Interview

Prof. Dr. Kurt Wagemann

Prof. Dr. Kurt Wagemann ist seit 1. Januar 2010 Geschäftsführer der DECHEMA. Er wurde 1959 geboren und studierte Chemie an der Ludwig-Maximilian-Universität München. Nach seiner Promotion am Max-Planck-Institut für Quantenoptik trat er 1989 der DECHEMA bei. Im Vorfeld zur ACHEMA stellte ihm die LABO-Redaktion vier Fragen.

LABO: Herr Professor Wagemann, die inzwischen 30. ACHEMA öffnet demnächst ihre Tore. Gibt es Gründe zum Feiern, z.B. was die Ausstellerzahlen und das wirtschaftliche Umfeld anbelangt?

Prof. Wagemann: Noch laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren, feiern werden wir dann auf der ACHEMA mit unseren Ausstellern und Gästen. Aber es gibt in der Tat viele Gründe für Optimismus: Der aktuelle Buchungsstand in der Ausstellung liegt um 2 % über der Nettofläche von 2009 und damit auch leicht über den Zahlen von 2006. Mit 50 % Anteil internationaler Aussteller untermauert die ACHEMA außerdem eindrucksvoll ihre Position als weltweite Leitveranstaltung.

LABO: Welche Ausstellergruppen haben denn die größten Zuwachsraten?

Prof. Wagemann: Die größten Zuwachsraten sehen wir in der Mess-, Regel- und Prozessleittechnik sowie in der Pharma-, Verpackungs- und Lagertechnik. Aber auch an anderer Stelle verzeichnen wir neue Rekordzahlen: Erstmals umfasst die Ausstellungsgruppe Pumpen, Kompressoren und Armaturen mehr als 1000 Aussteller. Wir präsentieren damit in Frankfurt zugleich die größte Pumpenausstellung der Welt.

LABO: Erstmals findet das „ACHEMA-Partnering“ statt. Was verbirgt sich hinter dem Begriff?

Prof. Wagemann: Unter knapp 4000 Ausstellern und über 173000 Besuchern die richtigen Ansprechpartner zu finden, ist nicht immer leicht. Mit dem ACHEMA-Partnering wollen wir dabei helfen: Aussteller und Besucher können sich bereits vorab auf einer Internetplattform registrieren und ihr Interessenprofil sowie ihre Angebote hinterlegen. Andere Partnering-Teilnehmer können diese Profile bequem durchsuchen, interessante Ansprechpartner über das Tool kontaktieren und einen Termin auf der ACHEMA vereinbaren. Die Plattform unterstützt dabei sogar die Terminfindung. Man kann sich dann am Ausstellungsstand oder aber in einem gesonderten Partnering-Bereich in Halle 9.2 treffen. Für Aussteller ist die Teilnahme übrigens kostenlos.

LABO: Energie beziehungsweise Energieeffizienz sowie nachwachsende Rohstoffe sollen zwei Schwerpunkte auf der diesjährigen ACHEMA sein. Wie werden diese Themen dort kommuniziert?

Prof. Wagemann: Beiden genannten Schwerpunkten der ACHEMA sind mehrere Dinge gemeinsam: Es handelt sich um hochaktuelle Themen, und sie lassen sich nicht auf eine Ausstellungsgruppe eingrenzen. Der Schwerpunkt Energie/Energieeffizienz findet sich in der Ausstellung in der Sonderschau „Innovative Energieträger und -speicher“, aber auch außerhalb der Sonderschau haben eine ganze Reihe von Ausstellern Angebote dazu. Wir haben bereits in einer Sonderpublikation einen Überblick darüber gegeben und werden zusätzliche Informationen elektronisch veröffentlichen. Im Kongress-programm finden Sie die entsprechenden Vortragsstränge unter den Stichworten Energieeffizienz und Energiespeicherung.

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Die BiobasedWorld at ACHEMA ist eine ganz neue globale Plattform. Auch hier gilt: Nachwachsende Rohstoffe, Bioprozesse und Biotechnologie ziehen sich durch die gesamte Ausstellung. Wir haben auch hier eine Sonderpublikation vorbereitet und auf der Seite http://www.achema.de/ biobasedworld zusätzlich eine Übersicht über Kongressprogramm und Aussteller veröffentlicht. Besonders freuen wir uns darüber, dass die Resonanz über den „harten Kern“ der ACHEMA-Community hinausreicht. So wird die Roadmap Bioraffinerien, die vier Bundesministerien haben erarbeiten lassen, am Montag auf der ACHEMA direkt im Anschluss an die Podiumsdiskussion zur Bioökonomie vorgestellt. Am Mittwoch und Donnerstag beleuchten wir die Bioökonomie dann auf einer zweitägigen Konferenz aus der europäischen Perspektive.

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