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Das Porträt, 04-2009

Das Porträt

Von links: Dr. Harald Zender, Dr Hartmut Kainer und Dr. Michael Neu...
9 Fragen an Dr. Hartmut Kainer, Dr. Michael Neuenburg und Dr. Harald Zender, Geschäftsführung TGI

Was reizt Sie an Ihrer jetzigen Tätigkeit?
Dr. Hartmut Kainer: Wir können sehr viel in Thüringen bewegen. Wir haben mit den Technischen Glaswerken Ilmenau GmbH eine Firma mit viel Know-how bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und sind in der Lage, weltweit tätig zu sein. Gepaart mit den Produkten ist TGI heute schon eine Perle der Glasindustrie und wir wollen uns noch weiterentwickeln.

Welche Ziele haben Sie sich bzw. für Ihr Unternehmen in nächster Zeit und für die weitere Zukunft gesetzt?
Dr. Michael Neuenburg: Wir möchten unsere Produktvielfalt vergrößern und die Ertragskraft des Unternehmens weiter stärken. In Zahlen ausgedrückt wollen wir mittelfristig eine Umsatzgröße von 30 Millionen Euro erreichen.

Wo liegt die besondere Herausforderung für Sie?
Dr. Harald Zender: Ich bin sehr optimistisch, dass wir trotz der Krise unsere Ziele erreichen werden. Wir versuchen, unser Know-how bei neuen Kunden und in neue Märkte einzubringen. Wenngleich das Unternehmen noch sehr traditionell behaftet ist, werden die innerbetrieblichen Prozesse stetig verbessert. Noch mehr Qualität bei noch besserer Effizienz ist unser Ziel. Dabei müssen alle Beteiligten lernen und neue Erfahrungen machen.

Was halten Sie für Ihre größten Stärken und Schwächen?
Dr. Michael Neuenburg: Unsere Stärken sind die Produktvielfalt, die flexiblen Fertigungsmöglichkeiten und die kreativen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Unsere Schwäche ist der hohe Energieanteil an den Kosten. Das birgt Kostenrisiken, die wir minimieren müssen.

Wie beurteilen Sie die derzeitige wirtschaftliche Lage in Deutschland?
Dr. Hartmut Kainer: Wir müssen die wirtschaftliche Lage ernst nehmen. Dennoch finde ich, dass gerade bei den Verantwortlichen zu viel und zu negativ darüber geredet wird. Motivation durch Schüren von Ängsten ist kein Erfolgsfaktor. Mein Plädoyer: Kühlen Kopf bewahren und mit offenen Augen nach neuen Chancen und Möglichkeiten suchen und nicht zu sehr in der Vergangenheit verhaftet sein. Denn es gibt auch positive Zeichen. Wir nehmen wahr, dass im Weltmarkt deutsche Produkte besonders gefragt sind.

Was sind die größten Risiken/ Risikofaktoren?
Dr. Michael Neuenburg: In einigen Bereichen versiegt der spontane Bedarf der Kundschaft. In den Massenmärkten spüren wir eine verhaltene Nachfrage. In anderen Bereichen wiederum verzeichnen wir kaum Veränderungen im Bedarf an unseren Produkten.

Wachstumsimpulse durch Globalisierung?
Dr. Harald Zender: Ja, durchaus. Energietechnik und regenerative Energien sind zum Beispiel weltweite Themen. So werden gerade in diesen Bereichen unsere Produkte auch weltweit nachgefragt. Auch der Gesundheitsmarkt gewinnt an Bedeutung. Im Zuge der Globalisierung möchten die Menschen überall den gleichen Service haben. Auch diese Entwicklung führt zu einer verstärkten Nachfrage unserer Produkte.

Wo liegen die Märkte der Zukunft?
Dr. Michael Neuenburg: Die Märkte sind jetzt schon präsent. Überall, wo es eine hohe Bevölkerungsdichte gibt, werden unsere Produkte nachgefragt, so zum Beispiel in China und in den Vereinigten Staaten, um nur einige Beispiele zu nennen. Unsere Produkte finden Interesse in anderen, wachsenden Technologien: Energie- und Umwelttechnik sowie Gesundheitstechnik. Darüber hinaus besteht ein erhöhtes Interesse an Individuallösungen gepaart mit guter Qualität.
Gibt es etwas, was Sie unseren Lesern mitteilen möchten?
Dr. Hartmut Kainer: Ich bin der festen Überzeugung, dass wir auch in schwierigen Zeiten Visionen benötigen. Nur wer sich Ziele setzt und eine kreative Wunschvorstellung für die Zukunft hat, kann diese erfolgreich gestalten. „Wenn das Leben keine Vision hat, nach der man strebt, nach der man sich sehnt, die man verwirklichen möchte, dann gibt es auch kein Motiv, sich anzustrengen“. Das hat schon der Sozialpsychologe Erich Fromm gesagt und diese Botschaft gilt auch heute noch.

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Die Geschäftsführung:

Visionär, pragmatisch, erfolgreich
Dafür steht die Geschäftsführung der Technischen Glaswerke Ilmenau GmbH. Die drei Manager Dr. Hartmut Kainer, Dr. Michael Neuenburg und Dr. Harald Zender hatten sich viel vorgenommen, als sie 2006 die Geschäftsführung der Technischen Glaswerke Ilmenau übernahmen: Das ehemalige Kombinat VEB Glas war zwar bereits seit 1994 von einem Hamburger Unternehmer auf Kurs gebracht worden, gut zehn Jahre später bestand jedoch erneut ein erheblicher Investitionsbedarf. Die MEP Management + Equity Partners AG aus Hamburg war genau der richtige Partner, um diese Investitionen umzusetzen.

Dr. Hartmut Kainer (Bildmitte) ist promovierter Ingenieur auf den Gebieten der Werkstoff- und Verfahrenstechnik mit über 25 Jahren Erfahrung in der Unternehmensführung von international operierenden Unternehmen der Werkstofftechnik, Maschinen- und Anlagenbau der Chemischen Industrie, Grundstoffindustrie, Energie- und Umwelttechnik sowie Schiffstechnik. Erfahren in der Restrukturierung bzw. Sanierung und Neugründung von Unternehmen, war die Restrukturierung der Technischen Glaswerke Ilmenau die gewünschte Herausforderung für den erfahrenen Manager. Dr. Kainer hat 2003 die MEP Management + Equity Partners AG gegründet. Das Hamburger Beteiligungsunternehmen hat sich auf die Neuausrichtung und Neustrukturierung von mittelständischen Produktions- und Anlagenbauunternehmen spezialisiert.
Dr. Micheal Neuenburg (rechts im Bild) ist promovierter Ingenieur der Hüttentechnik und Kaufmann mit 25 Jahren Erfahrung in Vertrieb und Unternehmensführung. Internationale Erfahrungen in Markterschließungen, Akquisition und technisch-kaufmännischer Kundenbetreuung mit Tätigkeiten in Südost-Asien, Australien, Nordamerika und Ost-Europa runden sein Profil ab. Er ist Mitglied des Vorstandes der MEP AG. Bei TGI ist er für die Kundenbetreuung und den Vertrieb zuständig.
Dr. Harald Zender (links im Bild) gehört seit 2007 zur Geschäftsführung der TGI und ist seit 2008 stellvertretendes Mitglied im Vorstand der MEP AG. Der Ingenieur der Hüttenkunde mit über 20 Jahren Erfahrung in der Führung von internationalen Produktions- und Vertriebsgesellschaften, darunter auch namhafte Glaskonzerne, ist für die technische Entwicklung der TGI zuständig. Insbesondere in der zweijährigen Investitionsphase war es seine Aufgabe, die Erneuerung der speziell konzipierten Schmelzwannen und automatisierten Produktionslinien zu überwachen.

Allen drei Geschäftsführern ist dabei eines gemeinsam: Die Leidenschaft für Glas und der feste Wille, die Technischen Glaswerke Ilmenau zu einem Weltmarktführer zu machen.

Die Firma:

Beyond Glass – Glas und mehr
Der Name TGI – Technische Glaswerke Ilmenau GmbH – steht für umfassende Glas-Kompetenz und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Kunden in aller Welt. Am traditionsreichen Glas-Standort Ilmenau in Thüringen arbeiten wir heute in einer der modernsten Glashütten Europas daran, unseren Kunden aus aller Welt beste Produkte und Services zu liefern.

TGI produziert auf höchstem technologischem Niveau hochwertige Glasprodukte aus den Bereichen: Laborglas, Haushaltsglas, Schaugläser, Pressglas und Glasröhren, Kapillaren, Stäbe. Unsere Produkte der Marken ILMABOR, ILMADUR und ILMATHERM stellen wir in der Regel in Großserien im eigenen Haus her. Dabei sind die Produktionsketten stringent organisiert und rechnergesteuert, so dass eine hohe Reproduzierbarkeit gesichert ist. Rund zwei Drittel der Produktion gehen in den Export.

Beyond Glass – mehr als Glas, das bedeutet für uns: Selbstverständlich sehr gute Produkte, eine hohe Zuverlässigkeit und kundenorientierte Flexibilität in Produktion und Lieferung. Als einer der wenigen unabhängigen Komplettanbieter von technischen Spezialgläsern stellen wir unseren Kunden ein umfassendes Full-Service-Angebot zur Verfügung: Anspruchsvolles technologisches Know-how, zielorientierte Beratung, wunschgemäße Herstellung aller Produkte in Abstimmung mit dem Kunden, punktgenaue Lieferung überall hin, günstig und termingerecht.

Was uns dafür qualifiziert? Die Kompetenz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und eine Jahrhunderte alte Glasmacher-Tradition am Standort Ilmenau. Glastechnik lernt man nicht von heute auf morgen. Das Know-how aus Jahrhunderten ist nicht kopierbar, das erworbene Wissen von Generationen bleibt auch in einer globalisierten Welt ein hohes Gut. Das zeigt auch die positive Entwicklung des Unternehmens in den letzten Jahren.

Nachdem die MEP Management + Equity Partners AG 2006 eine Mehrheitsbeteiligung an den Technischen Glaswerken Ilmenau übernommen hat, ist die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von 230 auf 250 gestiegen und der Umsatz konnte von 21 Millionen Euro auf 24 Millionen Euro gesteigert werden.

Rund neun Millionen Euro wurden mit Unterstützung des Landes Thüringen in neue Anlagen und vier neue Schmelzöfen investiert. Seit Oktober 2008 sind diese Investitionen abgeschlossen und TGI kann noch kostengünstiger und energieeffizierter produzieren – auf dem enger werdenden internationalen Glasmarkt ein unbestrittener Wettbewerbsvorteil.
Kontakt: Technische Glaswerke Ilmenau GmbH Leiterin der Unternehmenskommunikation:
Marita Meyer-Kainer
Tel. +49(0)40/28095010 mmk@tgi-glas.com www.tgi-glas.com

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