Europäische Chemikalienverordnung REACH

Start von Phase 3

Die chemischen Industrie hat einen weiteren Meilenstein bei der Umsetzung der europäischen Chemikalienverordnung erreicht. Darauf wies der Verband der Chemischen Industrie (VCI) jetzt hin. Bis Ende Mai mussten alle Stoffe mit Herstellungs- und Importmengen von 100...1000 Tonnen pro Jahr bei der europäischen Chemikalienagentur ECHA (European Chemicals Agency)in Helsinki registriert worden sein.

Dr. Gerd Romanowski, VCI-Geschäftsführer für Wissenschaft, Technik und Umwelt: „Die Arbeitslast für die Unternehmen und der Zeitdruck waren in der zweiten Registrierungsphase von REACH besonders für den Mittelstand enorm. Bei der gemeinsamen Einreichung von Stoffdaten haben deutsche Betriebe erneut eine Führungsrolle übernommen. Knapp jedes vierte Registrierungsdossier stammt bisher aus Deutschland. Das zeigt, wie ernst die Betriebe hierzulande ihre Verantwortung nehmen.“ Seit dem Beginn der REACH-Umsetzung wurden bisher mehr als 32 000 Registrierungen für fast 6500 verschiedene Stoffe aus ganz Europa bei der ECHA eingereicht. Davon kamen bislang mehr als 8000 Registrierungen für mehr als 3500 verschiedene Stoffe aus Deutschland.

REACH erlaubt den Chemieunternehmen weiterhin keine Pause. Die Betriebe müssen nun zügig die Arbeit für die Registrierungen der dritten Phase starten und bis 31. Mai 2018 Spezialchemikalien und kostensensible Stoffe mit jährlichen Herstellungs- und Importmengen von 1...100 Tonnen bei der ECHA registrieren.

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Romanowski: „Die Registrierungskosten bei Chemikalien mit kleinen Herstellungsmengen sind im Verhältnis zum jeweiligen Umsatz relativ hoch.“ Für die weitere REACH-Umsetzung fordert der VCI-Geschäftsführer daher mehr Unterstützung für kleine und mittlere Unternehmen. Er knüpft dabei an eine Warnung der EU-Komission an, dass die REACH-Folgen für KMU abgemildert werden müssten. Zum gleichen Ergebnis kam eine Untersuchung des Nationalen Normenkontrollrats (NKR) in Deutschland. „Die Chemie-Mittelständler benötigen direkte Ansprechpartner bei der Chemikalienagentur (ECHA). Außerdem sind vereinfachte, auf das kleinere Mengenband zugeschnittene Informationen und Einreichungsmöglichkeiten nötig - zum Beispiel in Form einer Online-Registrierung“, fordert Romanowski.

Ein weiterer schwieriger Punkt sei die Kommunikation in der Produktkette mit dem erweiterten Sicherheitsdatenblatt. In mehreren von der EU-Kommission in Auftrag gegebenen Studien habe sich gezeigt, dass diese Sicherheitsdatenblätter als zu umfangreich und zu unverständlich betrachtet werden. „Industrie und Behörden sollten gemeinsam das weitere Vorgehen abstimmen. Es muss primär darum gehen, das Procedere beim Sicherheitsdatenblatt zu vereinfachen und zu harmonisieren, um es auch für KMU handhabbar zu machen“, so der VCI-Geschäftsführer.

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