Labo Online - Analytic, Labortechnik, Life Sciences
Home> Wirtschaft + Wissenschaft> Archiv> Evonik macht Autoklarlacke noch kratzfester

Silanmodifizierte BindemittelEvonik macht Autoklarlacke noch kratzfester

Evonik Industries ebnet den Weg für eine neue Technologie, mit der beispielsweise Autoklarlacke kratzfester als je zuvor werden. Das Spezialchemieunternehmen hat einen Weg gefunden, silanmodifizierte Bindemittel für Autoklarlacke in industriellem Maßstab herzustellen. Der Vorteil dieser silanmodifizierten Bindemittel: Die höhere Vernetzungsdichte über die Silangruppen macht einen flexiblen und zugleich härteren Autoklarlack möglich und führt so zu höherer Kratzfestigkeit.

sep
sep
sep
sep

Die Grundidee hinter der neuen Technologie war bekannt: Verändert man die klassischen Bindemittel durch Silane, verbessern sich deren Eigenschaften merklich. Dies gilt auch für Polyurethanbindemittel, die üblicherweise für Autolacke verwendet werden. Bislang aber war die Produktion silanmodifizierter Polyurethanbindemittel so aufwändig und teuer, dass sie nur in geringem Umfang etwa in Hochleistungsklebstoffen eingesetzt wurden. Für großvolumige Anwendungen wie etwa Autoklarlack und andere breitere Anwendungen standen sie schlichtweg nicht in ausreichender Menge zur Verfügung. Das kann sich mit der neuen Technologie von Evonik nun ändern.
Gerd Brand, Leiter des Geschäftsgebiets Crosslinkers im Geschäftsbereichs Coatings & Additives bei Evonik, sagt: "Maßgeblich für unseren Erfolg waren zum einen das umfangreiche Know-how von Evonik in Silan- und Isocyanatchemie, zum anderen unsere Marktkenntnisse und eine intensive Zusammenarbeit mit namhaften Vertretern aus der Automobil- und Lackbranche."

Anzeige

Der Durchbruch gelang dem Spezialchemieunternehmen mit der Entwicklung eines eigenen Herstellungsprozesses für das Silylisocyanat IPMS (3-Isocyanatopropyltrimethoxysilan). Es ist der Schlüsselbaustein für die Fertigung von silanmodifizierten Bindemitteln. Seit Mitte 2013 produziert Evonik das Silylisocyanat IPMS in einer neuen Anlage in Marl. Dr. Ulrich Küsthardt, Leiter des Geschäftsbereichs Coatings & Additives bei Evonik stellt fest: "Mit der neuen Anlage schafft sich Evonik einen Zugang zu IPMS und einer neuen Gruppe maßgeschneiderter, silanmodifizierter Bindemittel."

Mit IPMS und der richtigen Wahl weiterer Rohstoffe kann das Lackbindemittel an die Bedürfnisse der Kunden angepasst werden. Den Lackformulierern liefert Evonik so ein für die Endanwendung maßgeschneidertes Bindemittel. Eines der ersten Anwendungsgebiete für die neuen Bindemittel auf Basis von IPMS ist der nur etwa 40 µm dünne Klarlack, der als oberste Schicht eines Autolacks für Glanz sorgt.

Neben der verbesserten Kratzfestigkeit schneiden die neuen Systeme bei der chemischen Beständigkeit und der Witterungsbeständigkeit ebenso gut ab wie typische Zweitkomponenten-Polyurethanlacke. Darüber hinaus sind silanmodifizierte Bindemittel voll kompatibel mit den Zweikomponenten-Polyurethanlacken und führen zu erheblich verbesserten Eigenschaften. Das heißt für die Automobilhersteller, dass Lacke mit dem innovativen Bindemittel wie gewohnt über bestehende Fertigungslinien appliziert werden können. Derart modifizierte Klarlacke haben bereits erste Schritte auf dem Weg zur Freigabe durch ausgewählte Automobilhersteller genommen.

Doch Dr. Hans Görlitzer, bei Evonik im Geschäftsbereich Coatings & Additives verantwortlich für Business Development im Geschäftsgebiet Crosslinkers sieht noch mehr Potenzial in der neuen Technologie: "Wir wollen auch anderen Einsatzbereichen den Zugang zu silanmodifizierten Bindemitteln erschließen." Als Beispiele nennt er die Beschichtung von Holz, Kunststoff oder Metall sowie High-tech-Klebstoffe. Entscheidend dafür ist, dass die Härtung silanvernetzender Klarlacke auch bei Raumtemperatur ausreichend schnell erfolgt.

Mehr Informationen in der neuen Ausgabe 46 des Science-Newsletters elements von Evonik: http://corporate.evonik.com/de/presse/publikationen/elements/Pages/default.aspx

Anzeige
Diesen Artikel …
sep
sep
sep
sep
sep

Weitere Beiträge zum Thema

Polyurethanschaum an einem Fenster

Grüne ChemiePolyurethane mit Synthesebausteinen aus Lignin

Forscher haben im Projekt „Lignoplast“ Verfahren und Anwendungsmöglichkeiten für verschiedene Lignintypen bis zum Pilotmaßstab entwickelt.

…mehr

VernetzungstechnologieEvonik mit neuem Geschäftsgebiet „Crosslinkers“

Evonik Industries hat zum 1. Juli 2017 ihre Isophoron-Chemie und den Bereich Epoxy Curing Agents im neuen Geschäftsgebiet Crosslinkers zusammengefasst.

 

…mehr
Lacktafeln in einer Bewitterungskammer (Foto: BASF)

Bewitterungszeiten verkürztSchnelle Prüfmethodik für Lacke entwickelt

Wissenschaftler aus dem Bereich Kunststoffe des Fraunhofer-Instituts LBF haben jetzt gemeinsam mit Kollegen des Fraunhofer-Instituts IPA eine Prüfmethodik entwickelt, die frühzeitig auf Änderungen der Lackeigenschaften während der Bewitterung reagiert.

…mehr

European Technical Coatings Congress in KölnEine „bunte Tagung“ im Zeichen der Nachhaltigkeit

Die europäische Lack- und Lackrohstoffbranche sowie Wissenschaftler aus der Lackchemie treffen sich vom 3. bis 5. September im Kölner Gürzenich unter dem Motto "New Functions and Sustainability - Drivers for Future Coatings".

…mehr

Weitere Beiträge zu dieser Firma

Das neu entwickelte Polyvest® ST von Evonik hat das Potenzial, den Rollwiderstand von Reifen noch weiter zu senken.

Evonik erweitert sein Silica/Silan-SystemRollwiderstand von Reifen deutlich senken

Evonik erweitert das Silica/Silan-System des Unternehmens und damit die Technologie, die hinter der Herstellung moderner Reifen steckt.

…mehr
Anzeige

Mediadaten 2018

LABO Einkaufsführer

Produktkataloge bei LABO

Produktkataloge zum Blättern


Hier finden Sie aktuelle Blätter-Kataloge von Herstellern aus der Branche. Einfach durchblättern oder gezielt nach Stichwort suchen!

Anzeige

LABO Web-Guide 2016 als E-Paper

LABO Web-Guide 2016

Web-Guide 2016


- Stichwortregister

- Firmenscreenshots

-Interessante Webadressen aus dem Labor

Anzeige

Neue Stellenanzeigen

Jetzt den LABO Newsletter abonnieren

LABO Newsletter abonnieren

Der kostenlose LABO Newsletter informiert Sie wöchentlich über neue Produkte, Lösungen, Technologietrends und Innovationen aus der Branche sowie Unternehmensnachrichten und Personalmeldungen.

LABO bei Facebook und Twitter