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OMNILAB-Firmenzentrale im Bremer Technologiepark.
Alles fürs Labor – unter einem Dach
 Diesen Monat feierte das Unternehmen OMNILAB sein 75-jähriges Jubiläum. Die LABO-Redaktion nahm dies zum Anlass, im Vorfeld dieses runden Geburtstages mit den beiden Geschäftsführern Horst und Joachim Jürgens zu sprechen.
LABO-Redaktion: Herr Jürgens, was war denn die Geschäftsidee Ihres Vaters Hinrich Jürgens, als er 1935 die H. JÜRGENS GmbH & Co. gründete? Horst Jürgens: Mein Vater begann zunächst mit dem Handel von Verbrauchsmaterialien im medizinischen Bereich.
LABO-Redaktion: Wie ging es nach dem Krieg weiter? Horst Jürgens: 1947 kehrte mein Vater aus dem Krieg zurück. Sofort nahm er mit bisherigen Kunden und Lieferanten Kontakt auf. Schnell erweiterte sich die Firma und die Produktpalette. Im Laufe der Jahrzehnte wurde das Angebot immer komplexer. So etwa durch die Gründung der Firma Jürgens Laborbau zur Herstellung von Labormöbeln. Anfang der 60er Jahre erfolgte bereits der erste Umzug in einen größeren Neubau innerhalb Bremens. Das Labor-Zentrallager „Nordlab“ wurde in den 80er Jahren etabliert. 1994 gab es nach dem Tod meines Vaters Hinrich Jürgens eine Neuausrichtung des Unternehmens. So spezialisierten wir uns ab den 90er Jahren stärker, beispielsweise mit den Abteilungen OAS - OMNILAB Analysen Systeme und OCS - OMNILAB Chromatographie Service. Unsere Devise war: Kompetenz, intensive Kundenbetreuung, guter Außendienst und Sonderlösungen für unsere Kunden. Ferner bauten wir unsere Exportaktivitäten aus. Meine bisherige Erfahrung zeigte mir, dass Kompetenz und individueller Service wichtig für die gesicherte Zukunft des Unternehmens sind. 2008 übertrug ich dann das operative Geschäft auf meinen Sohn Joachim, der diese Maxime kontinuierlich ausweitet. Joachim Jürgens: Bereits mit unserem Umzug 2001 in die Robert-Hooke-Str. 8 – unserem heutigen Firmensitz im Technologiepark Bremen – taten wir einen wichtigen Schritt: Wir sind nun in der Nachbarschaft zur Universität Bremen und weiteren wichtigen Forschungseinrichtungen. Für uns ein sehr glücklicher Standort, auch für die Zukunft.
LABO-Redaktion: Warum wurde das Unternehmen im Jahr 2000 umbenannt in OMNILAB-LABORZENTRUM? Horst Jürgens: Ja, im Jahr 2000 wurde aus H. JÜRGENS & Co. die OMNILAB-LABORZENTRUM GmbH & Co. KG. OMNILAB ist aus dem Lateinischen abgeleitet und steht für: Alles für das Labor. Dieser Name bringt es auf den Punkt: Viele Niederlassungen, viele Standorte und viele Namen – wir wollten endlich alles unter ein Dach bzw. eine Marke bringen.
LABO-Redaktion: Was war und ist Ihr Erfolgsrezept beziehungsweise Ihre Firmenphilosophie? Horst Jürgens: Als familiengeführtes und mittelständisches Unternehmen sind wir sehr flexibel. Nach wie vor fokussieren wir uns auf qualitativ hochwertige Produkte. Tradition sehen wir als stetigen Wandel, ohne den ein Unternehmen nicht 75 Jahre am Markt bestehen kann. Joachim Jürgens: Wir setzen auf eine Eins-zu-eins-Beziehung zwischen unseren Kunden und unserem Innendienst – Call-Center passen nicht zu uns beziehungsweise unserem Vertriebskonzept. Bei uns steht eine langfristige Kundenbindung vor kurzfristiger Optimierung. Deswegen bieten wir inzwischen weitergehenden Service mit unserer Tochtergesellschaft universal LABORSERVICE an: deutschlandweite Wartung und Reparatur von Laborgeräten mit zehn Servicetechnikern – herstellerunabhängig. Unser Leitspruch „Kompetenz im Labor“ heißt bei uns: Wir verstehen unser Geschäft und bieten dem Kunden optimale Problemlösungen an. Wir sehen uns als die „Kümmerer“. Als wir uns 2007 die Frage stellten, wer wir sind, was uns ausmacht und was an unserer täglichen Arbeit geschätzt wird, kamen wir sehr schnell auf die Attribute Flexibel. Verlässlich. Persönlich. Diese Themen leben wir seit Jahrzehnten – sie sind Teil unserer Unternehmenskultur. Wir freuen uns, dass sich diese Begriffe und die damit verbundenen Assoziationen immer mehr im Markt durchsetzen.
LABO-Redaktion: Welche Geschäftsfelder deckt Ihr Unternehmen inzwischen ab und welche sind die wachstumsstärksten? Joachim Jürgens: Wir bieten alles für das Labor an: Verbrauchsmaterialien, Geräte, spezielle Geräte und Materialien für Bio-Wissenschaften beziehungsweise Life Sciences, Chemikalien, Labormöbel. Weiterhin sehen wir in den Bereichen Service und E-Commerce starke Themen der Zukunft.
LABO-Redaktion: Wo sind Ihre größten Märkte und in welchen Regionen erwarten Sie die größten Zuwachsraten? Horst Jürgens: Neben unserem Schwerpunkt im Inland ist das internationale Geschäft sehr wichtig. Hier sind wir in Osteuropa, Russland, Zentralasien und dem Nahen Osten traditionell sehr aktiv. Deswegen gründeten wir in diesem Jahr am 31. Mai in Riga in Lettland OMNILAB baltic SIA, unsere erste Tochtergesellschaft im Ausland.
LABO-Redaktion: Wie erreichen Sie Ihre Kunden und welche Rolle spielt dabei das Internet? Joachim Jürgens: Wir nehmen wahr, dass sich die Kunden zunehmend im Internet informieren und immer weniger auf die großen Messen kommen. Daher arbeiten wir kontinuierlich daran, unsere Homepage informativer zu gestalten und auch hier unseren Kunden einen echten Mehrwert zu bieten. Der OMNILAB-Shop bietet die gewohnte volle Flexibilität und Nutzerfreundlichkeit und kann jederzeit an die jeweiligen Kunden-Systeme angebunden werden. Seit letztem Jahr ist der Shop zur Plattform ausgeweitet worden. Neben unserem Portfolio können Kunden die Produkte von Drittlieferanten und sogar Wettbewerbern über unser System mit der vollen Funktionalität ordern. In diesem Fall ist sichergestellt, dass OMNILAB die Bestelldetails nicht einsehen kann.
LABO-Redaktion: Welche Ziele und Projekte haben Sie sich für die nächste Zeit vorgenommen? Joachim Jürgens: Wir werden weiterhin unseren Kunden den vollen Service anbieten. Eine Reduzierung des Leistungsumfanges ist für uns nicht vorstellbar und wird es nicht geben. Zunehmend sprechen uns neue Kunden an, die von unserer Zuverlässigkeit gehört haben. Sicher gibt es auch in Deutschland noch Regionen, die wir nicht optimal abdecken. Nach der erfolgreichen Einführung unserer eigenen Produktlinie FoodALYT werden wir weiter in die Lebensmittelanalytik investieren – ein Kernthema und Wachstumsfeld der Analytik.
LABO-Redaktion: Wie verlief für OMNILAB das Krisenjahr 2009? Joachim Jürgens: Wir haben uns bewusst für eine aktive Gestaltung entschieden. Die wesentliche Entscheidung war, die Belegschaft intakt und vollständig zu halten, um jederzeit handlungsfähig zu sein. Wir haben viel Geld in die Ausbildung und Entwicklung unserer Mitarbeiter investiert, die den Erfolg von OMNILAB jeden Tag tragen. Diese Entscheidung ist vordergründig kostspielig, jedoch erweist sich schon jetzt, dass wir auch 2010 große Projekte jederzeit optimal abwickeln können. Desweiteren haben wir die Zeit im letzten Jahr genutzt, um wichtige Projekte zu planen und umzusetzen: universal LABORSERVICE im Mai 2009, FoodALYT im August 2009, Optimierung interner Strukturen und auch der Planungsstart für OMNILAB baltic im Mai 2010. Horst Jürgens: Daher sehen wir uns heute und für die Zukunft gut aufgestellt.
LABO-Redaktion: Meine Herren, wir danken für das aufschlussreiche Gespräch!
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