Graphenforschung

Hamburger Wissenschaftspreis 2017 für Chemiker Klaus Müllen

Der Mainzer Chemiker Prof. Dr. Klaus Müllen erhält den Hamburger Wissenschaftspreis 2017. Ebenfalls ausgezeichnet wird Prof. Dr. Xinliang Feng vom Center for Advancing Electronics Dresden der Technischen Universität Dresden. Wie die Akademie der Wissenschaften in Hamburg mitteilt, werden die beiden Wissenschaftler damit für ihre grundlegenden Forschungsergebnisse auf dem Gebiet der Graphene geehrt. Der mit insgesamt 100.000 Euro dotierte Preis wird von der Hamburgischen Stiftung für Wissenschaften, Entwicklung und Kultur Helmut und Hannelore Greve gestiftet und alle zwei Jahre vergeben. 

Prof. Dr. Klaus Müllen (Foto/©: Max-Planck-Institut für Polymerforschung)

Mit dem Preis würdigt die Akademie der Wissenschaften in Hamburg die wegweisenden Forschungsergebnisse der beiden Wissenschaftler auf dem Gebiet der Graphene, die eine wichtige Rolle für die Entwicklung effizienterer Batterien, Superkondensatoren sowie flexibler elektronischer Bauelemente spielen. Wie die Akademie weiter mitteilt, haben die Chemiker Feng und Müllen mit ihrer Grundlagenforschung die Synthese und Verarbeitung von Kohlenstoffmaterialien entscheidend beeinflusst und so einen großen Beitrag zum besseren Verständnis dieses Materials geleistet. Darüber hinaus konnten durch ihre anwendungsorientierten Forschungen hochaktuelle energierelevante Bauteile wie Superkondensatoren und Batterien mit einer höheren Energiedichte, kürzeren Ladezeit und größeren Langzeitstabilität entwickelt werden, ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur gesellschaftlichen Nutzbarmachung.

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Klaus Müllen gehört zu den angesehensten Wissenschaftlern in der experimentellen Chemie. Er ist für zahlreiche Forschungsleistungen an der Schnittstelle von experimenteller synthetischer Chemie, Polymerchemie, Materialwissenschaften und Physik weltweit hoch angesehen. Müllen, geboren 1947, hat in Köln Chemie studiert und wurde anschließend an der Universität Basel promoviert und an der ETH Zürich habilitiert. Er war Professor an den Universitäten in Köln und Mainz, bevor er 1989 als Direktor ans Max-Planck-Institut für Polymerforschung in Mainz wechselte.

Anfang 2016 erhielt Müllen ein Fellowship des Gutenberg Forschungskollegs (GFK) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU), um für drei Jahre an der Mainzer Universität auf dem Gebiet der synthetischen Chemie weiterzuarbeiten. Als GFK-Fellow leitet Müllen eine Arbeitsgruppe am Institut für Physikalische Chemie und kooperiert dabei fachübergreifend mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in der Chemie, der Physik und den Lebenswissenschaften. Müllen hält rund 60 Patente und veröffentlichte über 1700 wissenschaftliche Beiträge in Fachmagazinen.

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