Eine Karte des Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko

Rosetta-Mission

Hochaufgelöste Bilder des Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko zeigen eine einzigartige, ausgesprochen variationsreiche Welt. Vor etwa einem Monat erreichte die ESA-Raumsonde den Kometen und begleitet ihn seitdem auf seinem Weg ins innere Sonnensystem.

Scharfkantige Klippen und auffällige Brocken: Dieses Bild bietet einige der verschiedenartigen Oberflächenstrukturen des Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko auf einen Blick. In der linken Bildhälfte ist der „Rücken“ des Kometen zusehen, rechts der „Hinterkopf“. Das Bild wurde am 5. September 2014 mithilfe des wissenschaftlichen Kamerasystems OSIRIS aus einer Entfernung von 62 km aufgenommen. Ein Pixel entspricht 1,1 m. (Bild: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA)

Wissenschaftler haben nun Bilder der Kometenoberfläche ausgewertet, die mithilfe von OSIRIS, Rosettas wissenschaftlichem Kamerasystem, aufgenommen wurden. Dabei haben sie anhand von morphologischen Eigenschaften mehrere ausgeprägte Regionen identifiziert. Die neue Analyse ist die Grundlage für eine wissenschaftliche Beschreibung der Kometenoberfläche.

"Noch nie zuvor haben wir die Oberfläche eines Kometen in solchen Einzelheiten gesehen", sagt Holger Sierks vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung, der Leiter des OSIRIS-Teams. In einigen Aufnahmen entspricht ein Pixel nur 75 cm auf der Oberfläche des Kometen. "Dies ist ein historischer Moment. Wir verfügen nun zum ersten Mal über eine Auflösung, die es uns ermöglicht, einen Kometen zu kartieren", fügt er hinzu.

Mit Gebieten, die von Steilhängen, Vertiefungen, Kratern, Brocken oder sogar parallel verlaufenden Rillen dominiert werden, zeigt 67P eine Vielzahl unterschiedlicher Geländeformen. Während einige dieser Gebiete ruhig erscheinen, sieht es so aus, als haben andere die Aktivität des Kometen geformt. OSIRIS-Bilder der Koma des Kometen deuten darauf hin, dass der Staub, den 67P ins All spuckt, von diesen Stellen ausgeht.

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"Diese erste Karte ist natürlich nur der Anfang unserer Bemühungen", so Sierks. "Zu diesem Zeitpunkt versteht eigentlich noch niemand, wie die morphologischen Unterschiede, die wir sehen, entstanden sind." Während sich Rosetta und 67P in den nächsten Monaten weiter der Sonne nähern, wird das OSIRIS-Team die Oberfläche des Kometen überwachen und nach Veränderungen absuchen. Zwar erwarten die Forscher nicht, dass sich die Gebietsgrenzen der aktuellen Karte dramatisch verschieben werden. Doch selbst kleinste Veränderungen können helfen zu erklären, ob und wie die Aktivität des Kometen diese atemberaubende Welt geschaffen hat. Die Karten werden zudem dem Rosetta Lander Team und weiteren Rosetta-Wissenschaftlern dabei helfen, die Vorauswahl von fünf möglichen Landestellen auf zwei einzugrenzen.

Ansprechpartner:

Dr. Holger Sierks

Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung, Göttingen

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