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Qualitäts-Tipp, 07-08-2010

Mehr Datensicherheit durch Geräteintegration

Geht man heute durch ein modernes Labor, fällt oft Eines auf: Klassische Labortische sind rar geworden, stattdessen türmen sich Analysensysteme, Auswerterechner, Drucker usw. Kein Zweifel also, die Arbeit im Labor hat sich grundlegend geändert, der Arbeitsschwerpunkt der Mitarbeiter hat sich deutlich verschoben. Weg von der eigentlichen Analytik und hin zu Dokumentation und Interpretation von Ergebnissen.

Was aber auch auffällt: Trotz dieser hochmodernen Analysentechnik werden automatisch erzeugte Daten oftmals noch ausgedruckt oder abgeschrieben und manchmal sogar mit einem Taschenrechner zu einem Endergebnis verrechnet. Das dafür benutzte Arbeitsblatt mit allen manuellen Schritten wird aus QS-Gründen archiviert. Erst danach erfolgt die, wiederum manuelle, Übertragung des Ergebnisses in Dokumentations- oder Auswertesysteme.

Es liegt auf der Hand, dass sich hier potenzielle Fehlerquellen auftun, ganz einfach durch Fehler bei der mehrfachen manuellen Übertragung von Daten oder durch Berechnungsfehler. Darüber hinaus wird der Arbeitsfluss unterbrochen, denn eine solche Tätigkeit erfordert Zeit und wird typischerweise nicht unmittelbar nach der Verfügbarkeit der Ergebnisse durchgeführt.

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Die Frage ist: Warum ist das heute noch so? Warum gibt es immer noch so ein Missverhältnis zwischen den modernen Laborsystemen einerseits und den oft nur rudimentär vorhandenen Kommunikationsstrukturen zwischen diesen Systemen?

Die Erfahrung sagt, es existieren eine Menge Vorurteile, wie z.B. Geräteanbindungen wären teuer, kompliziert und unsicher. Die Laboranten hätten keinen Einfluss mehr auf die Daten und vieles mehr.
Vor 20 Jahren waren diese Argumente noch nachvollziehbar – heute allerdings nicht mehr. Auch hier hat sich ein grundlegender Wandel vollzogen. Und um es gleich vorweg zu nehmen: Wird von Geräteintegration gesprochen, ist damit keinesfalls eine vollautomatische Übernahme und Weiterverarbeitung von Ergebnissen gemeint. Der Analytiker hat immer das letzte Wort und kann eingreifen, bevor derartige Daten in irgendein anderes System übertragen werden.

Auch die Vielfalt von Schnittstellen hat sich deutlich reduziert. Der größte Teil der heutigen Analysensysteme verfügt über eigene Steuerrechner, kann strukturierte Ergebnisdateien erzeugen und diese in der Regel in einem Netzwerk ablegen. Damit ist es möglich, Sichtung und Auswertung der Ergebnisse vom Ort der eigentlichen Datenentstehung zu entkoppeln.

Derartige Dateien auszuwerten und zu strukturieren, ist mit den aktuell verfügbaren Software-Werkzeugen kein wirkliches Problem mehr und folgt immer demselben Muster:

  • Öffne die Ergebnisdatei.
  • Identifiziere/separiere die Proben.
  • Finde und extrahiere die Nutzdaten einer Probe.
  • Führe gegebenenfalls Umrechnungen/Berechnungen durch.
  • Überführe die Ergebnisse in ein möglichst einfaches Format und stelle sie für einen Import im Zielsystem zur Verfügung.

Die so komprimierten Analysenergebnisse werden typischerweise in einem Sichtungs- und Freigabedialog dargestellt. Die verantwortlichen Mitarbeiter sind damit in der Lage, bei Bedarf Daten zu ergänzen, Ergebnisse zu kommentieren oder offensichtlich fehlerhafte Daten von der Übertragung in das Zielsystem auszuschließen.

Falsche Ergebnisse wie Zahlendreher oder falsche Dimensionen gehören damit der Vergangenheit an. Die nachträgliche Fehlersuche entfällt.

Gleichzeitig kann der Probenfluss und der Durchsatz, natürlich abhängig vom jeweiligen Arbeitsplatz, deutlich beschleunigt und erhöht werden – und das ohne Mehrbelastung des Personals. Unabhängig davon, ob die so gewonnen Daten dann in einem komplexen LIMS oder einem einfachen Excel-Datenblatt erfasst werden.

Selbst bei einem einfachen Gerät wie einer Waage kann, ein entsprechendes Arbeitsvolumen vorausgesetzt (z.B. zentralisierter Einwaageplatz), eine Zeitersparnis von 50…70 % erreicht werden.

Grund genug, sich mit dem Thema noch einmal intensiver auseinander zu setzen. Was meinen Sie?

Ihr Kontakt:

Frank Knoff, Dipl. Ing. Informationstechnik, IMCOR GmbH, Turnacker Strasse 62/1, 70794 Filderstadt, Tel. +49(0)711/7089003, Fax +49(0)711/7089004, frank.knoff@imcor.de, www.imcor.de.

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