Labo Online - Analytic, Labortechnik, Life Sciences

analytica-NeuheitTumormarker schnell und sicher nachweisen

analytica-Neuheit: Tumormarker schnell und sicher nachweisen

Im Blut wimmelt es nur so von Proteinen. Nicht einfach, hier spezielle Tumormarker zu finden, die auf eine Krebserkrankung hindeuten. Eine neue Methode erlaubt jetzt die Diagnostik in einem einzigen Schritt. Auf der analytica vom 1. bis 4. April in München stellen Wissenschaftler ein neues Analysengerät vor (Halle A1, Stand 530).

sep
sep
sep
sep

Gutartige Geschwulst oder Krebs? Tumormarker im Blut helfen, diese Frage zu beantworten: Leidet der Patient an einem Tumor, schüttet dieser verstärkt Marker aus - es handelt sich dabei um spezielle Proteine. Eine erhöhte Konzentration im Blut ist für den Arzt ein Hinweis auf die Erkrankung. Allerdings ist es bisher recht aufwändig, die Marker nachzuweisen. Denn im Blut tummeln sich allerhand Moleküle und Proteine. Um einzelne aufzuspüren, müssen die Mediziner das Blut in mehreren Arbeitsschritten reinigen und dann die gesuchten Marker von den übrigen Molekülen trennen.

Künftig wird es schneller gehen: Forscher der Projektgruppe für Automatisierung in der Medizin und Biotechnologie PAMB des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA in Mannheim haben eine One-Step-Analyse entwickelt: "Unser Ziel ist es, im Blut oder anderen Patientenproben wie Urin, Biomoleküle nachzuweisen, die auf eine Krankheit hindeuten", erläutert Caroline Siegert, Wissenschaftlerin am IPA. "Und zwar ohne das Blut aufwändig reinigen zu müssen, also in einem einzigen Arbeitsschritt."

Anzeige

Weniger Rauschen, mehr Signal

Einzelne Moleküle im Blut oder im Urin nachzuweisen ist schwierig, weil die Flüssigkeiten eine Vielzahl von Substanzen enthalten. Diese verursachen bei der Analyse ein starkes Rauschen, welches das eigentliche Signal übertönt. Das Signal des gesuchten Proteins lässt sich dann nicht mehr wahrnehmen - ähnlich einer einzelnen Stimme, die in einem Raum voll Menschen, die alle durcheinander reden, kaum auszumachen ist. "Mit unserer Methode können wir das Signal-Rausch-Verhältnis so verbessern, dass wir einzelne Moleküle auch in Blut erkennen können", sagt Siegert.

Die Forscher nutzen dafür magnetische Beads - nur wenige Mikrometer große Teilchen, die sich mit einem Magneten festhalten oder lenken lassen. Das Verfahren ist bereits etabliert: Um Moleküle aus einer Lösung wie Blut zu isolieren, beladen die Forscher die Oberfläche der Beads mit speziellen Antikörpern: Schwimmen die gesuchten Proteine an ihnen vorbei, fangen die Antikörper die Proteine und halten diese fest. Hält man nun von außen einen Magneten an das Reagenzglas, so bleiben die Beads samt den gewünschten Proteinen am Rand des Reagenzglases hängen, während sich der Rest der Lösung einfach entfernen lässt.

Gemeinsam leuchten

Um nun auch gleich noch herauszufinden, ob die Jagd nach den Proteinen erfolgreich war, haben die Mannheimer Fraunhofer-Forscher die Technik weiter entwickelt: Der zu untersuchenden Probe werden nicht nur die beschichteten Beads beigegeben, sondern auch noch zusätzliche Antikörper, die mit Fluoreszenzmarkern versehen sind. Diese docken auf den gesuchten Proteinen an und bringen sie zum Leuchten. Das Lichtsignal ist allerdings sehr schwach und würde normalerweise im Rauschen untergehen. Mit einem Trick lässt es sich jedoch verstärken: Legt man ein wechselndes Magnetfeld an, so rotten sich die magnetischen Beads zusammen, und die an der Oberfläche gebundenen Fluoreszenzmarker geben ihr Licht gemeinsam ab - zusammen strahlen sie deutlich heller als jeder für sich allein. Der Vorteil der Visualisierungstechnik: Das Lichtsignal gibt sofort Aufschluss, ob beispielsweise ein Tumormarker-Protein im Blut ist. Langes Warten auf aufwändige Laboruntersuchungen ist nicht mehr notwendig.

Die Anwendungen des neuen Verfahrens sind zahlreich. So lassen sich damit nicht nur zahlreiche Biomoleküle wie zum Beispiel Antikörper nachweisen, sondern auch Nukleinsäuren, die auf eine Infektion hindeuten. "Da wir dafür die üblichen Beads nutzen, lassen sich die Moleküle nach der Analyse auch schnell und unkompliziert isolieren", fasst Siegert zusammen.

Die ersten Proteine haben die Forscher mit ihrer neuen Methode bereits erfolgreich nachgewiesen - auf der analytica vom 1. bis 4. April in München stellen sie das Analysengerät vor.

Anzeige
Diesen Artikel …
sep
sep
sep
sep
sep

Weitere Beiträge zum Thema

Vorhersage vor der ChemoimmuntherapieNeuer Enzymtest unterstützt Therapiewahl bei Leukämie

Mit Hilfe eines neuen, von Heidelberger Wissenschaftlern entwickelten Enzymtests lässt sich besser als bisher vorhersagen, ob ein Patient von einer Standard-Chemoimmuntherapie profitieren kann oder eher eine andere, teurere Behandlung erhalten sollte.

…mehr
Mitarbeiter im Labor pipettiert

Human-BiomonitoringNeue Messmethoden für 50 Stoffe im menschlichen Körper

Das Bundesumweltministerium (BMU) und der Verband der Chemischen Industrie  (VCI) arbeiten seit 2010 an der Realisierung ihres gemeinsamen Human-Biomonitoring-Projekts. Es soll neue Methoden hervorbringen, mit denen mehr Chemikalien als bisher im menschlichen Organismus gemessen werden können. 17 von 43 Substanzen stehen noch aus. 

…mehr

IMCS 2018 - Konferenz zu Chemischer SensorikInnovative Mess-Systeme für medizinische Diagnosen und Analytik im Fokus

Von 15. bis 19. Juli kommen über 400 internationale ExpertInnen aus verschiedensten Fachbereichen zur IMCS 2018 (International Meeting on Chemical Sensors) an die Universität Wien, um neue Trends in Forschung und Entwicklung vorzustellen.

…mehr
Gebäude von Labor Berlin

Forschung kombiniert mit diagnostischer...Labor Berlin als innovatives Unternehmen ausgezeichnet

Labor Berlin ist als einziges medizinisches Labor unter den TOP 100 der innovativsten Firmen des deutschen Mittelstandes 2018 vertreten. Insbesondere in der Kategorie „Innovationserfolg“ überzeugte das Tochterun­ternehmen der Charité - Universitätsmedizin Berlin und der Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH die Jury. 

…mehr
Prof. Wolfgang Brück, Direktor Institut für Neuropathologie UMG, Prof. Fred Wouters, Labor für Molekulare und Zelluläre Systeme, Dr. Gertrude Bunt

Multiple-Sklerose-ForschungMS verstehen: Förderung für höchstauflösende 3D-Nano-Mikroskopie

Göttinger und Heidelberger Forscher entwickeln ein höchstauflösendes Mikroskopieverfahren zur Untersuchung von Schädigungen an Nervenzellen und deren Fortsätzen im Gehirn bei Multipler Sklerose. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Inititativprojekt NanoPatho im Programm „Photonik" mit 7,7 Mio Euro für drei Jahre.

…mehr
Anzeige
Anzeige

Mediadaten 2018

LABO Einkaufsführer

Produktkataloge zum Blättern


Hier finden Sie aktuelle Blätter-Kataloge von Herstellern aus der Branche. Einfach durchblättern oder gezielt nach Stichwort suchen!

Anzeige

LABO Web-Guide 2016 als E-Paper

Web-Guide 2016


- Stichwortregister

- Firmenscreenshots

-Interessante Webadressen aus dem Labor

Anzeige

Neue Stellenanzeigen

Nichts mehr verpassen!


Der kostenlose LABO Newsletter informiert Sie über neue Produkte, Lösungen, Technologietrends und Innovationen aus der Branche sowie Unternehmensnachrichten und Personalmeldungen.

LABO bei Facebook und Twitter