Labor der Zukunft

Internationale Experten diskutieren am Bodensee

Auf Einladung des Zentrums für Labormedizin St. Gallen (ZLM) und des Netzwerks BioLAGO haben rund 70 Fachleute aus ganz Europa das bakteriologische Labor der Zukunft diskutiert.

Auf Einladung des Zentrums für Labormedizin St. Gallen (ZLM) und des Netzwerks BioLAGO haben rund 70 Fachleute aus ganz Europa das bakteriologische Labor der Zukunft diskutiert. (© BioLAGO)

Anlass war die Inbetriebnahme einer der europaweit modernsten Laboranlagen im ZLM. Dank Automation verkürzt sich bei Patienten mit Verdacht auf eine Infektionskrankheit die Zeit bis zur Diagnose um bis zu 24 Stunden.

Mehr als 300 Patientenproben werden im Zentrum für Labormedizin in St. Gallen tagtäglich bei Verdacht auf Infektionskrankheiten mikrobiologisch analysiert. Bisher geschah dies weitestgehend von Hand, seit kurzem unterstützt diese Arbeit eine intelligente Automatisierungstechnologie.

Das Herzstück ist ein Roboter, der durch Verimpfung auf spezielle Nährböden eine schnelle Erkennung von u.a. resistenten Erregern erlaubt. Modernste Software gestattet der Maschine die automatische Erkennung negativer Proben aus zum Beispiel Blut oder Urin, so dass Mensch sich auf die relevanten Proben konzentrieren kann. „Dadurch werden unsere Mitarbeiter entlastet und das Fehlerrisiko deutlich reduziert“, so Prof. Dr. Wolfgang Korte, Geschäftsführer des ZLM.

Neu ist zudem die Möglichkeit mikrobiologische Ergebnisse von Mikroskopie und Kultur zu digitalisieren. „Das ist für uns ein Alleinstellungsmerkmal in Europa“, berichtet PD Dr. Oliver Nolte, Leiter der Abteilung Bakteriologie am ZLM.

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Experten aus ganz Europa konnten die neue Anlage des ZLM St. Gallen nun bei ihrer Arbeit bestaunen. Nach dem Laborrundgang wurden bei einem wissenschaftlichen Workshop des ZLM und des bodenseeweiten Branchennetzwerks BioLAGO brandneue Technologien der Laborautomatisierung durch Hersteller, Informatiker und Anwender vorgestellt und besprochen.

Ziel ist es in Zukunft den kompletten Prozess vom Eingang einer Probe bis hin zum Befund weiter zu beschleunigen. „Je zuverlässiger und je früher die Diagnose über eine Infektion vorliegt, desto zielgerichteter kann eine häufig lebensrettende Therapie eingeleitet werden“, so BioLAGO-Vorstand Dr. Michael Steinwand.

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