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Carl Zeiss: Erstmals über 4 Mrd. Euro Umsatz

Carl Zeiss schloss das Geschäftsjahr 2010/11 (Bilanzstichtag: 30. September 2011) mit deutlich gestiegenem Umsatz und Ergebnis gegenüber dem Vorjahr ab: Der Umsatz lag mit 4,237 Mrd. Euro erstmals über der 4-Mrd.-Marke (Vorjahr: 2,981 Mrd.). Das Ergebnis (EBIT) erreichte 607 Mio. Euro (Vorjahr: 423 Mio.). Die positive Entwicklung des Geschäfts, unterstützt von einer günstigen Konjunkturentwicklung zu Beginn des zurückliegenden Geschäftsjahrs, wurde getragen von einem kräftigen organischen Umsatzwachstum (10 %* gegenüber dem Vorjahr) besonders in Asien und Amerika, in der industriellen Messtechnik und in den Halbleiter- und Medizintechnikbereichen sowie von der Vollkonsolidierung des Unternehmensbereichs Augenoptik. "Wir haben bei fast allen Kennzahlen neue Bestwerte erzielt", sagte Dr. Michael Kaschke, Vorstandsvorsitzender von Carl Zeiss. "Carl Zeiss hat seinen profitablen und nachhaltigen Kurs fortgesetzt und seine Position als technologisch führender, internationaler Konzern weiter gefestigt."

International stark gewachsen

Der Auslandsanteil am Geschäft belief sich auf 87 %. Besonders stark gewachsen ist der Umsatz in Asien: Das Unternehmen verbuchte hier währungsbereinigt ein Plus von 12 %* und erzielte 626 Mio. Euro Umsatz (Vorjahr: 542 Mio.). In Amerika legte der Konzern beim Umsatz währungsbereinigt um 11 %* zu und erwirtschaftete einen Umsatz von 975 Mio. Euro (Vorjahr: 898 Mio.). Das Geschäft mit Kooperationspartnern entwickelte sich weiter positiv: Der Umsatz stieg um 10 %* auf 1,222 Mrd. Euro (Vorjahr: 1,110 Mrd.). In Europa erzielte der Technologiekonzern ein währungsbereinigtes Wachstum von 9 %*. Der Umsatz lag hier bei 1,301 Mrd. Euro - 485 Mio. Euro davon gehen auf das Geschäft im Inland zurück (Vorjahr: 1,190 Mrd., davon 415 Mio. in Deutschland).

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Das EBIT (Earnings before Interest and Taxes) lag zum Geschäftsjahresschluss bei 607 Mio. Euro (Vorjahr: 423 Mio.). Vor Steuern lag das Ergebnis bei 569 Mio. Euro (Vorjahr: 324 Mio.). Das Ergebnis nach Steuern betrug 386 Mio. Euro (Vorjahr: 208 Mio.).

Mitarbeiter am Erfolg beteiligt

Zum Stichtag 30. September 2011 beschäftigte Carl Zeiss weltweit 24192 Mitarbeiter, davon 10081 an den deutschen Standorten. Zudem bildete das Unternehmen rund 430 junge Menschen in Deutschland aus (Vorjahr: 445). Die Zahl der Beschäftigten ist im Vergleich zum Vorjahr durch die Vollkonsolidierung der Carl Zeiss Vision deutlich gestiegen (30. September 2010: 12971 Mitarbeiter, davon 8292 in Deutschland). Durch die Eingliederung der international breit aufgestellten Augenoptiksparte stieg der Anteil der Mitarbeiter im Ausland von rund 40 % auf knapp 60 %. Im Geschäftsjahr schuf Carl Zeiss weltweit rund 1200 neue Stellen. In Deutschland wurden so rund 250 Arbeitnehmer, die bisher über eine Arbeitnehmerüberlassung bei Carl Zeiss beschäftigt waren, in ein direktes Arbeitsverhältnis bei Carl Zeiss übernommen.

Carl Zeiss beteiligte seine Mitarbeiter am Erfolg des Geschäftsjahrs 2010/11. Vollzeitbeschäftigte in Deutschland erhielten eine Jahresprämie von 2000 Euro (brutto) und Genussscheine in Höhe von 360 Euro. Die Genussscheine sind eine besondere Form der Ergebnisbeteiligung. Die nicht übertragbaren Wertpapiere werden während ihrer fünfjährigen Laufzeit verzinst und danach ausgezahlt. Für Mitarbeiter in ausländischen Konzerngesellschaften gibt es lokale Gewinnbeteiligungsmodelle.

Kennzahlen des Geschäftsjahres 2010/11

Im Geschäftsjahr 2010/11 erreichte der Cashflow vor Ertragsteuern 668 Mio. Euro. Das entspricht 16 % des Umsatzes (Vorjahr: 506 Mio.; 17 % des Umsatzes). Die Bruttoliquidität belief sich auf 847 Mio. Euro. Die Nettoliquidität lag bei 397 Mio. Euro (Vorjahr: 884 Mio.). Das Eigenkapital belief sich zum 30. September 2011 auf über 1 Mrd. Euro. "Trotz der Vollkonsolidierung des Unternehmensbereichs Augenoptik und der damit verbundenen Bilanzverlängerung konnten wir eine sehr gute Eigenkapitalquote von 28 % erreichen", betonte Thomas Spitzenpfeil, Finanzvorstand der Carl Zeiss AG. "Damit liegt die Eigenkapitalquote im von uns gesetzten Zielkorridor. Hierzu trug auch der außerordentlich starke Jahresüberschuss bei."

Investitionen in Sachanlagen sowie Forschung und Entwicklung

Carl Zeiss investierte im Geschäftsjahr 2010/11 164 Mio. Euro in Sachanlagen (Vorjahr: 53 Mio.). Den Investitionen standen Abschreibungen in Höhe von 122 Mio. Euro gegenüber (Vorjahr: 96 Mio.). Die Mittel wurden vor allem eingesetzt für den Ausbau und die Modernisierung der weltweiten Standorte, den Aufbau von Entwicklungszentren in Asien, den Ausbau des Vertriebs sowie die Schaffung neuer Arbeitsplätze. In den kommenden Jahren wird Carl Zeiss rund 500 Mio. Euro für den Ausbau seiner Standorte in Deutschland investieren. "Wir modernisieren langfristig unsere Infrastruktur", so Kaschke. "Die Mittel fließen vor allem in die Bereiche Halbleitertechnik und Medizintechnik sowie die Forschungs- und Entwicklungseinheiten, um mit neuen Produkten die Profitabilität weiter zu erhöhen."

Die Neuproduktrate liegt weiterhin auf einem guten Niveau: Carl Zeiss erzielt rund die Hälfte seines Umsatzes mit Produkten, die nicht älter als drei Jahre sind. Um seine Technologieführerschaft in den unterschiedlichen Sparten weiter auszubauen, investiert das Unternehmen kontinuierlich in Forschung und Entwicklung. Im abgeschlossenen Geschäftsjahr wurden dafür 359 Mio. Euro eingesetzt (Vorjahr: 291 Mio.).

Wachstum erfordert Weitblick bei Innovationen

"Innovation ist sozusagen die DNA des Unternehmens. Die Grenzen der Optik herauszufordern, ist unsere Leidenschaft und unsere tägliche Arbeit", sagte Kaschke. "Das erfordert neues Denken in der Technologie, bei Prozessen, Geschäftsmodellen und im Kundenservice."

In der Halbleiterfertigung arbeitet Carl Zeiss seit mehr als 15 Jahren an einer Zukunftstechnologie: Künftig soll zur Herstellung von Halbleiterchips "Extreme Ultraviolett Light" (EUV), das heißt sehr kurzwelliges, nicht sichtbares Licht genutzt werden. Die EUV-Technologie ermöglicht eine um den Faktor zehn höhere Integration von Chipstrukturen und damit einen maßgeblichen Innovationsimpuls für die Computer- und Kommunikationsindustrie. Die Serienreife ist für die nächsten Jahre geplant. "Carl Zeiss ist das richtige Unternehmen für eine solche technologische Revolution. Wir investieren mit Weitblick und haben die Kraft und das Durchhaltevermögen, langfristig an bedeutenden Innovationen zu arbeiten", so Kaschke.

Entwicklung der Unternehmensbereiche

Der Unternehmensbereich Halbleitertechnik erreichte im Geschäftsjahr 2010/11 einen Umsatz von 1,378 Mrd. Euro (Vorjahr: 1,187 Mrd.). Damit übertraf der Bereich den sehr guten Vorjahreswert um 16 %.

Mit einem Umsatzwachstum von 35 % schloss der Unternehmensbereich Industrielle Messtechnik das Geschäftsjahr ab. Der Umsatz erreichte 394 Mio. Euro (Vorjahr: 292 Mio. Euro).

Der Unternehmensbereich Mikroskopie erzielte im Geschäftsjahr 2010/11 ein Umsatzplus von 7 % gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz lag bei 423 Mio. Euro (Vorjahr: 397 Mio. Euro).

Mit einem Umsatz in Höhe von 854 Mio. Euro schloss der Unternehmensbereich Medizintechnik das Geschäftsjahr 2010/11 ab. Das entspricht einem Zuwachs von 13 % gegenüber dem Vorjahr (Vorjahr: 754 Mio. Euro). Aufgrund unterschiedlicher Konsolidierungskreise weichen die Werte von den veröffentlichten Zahlen der Carl Zeiss Meditec AG ab.

Der Unternehmensbereich Augenoptik erzielte einen Umsatz von 849 Mio. Euro. Das entspricht einem leichten Rückgang gegenüber dem Vorjahr (Vorjahr: 881 Mio.). Im Geschäftsjahr 2010/11 wurde der Unternehmensbereich Augenoptik voll konsolidiert. Im Vorjahr war das Geschäft der Carl Zeiss Vision im Beteiligungsergebnis der Carl Zeiss Gruppe noch anteilig (¿at equity¿) berücksichtigt worden.

Der Unternehmensbereich Markenoptik/Optronik, der das Geschäft mit Ferngläsern, Planetarien, Foto- und Filmobjektiven sowie optronischen Produkten umfasst, erzielte im Geschäftsjahr 2010/11 einen Umsatz in Höhe von 316 Mio. Euro (Vorjahr: 312 Mio.). Das entspricht einem Zuwachs von 2 % gegenüber dem Vorjahr.

Ausblick

Für das Geschäftsjahr 2011/12 geht Carl Zeiss davon aus, dass sich das Wachstum aus dem abgeschlossenen Geschäftsjahr nicht in derselben Breite fortsetzen wird. Das Unternehmen geht von einem leicht reduzierten Umsatz aus. 2Fehlende konjunkturelle Impulse und die um sich greifende Unsicherheit in der globalen Wirtschaft, hervorgerufen unter anderem durch das Problem der hohen Staatsverschuldung, dämpfen derzeit den Optimismus", sagte Kaschke. Carl Zeiss blickt dennoch zuversichtlich in die Zukunft. Der Konzern ist davon überzeugt, dass mittel- und langfristig insbesondere die asiatischen und lateinamerikanischen Märkte weiter spürbar an Bedeutung gewinnen und sich positiv entwickeln werden. Mit seiner internationalen und breiten Aufstellung, dem ausbalancierten Portfolio, seiner Innovationskraft und seiner Flexibilität ist Carl Zeiss darauf eingestellt. "Wir haben uns ein sehr gutes Fundament erarbeitet, um auch weiterhin unseren langfristig ausgerichteten Wachstumskurs verfolgen zu können", so Kaschke.

* Im Geschäftsjahr 2010/11 wird der Unternehmensbereich Augenoptik erstmals vollkonsolidiert. Deshalb wurden die Vorjahreswerte von Umsatz und Ergebnis vergleichbar gerechnet. Die angegebenen Veränderungszahlen beziehen sich daher auf vergleichbare Proforma-Zahlen der Carl Zeiss Gruppe inklusive Carl Zeiss Vision.

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