Sicherheitstechnik beim MAX IV in Schweden

Dezentrale Lagerung von Gefahrstoffen im Labor

Der Autor beschreibt, wie beim Röntgenforschungslabor MAX IV in Schweden Gefahrstoffe dezentral gelagert werden.

Das Röntgenforschungslabor MAX IV im schwedischen Lund. © MAX IV

Gefahrstoffe sind im Labor unvermeidbar – Gefahren aber können auf ein Minimum reduziert werden. Dazu trägt zum Beispiel die passende Lagerung bei: Entweder zentral, in einem Lagerraum oder im Außenlager, oder dezentral in einem Sicherheitsschrank direkt im Arbeitsraum. Großes Augenmerk auf die Sicherheit legt das schwedische Laboratorium MAX IV mit Sitz in Lund – ein echtes Schwergewicht in der Branche. Denn inklusive seiner vier Chemie-Labore umfasst es circa 53 000 Quadratmeter. Um lange Laufwege zu minimieren und die Sicherheit für Mitarbeiter und Umwelt zu gewährleisten, greift das schwedische Forschungszentrum zu Typ 90 Gefahrstoffschränken von Asecos und damit zur dezentralen Lagermöglichkeit von Gefahrstoffen.

Das Laboratorium Max IV zählt zu einem der weltweit leistungsstärksten und modernsten Forschungseinrichtungen im Bereich der Röntgenstrahlforschung mit einer Spezialisierung auf Synchrotron-Strahlung und steht Wissenschaftlern aus aller Welt für Experimente zur Verfügung. Der Anwendungsbereich des intensiven Röntgenlichts ist breit gefächert und spielt von Disziplinen wie der Chemie, Physik und Biologie bis hin zur Medizin eine wichtige Rolle als Forschungsinstrument. Diese Bandbreite zeigt sich auch im Laboratorium MAX IV, wo Wissenschaftler das Unsichtbare sichtbar machen, um wirksamere Antibiotika, bessere Katalysatoren und effizientere Batterien zu entwickeln. 

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So variantenreich wie die Forschungsprojekte sind auch die Gefahrstoffe, die hier verwendet und gelagert werden. Darunter Säuren und Laugen, Klebstoffe sowie diverse Gase und brennbare Flüssigkeiten – die Liste ist lang. Außerdem werden regelmäßig und häufig Flüssigkeiten wie Ethanol und Aceton für Reinigungszwecke verwendet. Für die Bereitstellung, Überwachung und vor allem, um höchste Sicherheitsstandards über alle Forscherteams und Projekte hinweg einzuhalten, besitzt das MAX IV ein mehrköpfiges Sicherheitsteam.

Umfangreiches Sicherheitskonzept

Die zur sicheren Lagerung eingesetzten Gefahrstoffschränke von Asecos sind Teil eines umfassenden Schutzkonzeptes, wie Marcin Bielawski berichtet. Er ist einer der Sicherheitsbeauftragten des MAX IV, die für die Einhaltung der Vorschriften und entsprechenden Schutzmaßnahmen sorgen. „Als eines der leistungsstärksten Einrichtungen für Röntgenstrahlforschung ist es uns wichtig, unseren Mitarbeitern und Besuchern die höchste Sicherheitsstufe zu bieten. Im Bereich Gefahrstofflagerung heißt das: Sicherheitsschränke nach Europäischen Standard 14470“, erklärt Marcin.

Sicher gelagert im Arbeitsumfeld sind auch gefährliche Stoffe im Labor schnell verfügbar: Hier der Sicherheitsschrank Q-Line von Asecos im Praxiseinsatz. © Asecos

Die in der Norm festgelegten Typklassen reichen bis zu 90 Minuten Feuerwiderstandsfähigkeit. Damit bieten Typ 90-Sicherheitsschränke ein vergleichbares Brandschutzniveau zu Lagerräumen bei deutlich mehr Flexibilität und Kostenersparnis. Die Entscheidung zwischen den in Schweden gesetzlich vorgeschriebenen 30 Minuten und den möglichen 90 Minuten Feuerwiderstandsfähigkeit fiel bei Marcin klar auf den höchstmöglichen Standard: „Aus meiner Sicht gibt es kein Argument für einen Typ 30-Sicherheitsschrank. Denn im Brandfall geben weitere 60 Minuten der Feuerwehr wertvolle Zeit, um Lösch- und Evakuierungsmaßnahmen durchzuführen. Zudem ist der Wert unserer Ausrüstung von unschätzbarem Wert und jede Ausfallzeit oder Beschädigung wäre verheerend.“

Zentrale vs. dezentrale Lagerung

Der Unterschied zwischen zentraler und dezentraler Lagerung ist der Aufbewahrungsort der Gefahrstoffe. Bei einem zentralen System lagern beispielsweise alle benötigten Druckgasbehälter an einem fest definierten Ort im Gebäude oder Außenbereich. Ein Rohrleitungsnetz sorgt für die Gaszufuhr an die entsprechenden Verbraucherstellen. Andere Gefahrstoffe holen die Mitarbeiter aus dem zentralen Lager an ihren Arbeitsplatz. Im Gegensatz dazu sind bei einer dezentralen Lagerung einzelne Versorgungseinheiten in unmittelbarer Nähe zum Arbeitsplatz aufgestellt. Beide Systeme haben Vor- und Nachteile: Eine zentrale Lagerung ermöglicht eine einfache Bestandsüberwachung und eine größere Lagerkapazität. (Anmerkung: Die Kapazitäten von Lagerräumen sind nicht unerschöpflich. Es gelten die Einschränkungen nach TRGS 510 10.3 (5), (8).) Sicherheitsschränke haben vergleichsweise weniger Kapazität, können jedoch direkt in Arbeitsplatznähe aufgestellt werden. So ist eine Überwachung des Gefahrstoffvorrates bequem im Arbeitsraum möglich. Und bei Gasen sind die Rohrleitungen zur Entnahmestelle extrem kurz. Das spart Materialkosten und minimiert das Leckagerisiko.

Vorteile der dezentralen Lagerung sind zudem die hohe Flexibilität und unkomplizierte Anpassung an wechselnde Nutzungsanforderungen. Werden Arbeitsbereiche umstrukturiert, ein Anbau hinzugefügt oder steht ein Umzug in neue Räumlichkeiten an, ist die Mitnahme von Sicherheitsschränken möglich.

Dezentrale Lagerung im MAX IV

„Der Vorteil von Schränken ist, dass jeder einzelne individuell als Lagerraum zählt“, so Sicherheitsbeauftragter Marcin Bielawski. So könnten Gase, brennbare Flüssigkeiten oder Säuren und Laugen im jeweiligen Sicherheitsschrank direkt nebeneinander platziert werden.

AUTOR
Sven Sievers
Bereichsleiter
Produktmanagement & -entwicklung
Asecos GmbH
www.asecos.com

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Lagerung von GefahrstoffenArten der Lagerung und Informationen zur Lagerung im Sicherheitsschrank

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