Gefahrstoffe am Arbeitsplatz

Risiko Routine

Wer in der täglichen Arbeit regelmäßig mit Stoffen unterschiedlicher Gefahrstoffklassen hantiert, dem sind sie ständige Begleiter. Die Gefährlichkeit kann bei versiertem Gebrauch in den Hintergrund treten. Das potenzielle Risiko nimmt – paradoxerweise – sogar noch einmal deutlich zu, je routinierter und erfahrener man im Umgang mit gefährlichen Stoffen ist. Regelmäßige Schulungen helfen, die Aufmerksamkeit für das Gefahrenpotenzial zu wahren und dem Gewöhnungsfaktor entgegen zu wirken.

Der Gesetzgeber kennt das Risiko, das in der Gewöhnung durch Routine im Umgang mit Gefahrstoffen steckt. Er verpflichtet im Arbeitsschutzgesetz §12 jeden Arbeitgeber zu regelmäßigen theoretischen Schulungen für seine Mitarbeiter, sobald wiederkehrend mit Gefahrstoffen gearbeitet wird. Da die Chemikalien und Substanzen bei falscher Handhabung brandfördernd, korrosiv, umweltgefährlich oder gar giftig wirken können, müssen die Mitarbeiter stets wissen, womit sie es bei der Arbeit zu tun haben und auch die geeigneten Schutzmaßnahmen parat haben, zum Beispiel wenn es um persönliche Schutzkleidung, aber auch um Einhaltung von Lagervorschriften geht.

Knall, Peng, Puff – Weckruf für mehr Sicherheit
Um der besonderen Gefahr durch Routine entgegenzuwirken, setzt asecos, ein europäischer Marktführer für EN-geprüfte Sicherheitsschränke, auf Veranschaulichung. Ergän-zend zu den gesetzlich vorgeschriebenen Theorieschulungen können sogenannte Experimentalvorträge für Gefahren in konkreten Arbeitssituationen sensibilisieren, um das Empfinden für Risiken bei allen Mitarbeitern wach zu halten. Die Vorträge wurden von asecos zusammen mit Experten der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BGRCI) entwickelt, um in Labor, Werkstatt und Industrie die Risiken zu veranschaulichen und praxisnah auf die oft mehrmals täglich notwendigen vorsorglichen Maßnahmen auf- merksam zu machen.

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Die Zuhörer werden sensibilisiert, durch sachgerechten und sorgfältigen Umgang unerwünschte Reaktionen zu vermeiden. Schon kleinste Mengen an zündfähigen Gefahrstoffen und ein Funke reichen aus, um Kettenreaktionen auszulösen, die oft nicht mehr kontrollierbar sind.

Gefahrstoffe am Arbeitsplatz - Risiko Routine

Dass Aufmerksamkeit im Zuge der Arbeitsroutine abnimmt, geschieht nach und nach. Auch wenn Verantwortungsbewusstsein, Sorgfalt und Geschicklichkeit für die Arbeitsabläufe im Labor wichtig sind, genau hier – bei der oft unbemerkt eintretenden Gewöhnung – setzen die sogenannten Experimentalvorträge an.

„Gerade bei erfahrenen Mitarbeitern schleicht sich häufig eine unsachgemäße Handhabung von Gefahrstoffen ein: Ein offenes Gebinde hier, eine falsche Lagerung dort, und schnell kommt noch weitere Unachtsamkeit hinzu. Man hat sich eben einfach daran gewöhnt, dass schon alles reibungslos läuft“, erklärt Thomas Pietschmann*), BDSF-Sachverständiger und Experimentalvortrag-Referent. „Um die Mitarbeiter, bildlich gesprochen, wieder wachzurütteln, fahren wir in die Betriebe und Labore. Wir zeigen live, welche ungewollten Reaktionen im Arbeitsalltag in Form von offenen Gebinden und Co. lauern – und wie unversehens und schnell etwas passieren kann. Einige Teilnehmer berichteten, seitdem würden sie die Gebinde sogar manchmal zweimal drehen – sicher ist sicher. Und genau das will ich auch erreichen: Die nachhaltige Aufmerksamkeit für die Gefahr.“

Die Vorträge finden direkt im Betrieb, in der Regel im Kreis von circa 20 Personen oder auch in größerem Rahmen auf Messen statt. Vorab müssen die Räumlichkeiten natürlich auf Eignung geprüft werden, zum Beispiel in Bezug auf den Brandschutz. Denn: Scheinbar völlig unerwartet treten helle, laute und flammende Reaktionen der Stoffe auf. Das Lernziel liegt auf der Hand: Die visuelle Verdeutlichung der Gefahren anhand von Fällen, die täglich in jedem Labor passieren könnten.

Gefahren praxisnah vermitteln
Tatsächlich können alle der im Mini-Format vorgeführten Staub-Explosionen, Verpuffungen, Kleinbrände und exothermen Reaktionen in der Praxis genauso passieren – dann jedoch in bedeutend größeren Dimensionen.

Gefahrstoffschrank

Auf die entzündbaren oder explosiven Stoffe, die für die verschiedenen Arbeitsprozesse notwendig sind, kann das Labor nicht verzichten. Möglich ist jedoch, diese Stoffe umsichtig zu handhaben und sachgerecht zu lagern. Um das sicherzustellen, ist Verständnis für Ursache und Wirkung, vor allem bei den Mitarbeitern, wichtig. Theoretisches Wissen nachhaltig in den Köpfen zu verankern und den Sicherheitsbedarf bzw. das Gefährdungspotenzial immer wieder bewusst zu machen, das ist die Idee, die den Experimentalvorträgen von asecos zu Grunde liegt.

Alle relevanten Themen, die mit Gefahrstoffen zusammenhängen, werden vermittelt: Was ist überhaupt ein Gefahrstoff? Welche gesetzlichen Vorschriften müssen beachtet werden (siehe Tabelle Seite 34)? Welche Gefahren können durch falschen Einsatz und unsachgemäße Lagerung von Gefahrstoffen entstehen? Oder auch: Welche Präventivmaßnahmen kann und muss man ergreifen, um Sicherheit zu gewährleisten? „Wichtig ist, dass die Teilnehmer am Ball bleiben. Ich versuche beispielsweise weniger in die theoretische Tiefe zu gehen, wenn die Zuhörer sowieso schon gut Bescheid wissen. Lieber zeige ich ihnen dann ein Beispiel mehr aus dem Alltag“, betont Pietschmann die individuelle Ausrichtung der Vorträge auf den Bedarf.

Anhand von Kleinstmengen gebräuchlicher Gefahrstoffe wird demonstriert, wie leicht Brände, Verpuffungen und andere Reaktionen entstehen können. Oft reichen schon ein paar Tropfen aus, um verheerende Kettenreaktionen in Gang zu setzen. Dazu gehören ganz alltägliche Dinge. Eines der Experimente zeigt, wie schnell durch einen falschen Mülleimer ein Brand entstehen kann, wenn etwa unterschiedliche Materialien und Stoffe zusammen in einen Eimer aus Kunststoff geworfen werden – anstelle eines zugelassenen Entsorgungsbehälters aus Stahl mit Deckel und Lüftungsöffnungen am Bodenrand. Und dabei bedarf es nicht einmal eines Funken. Denn alleine durch chemische Reaktionen kommt es zu einem Brand, sobald zum Beispiel Stoffe stark exotherm miteinander reagieren.

Sei es durch Unachtsamkeit oder Unwissenheit, ein alltäglicher Handgriff kann im Umgang mit Gefahrstoffen erschreckende Folgen haben. Ein weiteres Experiment macht anschaulich, wie leicht man geringe Mengen unterschätzen kann, die durch Verdunstung zum gefährlichen entzündbaren Gas-Luft-Gemisch werden können.

Wer mit Gefahrstoffen zu tun hat, sollte eine Gefährdungsbeurteilung erstellen und ein Gefahrstoffverzeichnis anlegen. Beides sind gesetzliche Forderungen, die in der Praxis nicht wichtig genug genommen werden können. Denn der Umgang mit und natürlich auch die Lagerung von Gefahrstoffen ist immer gefährlich.

Live-Experimentalvorträge auf der ACHEMA
Live-Experimentalvorträge finden am 17. und 18. Juni auf der ACHEMA in Frankfurt statt: Auch 2015 ist das Unternehmen asecos wieder auf dieser Messe vertreten. Vom 15. bis 19. Juni präsentiert es in Halle 4.1, Stand A77 Innovationen rund um sichere Gefahrstofflagerung und -handling von entzündbaren Flüssigkeiten und Druckgasflaschen.

Nähere Infos und Eintrittskarten für die ACHEMA kann man über die Homepage http://www.asecos.com –> Messen und Events, anfordern.

Sven Sievers ist Bereichsleiter Produktmanagement bei der asecos GmbH.

Sven Sievers ist Bereichsleiter Produktmanagement bei der asecos GmbH. Nach abgeschlossenem Studium arbeitete Sven Sievers ab 2000 als Architekt. Seit 2008 ist er als Bereichsleiter Produktmanagement für Ideengebung und Design von Produkten zur sicheren Gefahrstofflagerung und seit 2011 auch für das Marketing von asecos zuständig.

Thomas Pietschmann

Thomas Pietschmann hat 15 Jahre Erfahrung im Bereich sicherer Gefahrstoff-lagerung. Bei asecos ist er Fachbereichsleiter Katalogfachhandel + Verbände für Deutschland. Als BDSF-Sachverständiger (Bundesverband Deutscher Sachverständiger und Fachgutachter e.V.) berät er seit vielen Jahren Kunden zu diesem Thema vor Ort. Auch schult er Mitarbeiter in Unternehmen, die mit Gefahrstoffen arbeiten. So hat er bis heute im Rahmen von diversen Schulungs- und Seminarveranstaltungen bereits über 500 Fachvorträge zum Thema gesetzeskonforme Lagerung und Handling von Gefahrstoffen gehalten.

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