Arbeitsschutz

Gefahrstoffe direkt am Arbeitsplatz

Der moderne Sicherheitsschrank für brennbare Flüssigkeiten

Sicherheitsschränke zur Lagerung von Gefahrstoffen direkt am Arbeitsplatz als Alternative zur zentralen Lagerung in einem festen Gefahrstofflager gestalten die Arbeitsplätze im Labor neu. Hinter dieser Entwicklung steht in Deutschland höchstes technisches Konstruktions-Know-how sowie damit Schritt haltende Normen und Sicherheitsstandards.

Sicherheitsschränke machen die Lagerung benötigter Chemikalien direkt am Arbeitsplatz möglich. (Bilder: asecos)

1984 entstand eine erste deutsche Norm für Sicherheitsschränke zur Lagerung von brennbaren Flüssigkeiten (DIN 12925-1). Auf deren Grundlage wurde zu Beginn des 21. Jahrhunderts in enger Zusammenarbeit der nationalen Normungsgremien in einem Arbeitskreis des CEN (Europäisches Komitee für Standardisierung) ein erster Entwurf für eine gemeinsame europäische Version erarbeitet, welcher im April 2004 als Norm EN 14470-1 veröffentlicht und Mitte 2004 als DIN EN 14470-1 in deutsches Recht überführt wurde. Seitdem wird die Feuerwiderstandsfähigkeit eines Sicherheitsschrankes in Typklassen angegeben. Je nach seiner Ausführung kann er eine Typklassifizierung von Typ 15 bis hin zu Typ 90 erreichen, was einer Feuerwiderstandsfähigkeit von mindestens 90 Minuten entspricht – eine Feuerbeständigkeit, die vor 20 Jahren noch als revolutionär galt.

Schutzziele eines Sicherheitsschrankes

Charakteristik eines Schrankes, aus dem brennbare Flüssigkeiten ohne weite Wege für die täglichen Verrichtungen entnommen werden können, ist es vor Gefährdung zu schützen. Die Funktionen im Einzelnen sind:

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  • Bei einem Brand soll keine zusätzliche Gefährdung durch den Inhalt des Sicherheitsschrankes entstehen.
  • Minimierung des Brandrisikos im Zusammenhang mit der Lagerung von brennbaren Stoffen und Schutz des Inhaltes der Schränke im Brandfall über eine geprüfte Mindestzeitspanne.
  • Die in die Arbeitsumgebung abgegebenen Dämpfe sollen minimiert werden.
  • Mögliche Leckagen sollen im Inneren der Schränke zurückgehalten werden.
  • Im Brandfall sollen sie genügend Zeit für die Belegschaft eines Unternehmens verschaffen, um den Raum zu verlassen.
  • Den Feuerwehrleuten soll ausreichend Zeit gegeben werden, in das Labor hineinzugelangen, bevor durch die gelagerten brennbaren Stoffe aus einem kleineren, löschbaren ein unkontrollierbarer Brand wird.
  • Sie sollen Schutz vor Umweltschäden bieten, für die seit 2007 der Verursacher auch gegenüber dem Staat haftet.

Doch über das Schutzziel hinaus gibt es zahlreiche weitere Anforderungen, die ein Anwender heute an einen Sicherheitsschrank stellen kann.

Typgerecht in mehrfacher Hinsicht

Heute gibt es eine große Modellvielfalt. Verschieden breite und hohe Schränke sowie Unterbauschränke sind verfügbar. Auch Sonderanfertigungen für spezielle Anwendungen sind keine Seltenheit mehr. Die Vielfalt erlaubt es dem Entscheider, das optimale Lagervolumen zu wählen, je nachdem was und wie viel gelagert werden soll. Der Sicherheitsschrank „Made in Germany“ überzeugt durch Verarbeitungsqualität, Robustheit und Langlebigkeit, was Siegel und Dokumentationen bescheinigen: Ein geprüfter Typ-90-Sicherheitsschrank bringt eine lückenlose Zulassungsdokumentation mit sowie den Prüfbericht für die Baumusterprüfung gemäß EN 14470-1, welche die Feuerwiderstandsklasse bezeugt. Im optimalen Fall ist das Schrankmodell zusätzlich GS-geprüft. Im Rahmen dieser freiwilligen Zertifizierung wird der Schranktyp nochmals zusätzlich getestet, z.B. auf Verletzungsrisiken. Aber auch Dauerfunktionstests wie das Durchführen von 50000 Türschließungen muss der Schrank bestehen, um das begehrte Siegel zu erhalten. Wer die harten Prüfkriterien besteht, überzeugt durch hohe Qualität.

Ergonomisch und flexibel

Die Entwicklungen bei den Herstellern rücken neben den technischen Möglichkeiten auch mehr und mehr die Anwenderfreundlichkeit in den Fokus. Mittlerweile gibt es die verschiedensten Innenausstattungsvarianten, die die Lagermöglichkeiten an die genutzten Gebindegrößen anpassen. Zum Beispiel kann hinsichtlich der Höhe der Fächer oder durch die Nutzung von platzsparenden Vollauszügen individuell gewählt werden. Sogar das Material für die Innenausstattung steht inzwischen zur Wahl. Sobald mit den brennbaren Flüssigkeiten auch geringe Mengen an aggressiven Chemikalien gelagert werden sollen, kann auf z.B. metallfreie Innenausstattung zurückgegriffen werden, die der Korrosion standhält. Zusätzliche Flexibilität erreichen die Schränke durch Zubehör wie unterfahrbare Sockel zum Einbringen und Umplatzieren oder technische Entlüftung durch Umluftfilteraufsätze. Die Handhabung durch den Nutzer erleichtern intelligenter werdende Technik und ergonomische Konstruktionen. Die Türsysteme sind leichtgängiger geworden für den Anwender. Modernste Systeme bieten sogar Automatismen zum Öffnen und Schließen der Türen, so dass der Anwender wenig bis gar nicht manuell eingreifen braucht, sondern sich ausschließlich auf die Lagerung konzentrieren kann.

Dienstleistung inbegriffen

Kundenservice wird groß geschrieben. Dienstleistungen rücken in den Vordergrund. Speziell geschulte Service-Abteilungen kümmern sich um die Instandhaltung der Sicherheitsschränke vor Ort. Denn die ist Pflicht. Geändert hat sich dabei im Laufe der Zeit, dass nicht mehr das Labor selbst sich um regelmäßige Wartungen bemühen muss. So erleichtern zum Beispiel Erinnerungsdienste die Holschuld des Labors, da sie die Zuständigen automatisch an die anstehenden Prüfungen erinnern, sobald die Prüfplakette aus der letzten Instandhaltung ihre Gültigkeit verliert. Rundum sorglos geht es seit diesem Jahr für Nutzer, die die neuen Mietpakete für Sicherheitsschränke wählen. Hier ist die umfassende Betreuung vom Fachmann im Dienstleistungspaket inbegriffen.

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