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Vorbeugende Maßnahmen schützen

Gefahrstoffe sicher handhaben und lagern

Vorbeugende Maßnahmen schützen Labormitarbeitende beim Umgang mit Gefahrstoffen. Eine Gefährdungsbeurteilung ist wichtig, um geeignete Sicherheits- und Schutzmaßnahmen auszuwählen, wie persönliche Schutzausrüstung, Einrichtungen und Kennzeichnung. Damit diese richtig genutzt werden, müssen regelmäßige Schulungen durchgeführt werden.

Von großer Bedeutung bei der täglichen Laborarbeit ist die sichere Lagerung von Gefahrstoffen und der sichere Umgang mit ihnen. Um den Arbeitsschutz aller Mitarbeitenden zu gewährleisten, ist es nötig, sich intensiv mit der richtigen Bereitstellung der Stoffe auseinanderzusetzen. Dabei helfen unter anderem auch die Kennzeichnungen auf Gefahrstoffen. Sie machen deutlich, welche Gefahren von den Gefahrstoffen ausgehen können und was jeweils für das sichere Lagern zu beachten ist. Spezielle Lösungen, wie Sicherheitsschränke zur Aufbewahrung, basieren auf besonderer Fachkenntnis über die Eigenschaften der Gefahrstoffe sowie deren nutzungsbezogene Besonderheiten und dienen dem Schutz und der Laborsicherheit.

Alle Labormitarbeitende müssen die Gefahren, die von den verwendeten Stoffen ausgehen, kennen und mit dem richtigen Umgang und den geeigneten Schutzmaßnahmen vertraut sein. © asecos

Der Umgang mit Gefahrstoffen, also Stoffen oder Zubereitungen mit gefährlichen Eigenschaften für Mensch und Umwelt, gehört in Laboratorien zum Arbeitsalltag. Umso wichtiger ist daher, sich immer wieder mit den Gefahren auseinanderzusetzen, die der Umgang mit Gefahrstoffen und auch eine womöglich unsachgemäße Lagerung mit sich bringen. Folgende Fragen sollten sich Arbeitgeber und auch Sicherheitsbeauftragte in Unternehmen regelmäßig stellen: 

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  • Kenne ich die aktuellen gesetzlichen Regelungen für Gefahrstoffe?
  • Wende ich diese an?
  • Erfülle ich meine Fürsorgepflicht gegenüber Menschen und Umwelt?
  • Lagere ich Gefahrstoffe in meinem Betrieb vorschriftenkonform?

Um Mitarbeitende bestmöglich zu schützen, müssen Unternehmen diverse Schutzmaßnahmen einhalten. Neben Schutzkleidung und sicheren Arbeitstechniken ist besonders die sachgemäße und gesetzeskonforme Lagerung von Gefahrstoffen wichtig. Ein Schadensfall kann abgesehen vom gesundheitlichen Schaden von Personen auch zu Produktionsausfällen, hohen Instandsetzungskosten sowie einem langfristigen Imageschaden führen. Zudem kann der Versicherungsschutz in Frage stehen.

Bei der Lagerung von Gefahrstoffen sind eine Vielzahl von Vorschriften zu beachten: Dazu gehören internationale Verordnungen und Richtlinien, nationale Gesetze und Verordnungen mit den dazugehörenden Technischen Regeln, Vorschriften der Berufsgenossenschaften sowie internationale und nationale Normen. Auch die Kennzeichnung der Gefahrstoffe hilft beim sicheren Umgang. Sie wurde durch das „Globally harmonized system for classification and labelling of chemicals“, kurz GHS-System, weltweit vereinheitlicht und in Europa durch die CLP-Verordnung umgesetzt. Das System ist seit 2012 für Einzelstoffe und seit 2015 für Stoffgemische für alle Länder verbindlich und kennzeichnet Gefahrstoffe mit einem oder mehreren GHS-Gefahrenpiktogrammen.

Verantwortung auf Arbeitgeberseite

Die im Arbeitsschutzgesetz geforderte Gefährdungsbeurteilung ist zu einem zentralen Instrument geworden, mit der sich Defizite bei der Lagerung von Gefahrstoffen aufdecken und entsprechende Maßnahmen ableiten lassen. Vor dem Umgang mit Gefahrstoffen ist der Arbeitgeber/die Arbeitgeberin verpflichtet, zuerst eine Gefährdungsbeurteilung vorzunehmen und im Anschluss daran die erforderlichen Schutzmaßnahmen zu treffen. Es handelt sich um eine systematische Ermittlung und Bewertung relevanter Gefährdungen. Grundlage ist eine Beurteilung der mit den Tätigkeiten verbundenen inhalativen (durch Einatmen), dermalen (durch Hautkontakt), physikalisch-chemischen (Brand- und Explosionsgefahren) und sonstigen durch Gefahrstoffe bedingten Gefährdungen. Die Gefährdungsbeurteilung muss in regelmäßigen Abständen oder aus gegebenem Anlass überprüft, schriftlich dokumentiert und ggf. aktualisiert werden.

Lagerung von Gefahrstoffen in Arbeitsräumen

Bei der Lagerung von Gefahrstoffen in Arbeitsräumen ist in erster Linie das Minimierungs- und Substitutionsgebot der Gefahrstoffverordnung zu berücksichtigen: Es muss stets darauf geachtet werden, dass Gefahrstoffe nur in der zum Fortschritt der Arbeiten notwendigen Menge vorgehalten werden. Zusätzlich müssen – wo möglich – gefährliche Stoffe durch weniger kritische ersetzt werden. Des Weiteren dürfen Gefahrstoffe grundsätzlich nicht an solchen Orten gelagert werden, an denen dies zu einer Gefährdung der Beschäftigten führen kann. Eine Lagerung von Gefahrstoffen darf in Arbeitsräumen oberhalb der festgelegten Mengengrenzen ausschließlich in besonderen Einrichtungen wie Typ-90-Sicherheitsschränken nach DIN EN 14470-1 erfolgen. Eine Besonderheit ist hier: Sicherheitsschränke mit einer Feuerwiderstandsfähigkeit von 90 Minuten sind einem brandgeschützten F90-Lagerraum gleichgestellt.

Bei der Entscheidung für das zum Betrieb passende Sicherheitskonzept ist es wichtig, die Schutzziele konsequent im Blick zu behalten und die Wirksamkeit der Schutzfunktionen sicherzustellen. Viele Funktionen greifen ineinander und für den Gefährdungsfall zählt jede Sekunde, die für Rettungsmaßnahmen genutzt werden kann. Eine wichtige Rolle kommt auch dem Zusammenspiel von Menschen und Technik zu. Wer z. B. weiß, wie der Sicherheitsschrank funktioniert, kann im Gefahrenfall entsprechend reagieren.

Gefahrenpotenzial durch Routine

Eine besondere Gefahr geht auch von der Routine aus. Während sie im Arbeitsalltag meist zu effizienterer Arbeit beiträgt, nimmt das potenzielle Risiko im Zusammenhang mit Gefahrstoffen deutlich zu – vor allem beim täglichen Gebrauch ohne Zwischenfälle. Daher sind neben Fachkenntnissen auch wiederkehrende Sicherheitsschulungen für Mitarbeitende notwendig. Sie helfen, die Aufmerksamkeit für das Gefahrenpotenzial zu wahren und dem Gewöhnungsfaktor entgegenzuwirken.

AUTOR
Dipl.-Ing. Sven Sievers
Bereichsleiter Produktmanagement & -entwicklung
asecos GmbH, Gründau
Tel.: 06051/9220-0
info@asecos.comwww.asecos.com

Analytica: Halle B2, Stand 111

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1.0 MB
Sicherer Umgang mit GefahrstoffenWas stets zu beachten ist
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