Labortechnik

Lounges wachsen weiter

Die Lounges haben sich in den letzten Jahren zu einem sehr erfolgreichen Kommunikationskonzept entwickelt. Die besondere Atmosphäre zwischen Aussteller und Referenten als Informationslieferanten auf der einen Seite und dem Besucher als Konsumenten auf der anderen Seite macht die Veranstaltung so attraktiv. Die jährliche Erweiterung mit neuen Lounge-Themen beweist die Attraktivität der Veranstaltung. Das folgende Gespräch erläutert, warum in Zukunft auch die Analytik-Lounge ein Lounge-Thema ist. Herr Martin als Initiator und Geschäftsführer der I-EC GmbH führt das Gespräch mit Dr. Hundrieser, dem Chefredakteur der LABO.

LABO-Redaktion: Bitte erläutern Sie doch zunächst noch die Entstehung der erfolgreichen Veranstaltung, da diese vielen Lesern noch nicht so bekannt ist. Welches sind die wichtigsten Vorteile gegenüber den bisherigen Veranstaltungen, wie Messen oder Seminaren.

Herr Martin: Sehr gerne, vor ca. sechs Jahren saßen wir mit einigen Firmen, die bis dahin auf klassischen Messen als Aussteller dabei waren, zusammen und haben uns gemeinsam Gedanken darüber gemacht, wie man Messen attraktiver gestalten könnte. Das Lounge-Konzept kam dabei heraus, es vereint die Idee einer Messe mit den Zielen einer Vortragsveranstaltung. Innovative Produkte und neue Themen werden in einem besonderen Rahmen zusammengebracht und präsentiert. Der Informationsaustausch zwischen den Besuchern und Ausstellern, bei Gesprächen am Stand, innerhalb von Vorträgen und in Diskussions-Foren, sind das Ziel des Events. Wie der Begriff "Lounge" bereits erahnen lässt, verbirgt sich dahinter mehr als nur eine Halle mit Ständen. Die Aussteller und auch Besucher finden einen Raum vor, der den Charakter des Events bereits beim Betreten erleben lässt. Der gesamte Event-Bereich ist gestaltet wie eine riesige Lounge, die zum Verweilen einlädt und die Kommunikation untereinander fördert.

Die erste Idee war, verschiedene Bereiche zu vereinen!

Exhibition-Lounge - Vortrags-Sessions - Diskussions-Foren - Demo-Workshops:

- Ausstellung von Produkten und Dienstleistungen.

- Produkt-/themenspezifische Fachbeiträge.

- Diskussion von aktuellen Themen.

- Demonstration von Vorgehensweisen und Equipment.

Die Einladung erfolgt durch Aussteller sowie durch Event-Partner.

- Eingeladene Fachbesucher haben freien Eintritt.

- Fachbesucher ohne Einladung bezahlen Eintritt für den Besuch.

Der zweite Gedanke lag bei den Möglichkeiten!

Drei Tage Veranstaltung sollen genutzt werden,

- um sich in den Vortrags-Sessions spezifisch weiterbilden zu können,

- um sich über neuste Innovationen im Rahmen einer Ausstellung zu informieren,

- um neue Kontakte zu knüpfen oder alte Freundschaften zu beleben,

- um die Maschinenhersteller mit den Anwendern zusammen zu bringen,

- um den Anwendern aus den verschiedenen Bereichen eine Diskussionsplattform zu bieten

- und für vieles mehr...

LABO-Redaktion: Aber warum ist gerade ein Schwerpunkt auf die entspannte Atmosphäre gelegt worden?

Herr Martin: Die Hektik auf den klassischen Messen sowie die Größer- , Höher-, Schneller-, Weitermentalität, die dort herrscht, sollte umgangen und die Möglichkeit zum hochwertigen und für jeden gewinnbringenden Austausch geschaffen werden. Es galt nun, solch eine Atmosphäre zu schaffen und auch den Ausstellern einiges an Vorbereitungsaufwand abzunehmen. Die Halle wurde gemeinsam mit einem sehr innovativ arbeitenden Messearchitekten gestaltet. Ausstellungsstände wurden einheitlich designt, so, dass man nur noch die Größe aussuchen und Logo und Wandgestaltung vorbereiten musste. Catering- und interessante Barbereiche wurden in der Halle verteilt und gemütliche Kommunikationsbereiche vorgesehen. Dies alles trug dazu bei, dass sich Besucher gleich auf Anhieb wohlfühlten und sich komplett anders verhielten als auf einer klassischen Messe. Man hatte auf einmal Zeit zu kommunizieren. Ein riesiger Vorteil für die Aussteller, die nicht mehr, wie üblich, Produkte verkauften, sondern über ihr Know-how zu punkten wussten. Man muss dies erleben, um ein Gefühl dafür zu bekommen.

LABO-Redaktion: Das ist sicherlich ein Vorteil für die Aussteller und Teilnehmer zugleich. Es soll aber auch ein Transfer von Wissen erfolgen. Wie erreichen Sie dies?

Herr Martin: Alle angemeldeten Aussteller haben die Möglichkeit, Fachvorträge einzureichen, in denen sie ihr Know-how präsentieren können, ohne direkt Werbung für ein Produkt zu machen. Für 2011 wurden für die einzelnen Lounges über 300 Fachvortragsthemen, zu vorgegebenen Themenschwerpunkten, eingereicht. Der Eventbeirat hat daraus ca. 200 ausgewählt, die dann in einem Programm zusammengefasst wurden. Dies ergaben pro Tag jeweils 10-12 Vormittags- und die gleiche Anzahl an Nachmittagssession, mit jeweils 2-4 Fachvorträgen pro Session. In den Vortragsräumen gibt es Platz für 50-300 Personen. Besucher können nun frei wählen, welche Vorträge sie sich anhören möchten. Die Vormittagssession führen in den Tag ein und dauern bis max. 11.00 Uhr. Danach kann der aktive Austausch an den Ständen der Aussteller erfolgen. Die Nachmittagssessions beschließen den Tag und leiten in die gemütliche Abendveranstaltung über. Nicht alle Besucher kommen aber wegen den Vorträgen, ein Großteil der Besucher nutzt auch die ungezwungene Atmosphäre, um sich direkt mit den ausstellenden Firmen auszutauschen.

LABO-Redaktion: Daneben binden Sie aber auch die Besucher aktiv ein. Werden auf den Aktionsbühnen Aussteller und Besucher nicht gemeinsam zum handeln verpflichtet?

Herr Martin: Nein, ganz im Gegenteil. Nichts ist angenehmer, als selbst etwas greifen und dadurch begreifen zu können. Die Aktionsbühnen finden zwischen den Vortragssessions statt und geben die Möglichkeit zum "learning by doing". Themen werden hierbei anschaulich durch die Aussteller präsentiert und regen zu Diskussionen an. Man fühlt hierbei keinen Zwang. Frei nach den Motto: Man kann, muss aber nicht. Nur zuhören und schauen ist auch OK.

LABO-Redaktion: Dies ist nun das Kommunikationskonzept. Aber welche speziellen Lounges gab es bisher und welche wird es zukünftig noch geben?

Herr Martin: Welche es zukünftig noch geben wird, das ist nicht ganz einfach zu beantworten. Es hängt vieles von der Nachfrage bzw. dem Bedarf an neuen Themen ab. Wir haben die einmalige, sehr komfortable Möglichkeit, neue Themen innerhalb einer sehr gut funktionierenden Lounge heranzuziehen und wachsen zu lassen. Unser Stamm, also die Themen, Reinraum- und Gebäude- und Anlagentechnik, GMP und Pharma bilden ein Gerüst, welches die Lounges stützen. Jedes Jahr finden wir 2-3 neue Themen, die wir einbinden. Es müssen daher nicht immer gleich hunderte von Ausstellern bei den neuen Themen dabei sein, 5-6 reichen hier meistens für den Start schon aus, um auch interessante Vortragssessions anbieten zu können. 2011 waren dies die Themenbereiche Analytik, IPM und Powder. Sobald Themen dann gut funktionieren, lösen wir diese aus dem Verbund aus und machen eigenständige Veranstaltungenen daraus, wie die Vision Pharma bereits erfolgreich zeigt.

LABO-Redaktion: Ein Erfolgsfaktor ist sicherlich die kostenlose Teilnahme. Warum können Sie die Veranstaltung ohne eine Teilnehmergebühr anbieten? Es gibt ja sogar noch das Essen und die Getränke kostenlos?

Herr Martin: Die Basis liegt in den Wünschen der ausstellenden Firmen begründet, die ihren Kunden eine attraktive Plattform bieten möchten. Sie übernehmen daher auch gerne die Kosten dafür. Die Veranstaltung funktioniert nur so gut, weil sie so ist, wie sie ist. Wohlfühlen ohne Zwang. Beide Seiten profitieren davon.

LABO-Redaktion: Und abends ist auch immer noch etwas los?

Herr Martin: Ja, der Ausklang des Tages, am Abend beim gemütlichen Bier oder bei Wein und gutem Essen und Musik, das gehört einfach dazu. Wir möchten dies nicht mehr missen, die Aussteller und Besucher auch nicht, wie man an die jährlich steigenden Zahlen sieht. Knapp 70 % der Tagesbesucher bleiben am Abend auch noch da und beschließen gemeinsam den Tag. Der Tag ist dadurch sehr lang, oft über 12 Stunden. Das Konzept greift auch hier?

LABO-Redaktion: Nochmals speziell zur Analytic-Lounge. Analysensysteme und Laborroutine werden auf jeder Messe und den verschiedenen Firmenveranstaltungen präsentiert. Was sind die speziellen Pluspunkte der Analytic-Lounge?

Herr Martin: Wir möchten hier nicht sagen, dass es auf die besonderen Themen ankommt, nein, es sind ähnliche Themen, die auch auf der Analytic-Lounge angeboten werden. Der klare Unterschied bei den Lounges liegt im Konzept und der Art und Weise, wie man kommuniziert. Aussteller und Besucher treffen sich auf einer anderen Ebene. Die Lounge erreicht häufig andere Personen, als klassische Messen oder Firmenveranstaltungen. Dies ist sehr wichtig! Die Analytic-Lounge wird zudem in Zukunft mit großer Sicherheit Themen anbieten, die bei manchen Messen zu kurz kommen. Wir möchten innovativen Ideen und interessanten Themen eine unkomplizierte Plattform bieten. Es wird spannend, das ist garantiert!

Besuchen auch Sie die Lounges 2011, gerne laden wir auch Ihre Leser vom 15. bis 17. Februar 2011 in die Messe Karlsruhe dazu ein! Eine Registrierung unter http://www.new-lounges.de ermöglicht die kostenlose Teilnahme an den Vorträgen und Workshops sowie den Besuch der Exhibition-Lounge.

LABO-Redaktion: Herr Martin, wir danken für das nette Gespräch!

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