HPLC-Tipp

Der HPLC-Tipp

von Dr. Stavros Kromidas, Saarbrücken

 Meine Frau meinte: Kulinarische Urlaubssünden müssen sofort gesühnt werden. Auch im September gibt's bei uns leichte Kost. Ich dachte, das machen wir auch mit den HPLC-Tipps, bevor wir uns im Oktober wieder mit ,,ordentlichen" Tipps beschäftigen.

• Als beliebte Ionenpaarreagenzien gelten verdienterweise Hexan- und Heptansulfonsäure. Sollte jedoch irgend einer Ihrer Basen Ihnen zu früh kommen, denken Sie vielleicht alternativ auch an Campfersulfonsäure: Ihr Peak kommt später und Sie können vielleicht besser trennen.

• Geisterpeaks hervorgerufen durch Abbauprodukte können eine verdammt ärgerliche Sache werden. Ich schildere Ihnen kurz einen Fall aus der Schweiz, damit Sie sensibilisiert werden, auch an ungewöhnliche Ursachen zu denken: Man wusste Bescheid über eine empfindliche Probe. Also, man hat Braunglas und zusätzlich eine Alu-Folie verwendet. Das hat nicht gereicht. Erst als die Analytik in ein Labor ohne eine Neon-Deckenbeleuchtung (!) verlegt wurde, verschwanden die Geisterpeaks.

• Ist Ihnen vielleicht mal folgendes aufgefallen? Der erste (oder die ersten), recht früh eluierende(n) Peak(s), zeigt(en) ein auffallendes Tailing, die später eluierenden Peaks werden immer symmetrischer. Dieser Effekt ist ein Hinweis auf ein – für diese Trennung! – verhältnismäßig großes Totvolumen. Ein solches macht sich besonders bei früh eluierenden Peaks wegen der kleinen Peakvolumina (zwischen 150 und 250 ml) bemerkbar. Die später eluierenden Peaks sind eh ,,breit", die zusätzlichen 50 oder 100 ml spielen bei einem Peakvolumen von 1000 oder 2000 ml kaum eine Rolle. Das bedeutet folgendes: Sollten die frühen Peaks für Sie von Interesse sein, so bestünde Handlungsbedarf; Sie sollten versuchen, das Totvolumen Ihrer Apparatur zu verringern, um für diese anspruchsvolle Trennung noch ein ,,paar" Böden ,,herauszuschlagen".

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• Drift bei Gradiententrennungen im unteren Wellenlängenbereich kann sehr unangenehm werden. Es gibt einige Möglichkeiten, um die UV-Absorption von Eluent ,,A" und ,,B" anzugleichen, damit wird die Drift verhindert bzw. vermindert. Eine einfache Sache scheint folgende zu sein: Man gibt dem Eluent ,,A" (wässrige Phase) 1 Tropfen HNO3/l H2O zu, die Drift ist ,,weg", siehe Bild (Quelle: John Dolan).

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