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Innovationspreis des Netzwerks Zenit e.V. - Carpegen schafft es auf Platz 2

Das im Jahr 2001 gegründete Biotechnikunternehmen Carpegen aus Münster war eines von 63 Unternehmen, das sich im Rahmen der Ausschreibung "Vom Produkt zur Systemlösung" um den diesjährigen Innovationspreis des Netzwerks ZENIT e.V. beworben hatte. 7 Unternehmen waren für die Finalrunde nominiert worden. Carpegen schaffte es auf den 2. Platz und wurde am 3. Dezember im Rahmen der Preisverleihung in Mülheim an der Ruhr vor rund 100 Gästen geehrt.

Die Jury würdigte damit das überzeugende Vorhaben des Unternehmens, aus einem innovativen Produkt aus dem Bereich Medizintechnik eine komplexe Systemlösung mit hohem Marktpotenzial zu entwickeln, so Dr. Otmar Schuster, Vorsitzender des Netzwerks Zenit e.V.

Davon profitieren sollen in Zukunft sowohl Kunden und Patienten, aber auch das Unternehmen selbst. Grundlage ist ein Analyseprodukt, mit dem Bakterien bestimmt werden können, die für die Volkskrankheit Parodontitis verantwortlich sind. Bislang müssen dafür beim Zahnarzt entnommene Proben zur Auswertung in das Carpegen-Labor nach Münster geschickt werden. Für die Patienten bedeutet dies einen zweiten Praxisbesuch, für den Zahnarzt selbst einen erhöhten Aufwand und für die Krankenkassen hohe Kosten. Mit Hilfe eines Förderprojektes des Bundesforschungsministeriums arbeitet man in Münster zurzeit an einem Echtzeit-Minilabor, das die Auswertung einer Probe innerhalb einer halben Stunde direkt beim Zahnarzt ermöglicht. Die Kosten dafür werden weit unterhalb von bereits existierenden Konkurrenzprodukten liegen.

Entwickelt wird das Minilabor gemeinsam mit dem ebenfalls in Münster ansässigen Unternehmen Systec und der Uniklinik Bonn. Mit dem geplanten Verkauf ab Ende 2013 wird es Ärzten auch ohne Vorkenntnisse möglich sein, Echtzeit-Analysen durchzuführen. Das System mit dem Namen Gyronimo besteht aus einem Analyzer und Einweg-Kartuschen. Jede Kartusche enthält alle für die Analyse erforderlichen Reagenzien. Die quantitative Analyse liefert hochzuverlässige Ergebnisse, die gemeinsam mit einer individuellen Therapieempfehlung auf einem angeschlossenen PC oder Tablet-PC ausgegeben und direkt mit dem Patienten besprochen werden können.

Auch andere Einsatzgebiete sind denkbar. So lassen sich genetische Marker oder Krankenhauserreger wie MRSA-Keime präzise identifizieren. "Das analytische Spektrum des Systems kann nahezu beliebig angepasst werden", so Geschäftsführerin Dr. Antje Rötger. So hätte beispielsweise das Norovirus, mit dem sich im Oktober mehr als 11000 Kinder und Jugendliche in Schulkantinen infiziert hatten, mit Hilfe von Gyronimo erheblich schneller entdeckt werden können. "Derzeit schauen wir uns Projektpartner für verschiedene Anwendungsbereiche an. In der Umwelttechnik, in der Lebensmittelindustrie, aber vor allem natürlich in der Medizin."

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