Das Porträt

Das Porträt

9 Fragen an Volker Bohlender, BOLA (Bohlender GmbH)

Was reizt Sie (besonders) an Ihrer jetzigen Tätigkeit?
Auf einen kurzen Nenner gebracht: Die Möglichkeit, neue Ideen umzusetzen und etwas zu bewegen. Mein Selbstverständnis als Unternehmer ist es, zu agieren und nicht zu re-agieren. Deshalb will ich den Erfindergeist in unserem Unternehmen wach halten und selbst immer wieder neue Impulse geben. Auf diese Weise Menschen zu begeistern und zu inspirieren – das macht mir Freude. Und natürlich die Vielfalt der Aufgaben.

Welche Ziele haben Sie sich bzw. für Ihr Unternehmen in nächster Zeit und für die weitere Zukunft gesetzt?
Ein Ziel verfolgen wir gerade mit Nachdruck, das ist die Umfirmierung von Bohlender zu BOLA – ein Name der kürzer, prägnanter und international leicht verständlich beziehungsweise aussprechbar ist. Dies ist Teil eines umfassenden Strukturwandels: Wir sind auf dem Weg von der „Firma“ zu einem international operierenden Unternehmen – wollen dabei aber unseren familiären Charakter beibehalten. Im Marketing geht es darum, unsere Stärken noch offensiver herauszustellen: Wir sehen uns als Technologieführer; dies müssen wir auch so kommunizieren. Außerdem planen wir den Neubau einer weiteren Halle für Lager und Logistik, um der starken Nachfrage gerecht zu werden und eine wachsende Zahl an Kunden weiterhin schnell und zuverlässig bedienen zu können.

Wo liegen die besonderen Herausforderungen für Sie?
Trotz dynamischen Wachstums ein hohes Maß an Kontinuität zu wahren – gegenüber unseren Mitarbeitern, aber auch gegenüber unseren Kunden. In schnelllebigen Zeiten wollen wir für Nachhaltigkeit stehen. Eine große Herausforderung für die Zukunft ist es sicherlich, trotz rückläufiger Bevölkerungszahlen ausreichend qualifiziertes Personal für weiteres Wachstum zu finden.

Was halten Sie für Ihre größten Stärken und Schwächen?
Zu den Stärken: Wir beschäftigen uns intensiv mit den Problemen unserer Kunden. Als Hersteller können wir dann sehr schnell und gezielt darauf eingehen – bis hin zur Maßanfertigung. Wir entwickeln bereits heute Lösungen für Aufgaben, die unsere Kunden vielleicht erst morgen beschäftigen. Was die Schwächen angeht: Wenn wir einen Weg als richtig erkannt haben, gehen wir diesen sehr zielbewusst und lassen uns nicht so schnell davon abbringen – das könnten manche als „stur“ interpretieren. Ansonsten bin ich ein Freund der klaren Aussprache, was nicht immer und überall auf Begeisterung stößt.

Wie beurteilen Sie die derzeitige wirtschaftliche Lage in Deutschland?
Sagen wir mal so: spannend. Noch ist nicht klar, wohin die Reise geht. Ob es weiter auf- oder wieder abwärtsgeht, ist aber vor allem auch eine „Kopfsache“, die nur zum Teil etwas mit realen Faktoren zu tun hat.

Wie wird sich die Wirtschaft in Deutschland entwickeln?
Die deutschen Unternehmen sind hervorragend aufgestellt. „Made in Germany“ ist nach wie vor eine weltweit begehrte Marke. Zu schaffen machen wird uns am Standort Deutschland früher oder später der Rückgang an geeignetem Personal, der verstärkt Unternehmen zwingen wird, im Ausland zu investieren.

Was sind die größten Risiken/Risikofaktoren?
Politiker und Konzernlenker, die nur den kurzfristigen, persönlichen Erfolg im Fokus haben. Nicht zuletzt dadurch verlieren manche Menschen ihren Glauben an die Zukunft. Das sehe ich als weiteren großen Risikofaktor.

Wo liegen die Märkte der Zukunft?
Für uns: im Inland – darunter verstehen wir inzwischen ganz Europa – und in den USA. Für jeden Markt haben wir länderspezifische Adaptionen, die den jeweiligen Vorschriften und Anforderungen Rechnung tragen.

Gibt es sonst noch etwas, was Sie unseren Lesern mitteilen möchten?
Auch wenn wir uns von Bohlender zu BOLA umbenannt haben und unser Unternehmen internationaler ausrichten, wahren wir die Kontinuität. Wir sind und bleiben ein familien-geführter Hersteller von anspruchsvollem Laborbedarf aus Hochleistungskunststoffen. Als solcher stehen wir zum Standort Deutschland und werden auch weiterhin hier wachsen.

Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Schwächen im Job

Abbauen oder ignorieren?

Jeder Mensch hat Stärken und Schwächen. Doch wie gehen wir mit unseren Schwächen um? Sollen wir sie ignorieren und uns auf den Ausbau unserer Stärken konzentrieren? Das kommt darauf an – meint unser Autor.

mehr...
Anzeige

Führen 4.0

12 Thesen zum Führen in digitalen Zeiten

Digitalisierung hin oder her: Auch künftig werden Führungskräfte Menschen – und keine Maschinen und Algorithmen – führen. Das sollten sich Führungskräfte immer wieder ins Bewusstsein rufen. Dann gelingt ihnen auch das Führen im digitalen Zeitalter.

mehr...

Management

Change nervt! Oder?

Change, also Veränderung, nervt viele Menschen – weil sie sich nach Stabilität sehnen. Denn diese vermittelt ihnen das Gefühl von Sicherheit. In der von Veränderung geprägten VUCA-Welt können Unternehmen ihren Mitarbeitern die gewünschte Stabilität...

mehr...