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Der HPLC-Tipp im Juli

Die "Kleinen" im Juli

Dr. Stavros Kromidas, Saarbrücken

Auch in diesem Monat wollen wir uns mit kleinen Tipps beschäftigen.

Licht als "Troublemaker"

  • Bei einem Hersteller ist das Gehäuse des Autosamplers UV-Licht-durchlässig, beim anderen nicht. Ein Labor, in dem das erste Gerät steht, übernimmt nun eine Methode - was könnte passieren? Manch eine lichtempfindliche Substanz zersetzt sich. Ergebnis:  Doppelpeaks.
  • LED-Licht (z.B. an Leisten) enthält u.a. auch Blau-Anteile, dadurch kann z.B. Chrom VI zu Chrom III reduziert werden. Denken Sie bitte auch daran, dass sichtbares Licht grüne Anteile enthält. Um Substanzen nun von Licht zu schützen, werden braune Vials  verwendet. Das ist sinnvoll - aber:

1. Für die Braunfärbung wird Fe2O3 eingesetzt. Es kann passieren, dass mancher Analyt durch Komplexierung an der Vial-Oberfläche adsorbiert wird, Ergebnis: Memoryeffekt/ mangelnde Reproduzierbarkeit der Peakfläche.
2. Mit Dichlormethan entsteht Phosgen. Ergebnis: Geisterpeaks.

Peakfläche nicht okay
Die Ursachen für dieses Problem sind nahezu unzählig; heute möchte ich auf zwei eher seltene(?) eingehen:

  • Beim Methodentransfer von Labor 1 zu Labor 2 wurde festgestellt, dass bei allen bis auf einen Peak die richtige Peakfläche gefunden wurde, besagter Peak wies eine signifikant kleinere Fläche auf. Ursache: In Labor 2 war eine kleinere Referenzwellenlänge beim DAD eingestellt gewesen.
  • Wenn recht flüchtige Lösungsmittel zum Auflösen der Probe und/oder vorgeschlitzte Septen verwendet werden, sollte man schon mit einem gekühlten Autosampler arbeiten. So weit, so gut. Wenn bei der Injektion ein Vakuum entsteht oder beim Beladen des Racks die Probenlösung die untere Seite des Septums berührt, kann je nach Substanz bei z.B. 8-12 °C Kristallbildung erfolgen, jener verlorene Anteil führt zu einem systematischen Fehler bei der quantitativen Bestimmung.

Zu dieser Problematik sei nachfolgend ein ähnlich gelagerter Fall stichwortartig geschildert: Mehrere Vials mit unterschiedlicher  Konzentration, dreifache Injektion aus jedem Vial, es sollte eine Kalibriergerade aufgenommen werden. Das Vial mit der  konzentriertesten Lösung machte Probleme: Erste Injektion hat gepasst, nachher jedoch merklicher Überbefund. Die Werte aus den  Vials davor und danach lagen alle hervorragend auf der Geraden. Mögliche Erklärung: In dem Moment, wo die Nadel in das Septum  hinein sticht, entstehen Kristallisationspunkte (z.B. winzige Ausfransungen). Wegen der hohen Konzentration kann es sein, dass die  Lösung dort auskristallisiert. Ergebnis: Überbefund durch Quasi-Verschleppung. Man könnte nun dazu geneigt sein, durch ordentliches Durchschütteln kurz vor der Injektion das Problem lösen zu wollen. Das dürfte jedoch eher kontraproduktiv sein, weil dadurch weitere  Probe auskristallisieren könnte. Am besten, man achtet in solchen Fällen darauf, dass keine Berührung zwischen Probenlösung und Septum stattfindet. Auch wäre hier eine Schüttelapparatur stets dem Vortex vorzuziehen!

Rauschen unterdrücken
Elektronisches Rauschen kann recht unangenehm sein; sollten Sie die Ursache nicht finden können, bleibt als Ausweg nur eine Linderung des Problems: Ein Passivmagnet (etwas größer als bei PCs üblich) um das Kabel zwischen Detektor und PC verhindert Kriechströme und folglich elektronisches Rauschen. Übrigens sind solche Passivmagnete wesentlich günstiger als Netzentstörfilter, mancher Hersteller liefert sie mit den Geräten einfach mit (z.B. Shimadzu).

Verbesserung von Peakform und Empfindlichkeit

  • Setzen Sie der Probenlösung etwas Ammoniumacetat zu.
  • Denken Sie daran: Etwas Pentafluorpropionsäure (z.B. 0,4 ml/1000 ml Eluent) ist ein interessanter Modifier.
  • Wenn Sie "nur" einen sauren Eluenten unterhalb ca. pH = 3, aber nicht unbedingt Puffer brauchen, denken Sie an Schwefelsäure, Methansulfonsäure oder Sulfaminsäure als mögliche Alternative zu Phosphorsäure, für die LC/MS-Kopplung natürlich TFA oder  Ameisensäure.

 

© by Stavros Kromidas
www.kromidas.de

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