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ManagementGeringwertige Wirtschaftsgüter: Mit Wahlrechten die Steuerlast gestalten

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Management: Geringwertige Wirtschaftsgüter:  Mit Wahlrechten die Steuerlast gestalten

Büromöbel, Werkzeuge oder Computer: Schnell addieren sich kleinere Investitionen zu einem großen Kostenblock. Noch sind nicht alle Unternehmen mit den aktuellen steuerlichen Wahlrechten für geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) vertraut. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, die Gestaltungsoptionen für das abgeschlossene Wirtschaftsjahr zu nutzen und die Weichen für ein systematisches Vorgehen im laufenden Jahr zu stellen. Noch nie waren die steuerlichen Wahlrechte für Anschaffungen bis 1000 Euro netto so weitreichend. Unternehmen können je nach Höhe der Anschaffungskosten zwischen Sofortabzug, Abschreibung des Sammelpostens über fünf Jahre und Abschreibung über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer wählen. Allerdings können nicht alle Varianten unabhängig voneinander ausgeübt werden. Vor Erstellung des Jahresabschlusses sollten Unternehmen ihre Wahlrechte für GWG prüfen und gegebenenfalls korrigieren.

Eine gezielte Ausübung der Wahlrechte kann die Steuerlast maßgeblich beeinflussen. Werden GWG bis zu einem Anschaffungspreis von 410 Euro netto direkt als Aufwand erfasst, verringert sich das Jahresergebnis. Werden GWG mit Nettokosten von über 150 Euro bis maximal 1000 Euro in einem Sammelposten über fünf Jahre abgeschrieben, erhöht sich der Gewinn eines Unternehmens. Auch ein Blick in die Zukunft lohnt sich: Für geplante Anschaffungen von GWG kann ein Investitionsabzugsbetrag von bis zu 40 Prozent des Nettokaufpreises gebildet werden. Dieser Betrag wird im Jahr des Erwerbs von den Anschaffungskosten abgezogen und verringert so die Bemessungsgrundlage der Abschreibung. Auf diese Weise können die Wertgrenzen für die Ausübung der Wahlrechte unterschritten werden, was erhebliche steuerliche Vorteile mit sich bringt.

Welche Wahlrechte für ein Unternehmen sinnvoll sind, entscheidet sich häufig erst mit Erstellung des Jahresabschlusses. Die Ausübung der Wahlrechte sollte in jedem Wirtschaftsjahr neu festgelegt werden. Die Entscheidung sollte sich am Jahresergebnis und den individuellen Unternehmenszielen orientieren. Es ist empfehlenswert, bis zum Jahresende ein GWG-Konto für jede Wertgrenze zu führen. So halten sich Unternehmen alle Handlungsoptionen offen.

Geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) erfordern jetzt ein besonderes Augenmerk. Wer die Wahlrechte systematisch ausschöpft, kann die Steuerlast gezielt beeinflussen. Für die einzelnen Nettowertgrenzen gelten nachfolgende Regeln.

Bis 150,00 Euro: Wirtschaftsgüter lassen sich sofort als Betriebsausgabe absetzen. Alternativ können GWG auch aktiviert und über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben werden. Das Wahlrecht besteht für jedes Wirtschaftsgut individuell, unabhängig von der gewählten Option für GWG mit höheren Anschaffungskosten.

150,01 bis 410,00 Euro: Auch innerhalb dieser Wertgrenzen ist ein Sofortabzug möglich. Die Aufnahme in ein gesondertes Anlageverzeichnis ist entbehrlich, wenn Anschaffungsdatum und -kosten aus der Buchführung ersichtlich sind. Daneben bieten sich zwei Alternativen: Aus den GWG kann ein Sammelposten gebildet werden. Die Abschreibung erfolgt dann über fünf Jahre. Achtung: Diese Option findet innerhalb eines Wirtschaftsjahrs dann grundsätzlich nur einheitlich für alle GWG zwischen 150,01 und 1000,00 Euro Anwendung. Zudem kommt auch eine Abschreibung über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer in Betracht.

410,01 bis 1000,00 Euro: Hier bieten sich zwei steuerliche Varianten. Wirtschaftsgüter lassen sich in einem Sammelposten erfassen und über fünf Jahre gleichmäßig verteilt abschreiben. Bei dieser Option sind auch alle GWG zwischen 150,01 und 410,00 Euro in den Sammelposten einzubeziehen. Alternativ können GWG aktiviert und über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben werden. Maßgeblich sind die amtlich vorgeschriebenen AfA-Tabellen.

Klaus Zimmermann/DHPG Bornheim

Über Steuerberater Klaus Zimmermann, DHPG Bornheim: Tätigkeitsschwerpunkte: Betreuung von mittelständischen Unternehmen, Freiberuflern/Selbstständigen und Privatpersonen, betriebswirtschaftliche Beratung, insbesondere Finanzierungs- und Controllingberatung und Existenzgründungsberatung.

Über DHPG: Die DHPG Dr. Harzem & Partner KG gehört zu den 15 größten Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaften in Deutschland. Die DHPG ist mit über 350 Mitarbeitern an sechs Standorten im Rheinland vertreten (Bonn, Bergisch Gladbach, Bornheim, Euskirchen, Gummersbach, Köln). Die DHPG ist aktives Mitglied im Netzwerk NEXIA International und stellt mit Dr. Norbert Neu den Chairman. NEXIA International zählt mit mehr als 20000 Mitarbeitern in über 100 Ländern und rund 600 Büros zu den zehn größten Accounting Networks weltweit.

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