Labo Online - Analytic, Labortechnik, Life Sciences
Home> Life Sciences> Zell- und Mikrobiologie>

Sepsis: Mathematiker und Mediziner wollen Diagnose und Therapie verbessern

Diagnose und Therapie der SepsisKlaus Tschira Stiftung fördert interdisziplinäres Forschungsprojekt

Jährlich sterben in Deutschland etwa 70 000 Menschen an einer Sepsis, der sogenannten Blutvergiftung. Nach Herz-Kreislauf- und Tumorerkrankungen ist die Sepsis hierzulande die dritthäufigste Todesursache.

Eine computergestützte Früherkennung und neue Therapie-Ansätze zur Bekämpfung der Sepsis sind Ziel des neuen Verbundprojekts SCIDATOS (Scientific Computing for the Improved Diagnosis and Therapy of Sepsis) zwischen dem Interdisziplinären Zentrum für Wissenschaftliches Rechnen (IWR) der Universität Heidelberg und der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin der Universitätsmedizin Mannheim. Die Klaus Tschira Stiftung fördert dieses interdisziplinäre Forschungsprojekt für drei Jahre mit insgesamt rund 3 Mio. Euro.

Eine Sepsis entsteht, wenn der Organismus auf eine massive Infektion durch Bakterien oder Pilze und deren Toxine mit einer komplexen Entzündung reagiert. Sie kann zu Organversagen und Tod führen. Besondere Gefahr besteht für Patienten mit geschwächtem Immunsystem. Mit Hilfe des neuen Forschungsprojekts soll eine Blutvergiftung mit Methoden der Mathematik und Informatik frühzeitig und zuverlässig erkannt werden. Zudem wollen Wissenschaftler und Ärzte gemeinsam neue Therapie-Ansätze entwickeln.

Anzeige
Weitere Beiträge zuDiagnostikSepsisBlutvergiftung

Hierbei setzen sie mathematische Methoden der Verarbeitung und Analyse klinischer Daten ein. Außerdem soll der Entzündungsprozess analysiert, mathematisch modelliert und simuliert werden, um neue dringend benötigte klinische Vorhersage- und Diagnosewerkzeuge zu entwickeln. Zu Projektbeginn müssen unter anderem für medizinische Begriffe und Konzepte geeignete Modelle, Parameter und Algorithmen definiert werden.

Am 18. und 19. Februar startet das SCIDATOS-Projekt in Heidelberg mit einem Kick-Off-Symposium. An dem Symposium werden neben Mitgliedern aus dem Forschungsverbund auch internationale Experten auf dem Gebiet der Sepsis-Forschung teilnehmen.

Kontakt:
Klaus Tschira Stiftung
Renate Ries
E-Mail: renate.ries@klaus-tschira-stiftung.de

IWR der Universität Heidelberg
Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Hans Georg Bock
E-Mail: bock@iwr.uni-heidelberg.de

Weitere Beiträge zum Thema

Wachstumschip

Fraunhofer auf der BIOTECHNICABlutvergiftung – schnellere Analyse von Resistenzen

Bei einer Blutvergiftung greifen Ärzte umgehend zu einem Breitbandantibiotikum. Doch vielfach kann das Medikament den Keimen nichts anhaben. Die Untersuchung auf Antibiotikaresistenzen ist jedoch zeitaufwändig, für viele Patienten kommen die Ergebnisse zu spät.

…mehr
Neuer Line-Probe-Assay: Schneller und gezielter Nachweis von 13 Carbapenemasen

Neuer Line-Probe-AssaySchneller und gezielter Nachweis von 13 Carbapenemasen

Das gewöhnlich in gramnegativen Bakterien aus der Familie der Enterobacteriaceae vorkommende Enzym NDM-1, das auch ß-Laktam-Antibiotika zerstört, hat vor gut fünf Jahren auch in Europa ein erstes Todesopfer gefordert.

…mehr

Zika-Virus-DiagnostikErste kommerzielle Antikörper-Tests jetzt verfügbar

Die Euroimmun AG aus Lübeck, Hersteller von Reagenzien und Automaten für die medizinische Labordiagnostik, hat das weltweit erste Komplett-Paket für den serologischen Nachweis von Zika-Virus-Infektionen entwickelt. Bei den Tests handelt es sich um ELISA und Immunfluoreszenztests, mit denen spezifische Antikörper (IgM, IgG) gegen das Virus im Blut infizierter Patienten untersucht werden können.

…mehr
Mäuselunge

Schimmelpilzinfektion in der LungeBildgebende Methode zeigt Befall

Sie sind winzig klein, überall in der Luft und jeder von uns atmet sie täglich ein: Sporen des Schimmelpilzes Aspergillus fumigatus. Gesunden Menschen bereitet das keine Probleme, die körpereigene Immunabwehr tötet die Eindringlinge.

…mehr
Neues Diagnoseverfahren: Erregernachweis mit Lichtdoppelbrechung

Neues DiagnoseverfahrenErregernachweis mit Lichtdoppelbrechung

ETH-Forscher um Raffaele Mezzenga haben ein neues Diagnoseverfahren entwickelt. Dieses beruht auf der Lichtdoppelbrechung und speziellen Lipid-Trägersubstanzen. Mit diesem Verfahren könnten Ärzte weltweit einfach, rasch und zuverlässig Malaria, Ebola oder auch HIV nachweisen.

…mehr

Neue Stellenanzeigen