Interview mit CEM-Gründer Dr. Michael Collins

Pionier in der Mikrowellen-Labortechnik

LABO hatte die Gelegenheit, auf der analytica in München mit Dr. Michael Collins zu sprechen. Collins ist Hauptgeschäftsführer und Mitbegründer der Firma CEM, die das erste Mikrowellengerät für die Analysentechnik gebaut hat. Heute gilt das Unternehmen als Vorreiter und Marktführer in Sachen Mikrowellentechnik für das Labor.

Dr. Michael Collins

LABO: Dr. Collins, an Ihrem Messestand befindet sich ein Schild mit dem Aufdruck "CEM, Pionier und Marktführer in der Mikrowellen-Labortechnik". Was bedeutet dieser Slogan?

Dr. Collins: Mitte der 70er Jahre haben ein Elektroniker, ein Maschinenbauer und ich als Chemiker das erste Mikrowellen-Analysegerät gebaut. Der Firmenname CEM steht also für unsere Berufe. In den folgenden Jahrzehnten wurden bis heute immer neue innovative Mikrowellensysteme für die drei Geschäftsbereiche Instrumentelle Analytik, Prozesskontrolle und Chemische Synthese/Biochemie entwickelt. Wir waren also Vorreiter und Pioniere bei der Nutzung von Mikrowellenenergie für die unterschiedlichen Bedürfnisse im Labor. Deshalb halten wir alle wichtigen Patente und haben die wesentlichen Technologien entwickelt, was sich auch in der Vergabe von zahlreichen Preisen für die neuartigen Produkte wiederspiegelt.

LABO: Wie stellt sich Ihre Marktführerschaft auf dem Gebiet der Mikrowellen-Labortechnik dar?

Dr. Collins: Weltweit sind mehr als 30000 Mikrowellenlaborgeräte der CEM im Einsatz. Hunderte Patente sichern den innovativen Vorsprung in der Mikrowellentechnologie. Unsere direkten Niederlassungen erstrecken sich von Japan über Italien, Frankreich, England, Deutschland bis in die USA. Zudem gibt es Spezialisten in den wichtigen Industrienationen zur Unterstützung der lokalen Händler. Heute ist CEM weltweit mit über 350 Mikrowellen-Experten tätig, u.a. auch im europäischen Zentrum in Kamp-Lintfort am Niederrhein. Vertrieb, Service, Applikationserarbeitung, Schulungen, Forschung und Entwicklung für den deutschen, österreichischen, schweizerischen und europäischen Raum sind hier die Tätigkeitsschwerpunkte.

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CEM als High-Tech-Anbieter analytischer Mikrowellentechnologie sieht sich besonders in der Pflicht, die kompetente Beratung seiner Kunden sicherzustellen. "Vertrieb" bedeutet bei uns nicht allein "verkaufen", und dieser Zielstellung folgend, ist die CEM-Vertriebsstruktur auf Beratung, Training und Service ausgerichtet. In Deutschland, der Schweiz und Österreich sorgen Außenbüros für eine flächendeckende Kundenbetreuung. Hier arbeiten Mitarbeiter, die praktische Erfahrungen aus allen Anwendungsbereichen mitbringen und bei allen Fragen hilfreich an der Seite der Kunden stehen.

LABO: Für welche Fragestellungen haben Sie Gerätelösungen entwickelt?

Dr. Collins: Alle unsere Produkte lassen sich in die drei Geschäftsbereiche Analytik, Produktionskontrolle sowie Synthese/Biochemie unterteilen. Hierzu gehören Produkte für Mikrowellen-Aufschluss und Mikrowellen-Synthese, Feuchte-Bestimmer und schnelle Muffelöfen, auch zur Bestimmung des Sulfataschegehaltes. Des Weiteren Geräte zur Fettbestimmung, Mikrowellen-Trockenschrank, Systeme zur Festphasen-Peptid-Synthese, für die Hydrolyse beziehungsweise Proteinhydrolyse. Unsere Geräte ermöglichen Derivatisierungsreaktionen für die GC., § 64 Schnellmethoden für die Lebensmittelanaltik wie Weibull-Stoldt, Bindegewebs-Eiweiß (Hydroxyprolin) in Fleisch und Wurstwaren etc, Proteomics, enzymatischer Verdau, Mikrowellenbeschleunigte Lösemittel-Extraktion (MASE), Proteinbestimmung und Speziation.

LABO: Wie sehen Sie die zukünftige Entwicklung für Ihre Firma?

Dr. Collins: Wir arbeiten an der stetigen Weiterentwicklung unserer Mikrowellengeräte. Hierbei stehen besonders die einfachere Bedienung und stetig steigende Leistungsfähigkeit der Geräte im Vordergrund, um neue Anwendungsgebiete zu erschließen. So haben wir für die kommenden Monate noch einige interessante Produktvorstellungen in Planung.

Darüber hinaus leitet mein Sohn Jonathan Collins die Abteilung zur Entwicklung von neuen Geschäftsfeldern. Hier werden aktuelle und zukünftige Fragestellungen aufgegriffen und Lösungsansätze entwickelt, die dann anschließend zur Marktreife geführt werden.

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