Qualitäts-Tipp
Der Qualitäts-Tipp im April
„Wie die Temperatur das Wägeergebnis beeinflusst“
Von Michael Klosky, B.Sc., NOVIA GmbH
Kennen Sie das auch? Sie sitzen an der Waage und sie will sich einfach nicht tarieren lassen. Wenn man dann die Probe einwiegen will, fliegt diese im ganzen Wägeraum herum, landet aber leider nur nicht im Wägegefäß. Zu allem Überfluss driftet dann auch noch der Wägewert in alle Richtungen.
Ein unschönes, nerven- und zeitraubendes Szenario, welches sich häufig im Labor abspielt und das mit Sicherheit niemand braucht. Die Qualitäts-Tipps aus der Reihe „Manchmal wägt das Leben schwer“ sollen Ihnen nützliche Tipps für Ihre Wägepraxis im Labor geben.
Woran liegt es, dass die Einwaage manches Mal mit einem solchen Aufwand verbunden ist? Es gibt eine Vielzahl potenzieller Störfaktoren, die das Wägeergebnis negativ beeinflussen können. Teil 1 dieser Qualitätstippreihe beschäftigt sich mit dem Störfaktor „Temperatur“.
Die Temperatur spielt eine wesentliche Rolle beim Wägen. Prinzipiell gilt, dass kalte Proben schwerer und warme Proben leichter erscheinen. Der Grund liegt im dynamischen Auftrieb. Stellen Sie sich vor, Sie bestimmen den Sulfatgehalt Ihrer Probe. Sie glühen dazu die Substanz bei einer Temperatur von ca. 650 °C für eine definierte Zeitspanne. Anschließend lassen Sie die Probe samt Tiegel im Exsikkator abkühlen. Ist die Probe allerdings noch nicht vollständig abgekühlt, entstehen, bedingt durch das Temperaturgefälle zwischen Wägegut und Umgebung, Luftströmungen entlang des Wägegutes. Diese Luftströmungen heben die Probe etwas an und somit erscheint sie auf der Waage leichter.
Es erscheint nur logisch, dass das Wägegut gut an die Raumbedingungen akklimatisiert werden muss. Zudem sollte der Kontakt der Probengefäße mit der Hand möglichst vermieden bzw. auf ein Minimum reduziert werden. Auch die Hand überträgt Wärme auf das zu wägende Gut und beeinflusst somit das Wägeergebnis negativ. Bemerkbar macht sich die Temperatur bei der Waage durch einen Drift der Wägeanzeige in eine Richtung.
Wann spielt die Temperatur eine besondere Rolle? Immer bei Rückwägungen im Semimikro- und Mikrobereich. Hier besteht die Gefahr der Negativauswaagen. Negativauswaagen sind im Übrigen bis zu einem gewissen Grad tolerierbar. Im Zweifelsfall sagt Ihnen im regulierten Bereich eine SOP, wie Sie mit Negativauswaagen umzugehen haben.
Lesen Sie im 2. Teil, wie Sie die Störfaktoren „Luftfeuchtigkeit“ und „Elektrostatik“ vermeiden bzw. reduzieren können.
Ihr Kontakt:
Michael Klosky
Bachelor of Science
NOVIA
Chromatographie- und Messverfahren GmbH
Industriepark Höchst – Gebäude B 845
65926 Frankfurt am Main
Tel. +49(0)69/305-43843
Fax +49(0)69/309159
www.novia.de
Weitere Qualitätstipps finden Sie unter http://www.novia.de/qualitaets_tipps.de











