HPLC-Tipp

Der HPLC-Tipp

Empfehlungen in Geräte-Handbüchern – seien Sie etwas vorsichtig!
Der Fall
Handbücher von Geräteherstellern sind meist sehr nützlich – zwar manchmal viel zu umfangreich und von Softwarespezialisten statt von Analytikern verfasst, aber dennoch: Manches wird erst nach deren Lektüre wirklich klar. Trotzdem ist Vorsicht geboten: Einige Empfehlungen sind irreführend oder einfach falsch. Welche Beispiele könnte man diesbezüglich anführen?
Die Lösung
Dergleichen gibt es einiges, hier möchte ich beispielhaft auf zwei Empfehlungen bzgl. Einstellparametern eingehen:
1. In manch einem Manual steht, dass ein Peak mit 20...25 Datenpunkten ausreichend darstellbar sei. Dies stimmt jedoch nicht für schnelle Peaks. Bei einer Peakbreite von z.B. 9 s im Falle eines schnell eluierenden Peaks ergibt sich als Datenrateaufnahme (Sample Rate, SR): 20 Datenpunkte/9 s = ca. 2,2 Hz bzw. 25 Datenpunkte/9 s = ca. 2,8 Hz – also sollte man laut Hersteller-Empfehlung eine Sample Rate von 2...3 Hz wählen.

Bild 4: Das gleiche Chromatogramm wie in Bild 3, allerdings bei einer Zeitkonstante von 0,05 s.

Bild 1 zeigt ein Chromatogramm bei einer SR von 2 Hz, Bild 2 bei einer SR von 10 Hz. Im ersten Fall wird die Verunreinigung bei der aufsteigenden Flanke des ersten Peaks überhaupt nicht erkannt, im zweiten schon. Im vorliegenden Fall also wären 90 (90 Datenpunkte/ 9 s = 10 Hz) oder wenigstens 45 Datenpunkte (45 Datenpunkte/9 s = 5 Hz) vonnöten.

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2. Des Weiteren fand ich als empfohlenen Wert für die Zeitkonstante (je nach Hersteller auf Englisch: rise time, time constant, filter constant filter time, response time) 0,5...0,6 s oder gar 1 s. Bild 3 zeigt ein Chromatogramm bei 0,6 s und Bild 4 das gleiche Chromatogramm bei 0,05 s. Die zwei Peaks je vor und nach dem ersten Hauptpeak sind in Bild 3 einfach nicht da!

Solche Empfehlungen stammen aus einer Zeit, in der die Chromatogramme recht lang und die Peaks relativ breit waren und spät eluierten (Säulenlänge 25 cm, Fluss 1 ml/min, Retentionszeiten über 15...20 min). Sollten Sie mit solchen Methoden arbeiten, können Sie für Ihre Arbeit getrost die Brisanz der Einstellparameter „vergessen“.

Das Fazit

Gerade bei schnellen Chromatogrammen ist es ratsam, Default-Werte und empfohlene Einstell-/Integrationsparameter kritisch zu hinterfragen.
© by Stavros Kromidas

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