Interview

Daniel Huber


Daniel Huber ist Geschäftsführer der Peter Huber Kältemaschinenbau GmbH. Nach seiner Ausbildung als Kälteanlagenbauer studierte er technische Betriebswirtschaft an der Fachhochschule Offenburg. 1992 übernahm er die Leitung von Vertrieb und Marketing bei dem Familienunternehmen und ist seit 1997 als Geschäftsführer tätig.

LABO: Herr Huber, ihr Unternehmen wurde am 22. Juni als „Innovator des Jahres 2012“ in der Größenklasse bis 250 Mitarbeiter ausgezeichnet. Was sind Ihrer Meinung nach die Hauptgründe, diese begehrte Trophäe erhalten zu haben? Was ist Ihr Erfolgsrezept?

Huber: Als familiengeführtes Unternehmen stehen wir ständig in direktem Kontakt mit unseren Mitarbeitern. Eine Open-Door-Politik sorgt dafür, dass Projektverantwortliche und die Geschäftsleitung direkt und auf kurzem Weg erreichbar sind. Die innovativen und unternehmerischen Aktivitäten unserer Mitarbeiter werden dadurch begünstigt. Unsere gesamte Innovationstätigkeit wird dabei stets von unserem Selbstverständnis als Technologieführer getragen.

LABO: Welche Rolle spielt denn der Huber-Tango-Club, wenn es um Innovationen geht?

Huber: Unser Motto „It takes two to tango“ beschreibt zunächst die perfekte Symbiose aus Thermodynamik und Mikroelektronik. Dieser Verschmelzung von umweltverträglicher Kältetechnik und intelligenter Regelelektronik verdanken wir es, dass unsere Temperierprodukte, allen voran die Unistate, in unzähligen Labors Tango tanzen. Unser Slogan beschreibt aber auch die Beziehung zwischen Anwender und Hersteller. Aus unserer Sicht ist es erforderlich, die Anwender möglichst früh in die Produktentwicklung einzubinden. Hierzu wurde ein internationaler Anwenderclub, der Tango-Club, gegründet. Diese Lead-User beurteilen unsere Ideen und geben Ihre Erfahrungen und Empfehlungen aus der Praxis an uns weiter. Die Akzeptanz geplanter Innovationen wird so bereits im Vorfeld abgefragt und Flops bei der Markteinführung vermieden.

LABO: Wie begründete denn die Jury ihre Entscheidung?

Huber: Besonders beeindruckt war die Jury von unserer lebendigen Innovationskultur. Mit flachen Hierarchien, interdisziplinären Projektteams und offenen Bürostrukturen fördern wir den Informationsfluss und verhindern Abteilungsdenken. Darüber hinaus betreiben wir ein systematisches Innovationsmanagement, um den Ideenreichtum unserer Mitarbeiter gezielt zu lenken. Im Laufe der Jahre ist so ein gut funktionierendes Netzwerk entstanden, mit dem wir einen fruchtbaren Austausch zwischen den unterschiedlichen Unternehmensbereichen erzielen.

LABO: Sie bekamen in den letzten Jahren ja schon mehrere Auszeichnungen. Wie wichtig ist diese jetzt für Sie?

Huber: Die diesjährige Auszeichnung hat für uns einen besonderen Stellenwert, da wir erstmalig als Hauptpreisträger ganz oben stehen. Der Auszeichnung geht ja eine mehrstufige Prüfung durch die Wirtschaftsuniversität Wien voraus. Aus den Ergebnissen konnten wir viele konkrete Handlungsschritte zur Verbesserung unseres Innovationsmanagements ableiten. Die diesjährige Auszeichnung als „Innovator des Jahres“ ist deshalb eine Bestätigung für unsere Arbeit und das Sahnehäubchen auf dem Entwicklungsprozess der letzten Jahre. Um unsere Mitarbeiter an dem Erfolg zu beteiligen, haben wir eine besondere Bonusaktion eingeführt. Über eine personalisierte Mitarbeiterkarte, ähnlich einer Kreditkarte, erhalten alle Mitarbeiter eine monatliche Bonuszahlung. Diese Zusatzleistung ist steuerfrei, wird als Guthaben auf die Karte aufgeladen und kann in Gutscheinform in lokalen Geschäften oder bei Internetshops eingelöst werden.

LABO: Was bringt Ihrer Firma die Teilnahme an einem solchen Wettbewerb, was ja sicher mit einem gewissen Aufwand verbunden ist?!

Huber: Die Auszeichnung hilft uns bei Imagepflege und Personalmanagement und würdigt die Leistung unserer Mitarbeiter. Das Top 100-Gütesiegel passt hervorragend zu unserer Rolle als Technologieführer und stärkt unsere Marktposition. Neben der positiven Außenwirkung ist die Auszeichnung aber auch Motivation für unsere Belegschaft. Unsere Mitarbeiter sind stolz darauf, beim innovativsten Mittelständler Deutschlands zu arbeiten.

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