Deutschland setzt weltweit Maßstäbe

Gefahrstofflagerung international

Die Bedeutung von Sicherheitstechnik zur Gefahrstofflagerung Made in Germany mit ihren innovativen Produktneu- und -weiterentwicklungen nimmt weltweit zu. In den Laboren ist die direkte Lagerung von Gefahrstoffen am Arbeitsplatz ein Kriterium für Effizienz – in Sachen Platz und in Sachen Einsparen von Versorgungswegen.

In Deutschland ist die dezentrale Lagerung der unterschiedlichen Chemikalienklassen mit hohem Gefährdungspotenzial heute Stand der Technik. Das gilt auch für weite Teile Europas und belegt die hohen Sicherheitsmaßstäbe. asecos, Europas führender Experte im Bereich Sicherheit und Umweltschutz im Umgang mit Gefahrstoffen, setzt sein Know-how aus Forschung und Entwicklung nicht nur in Deutschland und Europa, sondern weltweit ein.

Der regelmäßige Umgang mit Gefahrstoffen lässt die Gefahr, die von ihnen ausgeht, zum ständigen Begleiter werden. In Deutschland ist die Lagerung der Gefahrstoffe streng geregelt. Ob die Gefahrstoffverordnung oder die technischen Regeln für Gefahrstoffe, hier wird genauestens beschrieben, wie bei Handling und Lagerung von Gefahrstoffen vorzugehen ist.

Die Firma asecos entwickelte 1994 den ersten Sicherheitsschrank mit 90 Minuten Feuerwiderstandsfähigkeit. Damals eine Revolution gehört diese Entwicklung inzwischen zum weit verbreiteten Standard in vielen Ländern Europas. Heute werden solche Sicherheitsschränke zur Lagerung von entzündbaren Flüssigkeiten mit einer Feuerwiderstandfähigkeit von bis zu 90 Minuten in der europäischen Norm EN 14470-1 beschrieben. Notwendige Baumusterprüfungen muss der Hersteller von einer unabhängigen Materialprüfungsanstalt durchführen lassen.

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asecos Erdbebenschrank mit Verankerungen im Gehäuse.

Die Produktnorm DIN EN 14470-1 beschreibt Kriterien für die Bauweise und Beschaffenheit des Sicherheitsschrankes, wie z.B. die Selbstschließung der Türen im Brandfall, die automatische Auslösung der Brandschutzventile im Bereich der vorgeschriebenen Zu- und Abluftanschlüsse oder die Anforderungen an die Feuerwiderstandsfähigkeit des Schrankes.

Sicherheitsschränke werden dabei, je nach Konstruktionsweise und in Verbindung mit einer erfolgreichen Brandprüfung, in die Typklassen 15, 30, 60 oder 90 eingeteilt. Die Typklasse beschreibt die Zeitspanne, in der im Brandfall im Innenraum des Schrankes keine Temperaturerhöhung um mehr als 180 °C stattfindet. In dieser Zeit können Rettungskräfte gefahrlos arbeiten und die Mitarbeiter aus den Gefahrenzonen gebracht werden.

Andere Länder, andere Sitten
Diese Redewendung gilt auch bei der Lagerung von Gefahrstoffen. Während sich in Deutschland, Österreich und der Schweiz oder z.B. auch in den Niederlanden bereits vor Jahren der 90-Minuten-Standard als Stand der Technik durchgesetzt hat, gibt es in großen Teilen der Welt auch völlig andere Ansätze und Konzepte für die Gefahrstoff-lagerung.

Säure-Laugen-Schrank mit Außenschließanlage und speziellem Aufkleberkonzept.

In Amerika beispielsweise macht einer der weltweit größten Sachversicherer – FM Global – über seinen Unternehmenszweig FM Approvals Empfehlungen für den Einsatz von Brandschutzprodukten, die nach eigenen Richtlinien entwickelt und geprüft werden. Ein Sicherheitsschrank muss nach FM-Standard 6050 so beschaffen sein, dass bei einem Brand die Innentemperatur des Schrankes über die Dauer von lediglich 10 Minuten nicht über 163 °C ansteigt. Dies gilt dort zum Beispiel in Verbindung mit einer Sprinkler-Anlage als ausreichend, um notwendige Evakuierungsmaßnahmen einzuleiten. Zwischen FM-Standard 6050 und den Anforderungen nach DIN EN 14470-1 gibt es somit gravierende Unterschiede.

Der FM-Standard findet heute in vielen Ländern Anwendung. Um international erfolgreich zu sein, ist es für Hersteller von Sicherheitsschränken wichtig, länderspezifische Standards zu kennen, zu beachten und entsprechend geprüfte Produkte bereit zu stellen. Trotzdem werden auch heute noch unzählige nicht-brandgeschützte Stahlblechschränke völlig ohne Zulassung zur Lagerung von entzündbaren Flüssigkeiten genutzt.

Aufklärung und Sensibilisierung
Die Geschichte des Typ-90-Schrankes, der die Norm in Deutschland und Europa revolutionieren konnte, zeigt, dass Aufklärung und stetes Arbeiten an mehr Sicherheit sich in einem höheren Sicherheitsverständnis bzw. Gefährdungsbewusstsein auszahlen. Die Firma asecos hat es sich zur Aufgabe gemacht, nicht nur innerhalb der eigenen Landesgrenzen, sondern auch international Aufklärungsarbeit zum Thema „Gefahrstofflagerung und -handling“ zu leisten und möchte somit in anderen Ländern Menschen, die täglich mit Gefahrstoffen arbeiten, sensibilisieren, da zum Beispiel ein Blechschrank im Brandfall keinen ausreichenden Schutz bietet, um mögliche Rettungs- oder Evakuierungsmaßnahmen einleiten zu können.

Ein 80 Zentimeter hoher Unterbauschrank mit Feuerwiderstandfähigkeit von 90 Minuten und speziellem Aufkleberkonzept.

Dies geschieht z.B. über gezielte Experimental-Vorträge mit Gefahrstoff-Kleinmengen im Unternehmen des Anwenders. Hautnah, aber in sicherem Abstand, werden mit spannenden Experimenten Verpuffungen, Explosionen und andere chemische Reaktionen gezeigt, zu denen es bei Unachtsamkeit beim Arbeiten mit Gefahrstoffen kommen kann.

Neben dieser Sensibilisierung der Mitarbeiter spielt die Anpassung der Produkte an die länderspezifischen Märkte eine große Rolle. asecos arbeitet hier mit Fachhändlern in den jeweiligen Ländern zusammen.

Innovation zu Land und zu Wasser
In Japan zum Beispiel wurde in Kooperation mit einem führenden Labormöbelhersteller ein erdbebensicherer Gefahrstoffschrank entwickelt. Dieser Schrank ist so konstruiert, dass er durch ein integriertes Stahlgerüst, welches an den Seiten des Schrankes montiert und dann an der Gebäudewand verankert wird, einem Erdbeben der Stärke vier standhalten kann. Der asecos Erdbebenschrank wurde hierzu zusätzlich zur Brandprüfung von einem unabhängigen Institut erfolgreich auf seine Erdbebensicherheit geprüft.

Spezielle Anforderungen hatte auch ein australischer Fachhändler, welcher für Universitätslabore in Australien und Neuseeland Unterbauschränke entwickeln ließ. Abweichend vom asecos-Standard sind diese Modelle 20 cm höher als die Basisausführung der Unterbauschränke und ermöglichen so die Lagerung besonderer Laborglasgebinde auf zwei übereinanderliegenden Lagerebenen. Trotzdem passen sie unter herkömmliche Laborarbeitsflächen.

Parallel zu mehreren brandgeschützten Modellen wurden auch größengleiche Säuren- und Laugenunterbauschränke entwickelt. Diese besitzen – abweichend vom Standard – eine automatische Türschließanlage an der Außenseite des Schrankes, da dies in Australien so gefordert ist.

Doch nicht nur an Land kümmert sich asecos um die sichere Lagerung von Gefahrstoffen, denn auch an Bord von Kreuzfahrtschiffen kommen Gefahrstoffe zum Einsatz. Ob Fettlöser im Maschinenraum oder Reinigungs- und Desinfektionsmittel im Spa-Bereich: Große Mengen an Gefahrstoffen müssen sicher an Bord des Schiffes verstaut werden und sollen gleichzeitig möglichst nah bei der Verwendungsstelle gelagert sein. Mittlerweile wird der Einsatz von EN-Sicherheitsschränken in Passagierbereichen sogar in der International Convention for the Safety of Lifes at the Sea (SOLAS-05) empfohlen.

Um diese Stoffe jedoch auch bei Wellengang sicher unterbringen zu können und den Mitarbeitern des Schiffes trotzdem einen schnellen Zugang zu den benötigten Mitteln zu verschaffen, werden die betreffenden Sicherheitsschränke durch spezielle Befestigungen an der Schiffsbordwand gegen Kippen gesichert. asecos bietet hier DIN EN 14470-1-Schränke, welche zusätzlich dem FM-Standard entsprechen und NFPA-30- (Schutzmaßnahmen der National Fire Protection Association) konform sind.

Derzeit besitzt asecos über 40 Marken-, Gebrauchs- und Geschmacksmusterrechte und investiert jährlich hohe Summen in Forschung und Entwicklung.

Auch zukünftig wird asecos trotz weiterer Internationalisierung dem Produktionsstandort Deutschland treu bleiben, denn das Unternehmen steht für Herstellerkompetenz und höchste Qualität Made in Germany.

Sven Sievers ist Bereichsleiter Produktmanagement bei der asecos GmbH

Sven Sievers ist Bereichsleiter Produktmanagement bei der asecos GmbH, dem europäischen Marktführer für EN Sicherheitsschränke. Nach abgeschlossenem Studium arbeitete Sievers ab 2000 als Architekt, bevor er 2004 zu asecos kam. Seit 2008 ist er als Bereichsleiter Produktmanagement für Ideengebung und Design von Produkten zur sicheren Gefahrstofflagerung und seit 2011 auch für das Marketing von asecos verantwortlich.


Deutsche Gesetze und Vorschriften
Wer mit Gefahrstoffen zu tun hat, muss gut informiert sein. Eine Reihe von deutschen Vorschriften, Gesetzen, Richtlinien und Verordnungen regelt den Umgang mit den gefährlichen Stoffen. Kennen sollte man:

  • Die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV).
  • Das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG).
  • Die Gefahrstoffverordnung (GefStoffV).
  • Die Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS).
  • Die Arbeitsstättenverordnung (ArbStattV).
  • Das Chemikaliengesetz (ChemG).

Die aufgeführten Beispiele sind nur einige der Regeln, die der Gesetzgeber zum Umgang mit Gefahrstoffen vorgibt. Wichtige Informationen sind u.a. kostenfrei nachzulesen unter www.asecos.com.

Einen guten Überblick über Gefahrstoffe, Gesetze sowie Tipps zu Lagerung, Umgang und Entsorgung von Gefahrstoffen bietet auch die Gefahrstoffbroschüre von asecos. Das Nachschlagewerk fasst alle in der Betriebspraxis benötigten Informationen kompakt und verständlich aufbereitet zusammen. In der Neuauflage von 2013 findet sich eine ausführliche Betrachtung der TRGS 510 "Lagerung von Gefahrstoffen in ortsbeweglichen Behältern" (2013) sowie umfangreich ergänzte Informationen zur TRBS 3145/TRGS 725 "Ortsbewegliche Druckgasbehälter - Füllen, Bereithalten, innerbetriebliche Beförderung, Entleeren" (Ausgabe 2013).

Die Broschüre kann angefordert werden unter www.asecos.com/gefahrstoffbroschuere.


Europäische Norm EN 14470-1
Seit dem Jahr 2004 gibt eine europaweite Norm die Kriterien für Sicherheitsschränke vor, welche in Laboratorien zur Lagerung von brennbaren Flüssigkeiten (in geschlossenen Behältnissen bei normaler Raumtemperatur) eingesetzt werden.
Ziel dieser Norm ist es, im Brandfall eine bekannte Zeitspanne zur Verfügung zu haben, in der die Mitarbeiter evakuiert werden und die Rettungskräfte gefahrlos handeln können.

Die Sicherheitsanforderungen an die Schränke sind im Wesentlichen folgende:

  1. Minimierung des Brandrisikos im Zusammenhang mit der Lagerung von brennbaren Stoffen und Schutz des Schrankinhaltes im Brandfall über eine bekannte (geprüfte) Mindestzeitspanne.
  2. Minimierung der an die Arbeitsumgebung abgegebenen Dämpfe.
  3. Mögliche Leckagen werden sicher im Schrankinneren zurück gehalten.

Die vollständige Version der Norm ist erhältlich beim Deutschen Institut für Normung e.V. unter www.din.de oder direkt beim Beuth Verlag unter www.beuth.de.

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