Gefahrstofflagerung

Gefahrstofflagerung - effektiv und effizient

Gefahrstoffe müssen sicher und gesetzeskonform aufbewahrt werden. Denn bei unsachgemäßer Lagerung können weitreichende Folgen für Mensch und Umwelt entstehen – bis hin zu Bränden oder Explosionen. Für das jeweilige Labor gilt es, die effizienteste Lösung zu finden. Wie kann Lagervolumen im Labor effektiv und effizient ausgenutzt werden und dabei optimale Sicherheit gewährleistet werden?

Sobald Gefahrstoffe ihren sicheren Lagerort verlassen, steigt das Risikopotenzial. Deshalb sollten bei der Arbeit mit Gefahrstoffen Wege so kurz wie möglich gehalten werden. Empfohlen wird häufig die gesetzeskonforme Lagerung in entsprechenden Sicherheitsschränken direkt am Arbeitsplatz. Der Bedarf steht so jederzeit griffbereit zur Verfügung.

Die EU-Norm 14470 definiert die Anforderungen hinsichtlich Konstruktion und Feuerwiderstandsfähigkeit für Sicherheitsschränke zur Lagerung brennbarer Flüssigkeiten und Druckgase in Arbeitsräumen. Wesentlich ist hier festgelegt, dass ein Sicherheitsschrank Schutz bieten muss, indem er das Brandrisiko bei der Lagerung brennbarer Flüssigkeiten minimiert bzw. bei einem Brand den Inhalt für eine festgelegte Mindestzeitspanne vor den Flammen schützt. Beispielsweise bietet ein Schrank vom Typ 90 mindestens eineinhalb Stunden Widerstandsfähigkeit gegen Flammen und Hitze. Und wer einmal die rasante Ausbreitung eines Brandes erlebt hat, der weiß, wie kostbar jede Sekunde ist. Ferner soll ein Schrank Leckagen im Inneren zurückhalten und entstehende Gase sollen bei Bedarf über einen Anschluss an eine technische Entlüftung abgesaugt werden.

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Welcher Gefahrstoffschrank ist der Richtige?

Es gibt nicht nur eine Art von Sicherheitsschrank, sondern spezielle Ausführungen zur Lagerung von Säuren oder Laugen, feuerwiderstandsfähige Schränke für brennbare Flüssigkeiten oder Gase wie auch Kombischränke. "Welcher Sicherheitsschrank der richtige ist, hängt davon ab, was in welchen Mengen im jeweiligen Labor gelagert werden soll", erläutert Sven Sievers, Bereichsleiter Innovation & Produktmanagement von asecos. In einer Bedarfsanalyse mit dem Experten wird vor der Anschaffung erst einmal geklärt, welche Schränke in welcher individuellen Ausführung für das jeweilige Labor die richtige Lösung sind.

Allerdings werden die Gefahrstoffe in der Praxis nicht immer ordnungsgemäß gelagert. "Im Betriebsalltag beobachten wir häufig, dass Typ-90-Sicherheitsschränke für brennbare Flüssigkeiten auch für die Lagerung kleinerer Mengen von Laugen und Säuren genutzt werden. Das sind aber aggressive Gefahrstoffe, die bei der metallischen Standardinnenausstattung der Sicherheitsschränken für brennbare Flüssigkeiten zu Korrosionserscheinungen führen können", beschreibt Sievers einen der häufigen Alltagsfehler bei der Gefahrstofflagerung. Die aggressiven Dämpfe der Säuren oder Laugen greifen das Metall an, Rost entsteht. So verkürzt sich nicht nur die Lebensdauer des Sicherheitsschrankes, sondern auch die Schutzfunktion wird eingeschränkt. Etwa kann die Dichtheit der Auffangwannen beeinträchtigt werden. Die Gefahr, dass Leckagen nicht ordnungsgemäß aufgefangen werden, wächst. "Wir haben auf diese Beobachtung reagiert und deshalb eine neue, metallfreie Sonderinnenausstattung für Sicherheitsschränke entwickelt. Auch wenn aus Platz- oder Kostengründen kleine Mengen aggressiver Gefahrstoffe darin gelagert werden, bleibt Funktion und Schutzleistung der Typ-90-Schränke vollständig erhalten", so Sievers weiter. Der gesamte, von den aggressiven Dämpfen erreichbare Innenraum besteht bei dieser Variante aus nicht-korrosiven Stoffen und macht die Inneneinrichtung damit säuren- und laugenresistent. asecos empfiehlt, Säuren und Laugen in separaten Lagereinheiten (z.B. in einer Chemikalien-Box) aufzubewahren, da gefährliche Dampfgemische entstehen können. Bei großen Mengen aggressiver Gefahrstoffe soll die Aufbewahrung in speziellen Säure-Laugen-Schränken erfolgen. In jedem Fall ist eine technische Entlüftung mit mindestens 30-fachem Luftwechsel in Sicherheitsschränken empfehlenswert.

Kurze Wege heißt geringes Risiko

Es reicht bei der Bedarfsanalyse nicht aus, nur zu bedenken, welche Gefahrstoffe gelagert werden sollen. Gleich, wie viele oder wenige Quadratmeter Laborarbeitsplatz einzurichten sind - es sollte genügend gesetzeskonformer Stauraum geschaffen werden. Die technische Ausrüstung muss sich dabei für eine effiziente Lagerung an die räumlichen Gegebenheiten optimal anpassen. Auch die räumlichen Gegebenheiten müssen individuell berücksichtigt werden. Große Anbieter wie asecos aus Gründau bieten serienmäßig Sicherheitsschränke in unterschiedlichsten Größen an und sind auch bei der Ausstattung flexibel.

Ein Beispiel dafür ist die Frage, wie Nischen optimal ausgenutzt werden können, um noch mehr sicheren Stauraum zu bieten. Unter den für die Laborausstattung geplanten Laborabzügen oder Gefahrstoffarbeitsplätzen kann man mit Unterbauschränken genau diesen gesetzeskonformen Stauraum schaffen. Flüssigkeiten, die nicht nur leicht entzündlich oder brandfördernd, sondern im Brandfall auch hochgradig explosiv sind, werden in diesen Typ-90-Sicherheitsschränken gesetzeskonform gelagert. Um jede Nische auszunutzen, bietet der Gründauer Experte für Gefahrstofflagerung serienmäßig verschiedene Größen an – mit Lösungen für fast jede Laborsituation. Sollte ein Unterbauschrank in ganz besonderen Abmessungen gefordert sein, können Maßanfertigungen hergestellt werden, die natürlich vor Auslieferung eigens im Brandkammertest auf ihre Sicherheit hin geprüft werden.

Effizienz, Ergonomie und Design

Ein Blick auf die Details eines Schranks lohnt sich. Was auf den ersten Blick wie Luxus erscheint, ist gut durchdacht eine sinnvolle Verbesserung der Sicherheit. "Der beste Sicherheitsschrank kann nicht vor den Gefahren schützen, die bei falscher Bedienung auftreten. asecos bietet viele technische Details, die Gefahren bereits im Voraus vermeiden", so Sven Sievers. Etwa verhindern selbsttätige Türschließmechanismen, dass Schranktüren über längere Zeit offen stehen und so Verkehrswege behindern oder die technische Entlüftung im Schrank unwirksam machen. Relevant sind ebenso unkomplizierte und sichere Entnahme sowie Einlagerung von gefährlichen Stoffen.

Wie leichtgängig Schranktüren sind, spielt eine große Rolle, wenn eine oder beide Hände einen Behälter mit Chemikalien fest umschließen. Das Abstellen oder Wechseln von einer in die andere Hand bringt Unsicherheiten mit sich. Die Wahl der Schranktür kann aber auch bei engen Wegen im Labor helfen Platz zu sparen, z.B mit Falttüren.

Die hohen Anforderungen an einen sicheren Arbeitsplatz im Labor orientieren sich an sehr individuellen Bedürfnissen und Gegebenheiten. Neben der Frage, was wie sicher gelagert werden kann, sind bei der Laborplanung unbedingt die technischen Details zu beachten, welche Sicherheits-schränke bieten. Alles zusammen betrachtet, ist bei der Gefahrstofflagerung auf dem heutigen Stand der Technik viel möglich. Was aber individuell sinnvoll ist, sollte gut durchdacht sein und mit einem Experten ermittelt werden.

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