln. Das verlangt die europäische Chemikalienverordnung REACH. Ohne eine erfolgreiche Registrierung droht ein Herstellungs- bzw. Einfuhrstopp. Gleichzeitig endet im Dezember die Übergangsphase für die GHS-Verordnung. Sie ändert die Kriterien für die Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien in der EU. Dadurch sind umfangreiche Anpassungsmaßnahmen für Verpackung und Transport nötig, die in Deutschland von jedem der rund 1.700 Unternehmen der chemischen Industrie vorzunehmen sind.

"Die Unternehmen tun alles dafür, die beiden Verordnungen sorgfältig und fristgerecht umzusetzen. Allerdings ist das Zeitfenster äußerst knapp bemessen. Vor allem der Abstimmungsbedarf im Registrier­verfahren nach REACH braucht mehr Zeit, als Gesetzgeber und Behörden eingeplant haben. Die EU-Kommission, die Chemikalienagentur ECHA und die Industrie müssen gemeinsam bürokratische Hemmnisse bei der Genehmigungsprozedur identifizieren und möglichst schnell ausräumen", betont Dr. Gerd Romanowski, der im Verband der Chemischen Industrie (VCI) als Geschäftsführer für Wissenschaft,Technik und Umweltfragen zuständig ist.

Die Umsetzung der REACH-Verordnung stellt jedes Chemieunternehmen ¿ vom mittelständischen Betrieb bis zum international aufgestellten Konzern - vor große Herausforderungen. Das Regelwerk ist hochkomplex. Das macht eine Zahl deutlich: Die Anleitungen der ECHA für die Unternehmen zur Erstellung eines Registrierdossiers umfassen rund 3.000 Seiten. Wie enorm groß der Beratungsbedarf zur REACH-Verordnung in der Branche ist, zeigt die Beteiligung an den Informationsveranstaltungen des VCI. Sie finden inzwischen im großen Saal des Kongresszentrums der Messe Frankfurt/Main statt, um allen Interessenten die Teilnahme zu ermöglichen. Auch bei der jüngsten Veranstaltung am 8. März suchten rund Tausend Vertreter aus Mitglieds­unternehmen Rat zu Details und Umsetzungsproblemen der Verordnung. Zusätzlich hat der VCI bereits vor drei Jahren eine eigene Service-Plattform für seine Mitglieder aufgebaut, über die der Chemieverband Hilfestellung in verschiedenster Form für die REACH-Umsetzung gibt. Auf diesem Onlineportal (www.reach.vci.de) findet sich zum Beispiel ein Praxisführer, der gemeinsam mit dem Öko-Institut Freiburg erarbeitet wurde, wie bestimmte Registrierunterlagen zu erstellen sind. Die europäische Chemikalie­nagentur ECHA geht davon aus, dass Hersteller und Importeure EU-weit bis Ende des Jahres rund 25.000 Registrierungsdossiers in Helsinki einreichen werden.

Der VCI vertritt die wirtschaftspolitischen Interessen von rund 1.650 deutschen Chemieunternehmen und deutschen Tochterunternehmen ausländischer Konzerne gegenüber Politik, Behörden, anderen Bereichen der Wirtschaft, der Wissenschaft und den Medien. Der VCI steht für mehr als 90 Prozent der deutschen Chemie. Die Branche setzte 2009 rund 153 Milliarden Euro um und beschäftigte rund 435.000 Mitarbeiter.

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